von
Oliver

Hallo, ich bin verheiratet (Frau Jahresgehalt 43000) und Selbstädig als gering Verdiener. KV bin ich über meine Frau. Ich habe max. 400 Euro Einkommen im Monat. Bin 42 Jahre und habe kaum Renten Ansprüche (Studium, Schule, Ausbildung, Callcenter). Durch chronische Krankheit ist mehr Arbeiten oder als Angestellter momentan nicht drin. Haben Sie irgendwelche Tipps für mich (Riester? chronische Krankheit als Behinderung) um überhaupt Rente zu bekommen, oder wie meine Frau und ich uns vor Altersarmut schützen können?

von
Upsala

Mit 42 Sind Sie bereits etwas spät dran...

Ob Sie später einmal überhaupt einen Rentenanspruch haben hängt von den jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen ab.

Ich vermute Sie zahlen derzeit keine freiwilligen Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung? Würde wahrscheinlich auch nur bedingt etwas bringen, wenn Sie nicht gerade um 500 Euro monatlich einzahlen.

Interessant wäre ob Sie sie sogenannte allgemeine Wartezeit (5 Jahre, bzw. 60 Monate mit Pflichtbeitragszeiten) bereits erfüllt haben. Dann hätten Sie abhängig vom Geburtsjahrgang später mal einen Rentenanspruch, der aber vermutlich recht gering ausfallen wird wenn Sie nicht gerade in der Vergangenheit lange versicherungspflichtig beschäftigt waren und dort ein hohes Bruttoarbeitsentgelt erzielt haben.

Riester macht jetzt vermutlich auch keinen Sinn mehr.

Leben Sie und Ihre Frau zur Miete? Haben Sie sonstige Reserven? Eventuell lohnt sich der Erwerb von z.B. einer Eigentumswohnung (sofern finanziell derzeit machbar). Dann fällt im Ruhestand vielleicht immerhin die Miete weg.

Ansonsten erkundigen Sie sich vielleicht am besten bei Ihrer Hausbank ob es attraktive Geldanlagen / Private Rentenversicherungen gibt - bei dem niedrigen Zins allerdings eher fraglich.

Einen "Goldweg" gibt es in jedem Fall nicht und ich bezweifle das Ihnen hier jemand eine konkrete Lösung vorschlagen kann.

Von Stiftung Warentest gibt es immer mal wieder eine Reihe von Tests diverser privater Altersvorsorgesysteme - vielleicht lohnt es sich das mal genauer anzuschauen.

Auch bieten manche Rentenversicherungsträge eine kostenlose "Altersvorsorgeberatung" bei der man ganz individuell Ihre Situation betrachtet.

Machen Sie sich jedoch besser keine allzu großen Hoffnungen das Ruder da noch um 180° drehen zu können.

von
W. Seelos

Also ich würde schauen, daß ich fortlaufend Rentenbeiträge zahle, wenn es auch nur geringe Beiträge sind.

Mein Gedanke bzw. mein Vorschlag wäre auf die Einheitsrente spekulieren oder zumindestens darauf, daß die unteren Renten mal per Gesetz angehoben werden.

Ich denke, da kann man nichts verkehrt machen und nur gewinnen.

von
Upsala

Zitiert von: W. Seelos

Also ich würde schauen, daß ich fortlaufend Rentenbeiträge zahle, wenn es auch nur geringe Beiträge sind.

Mein Gedanke bzw. mein Vorschlag wäre auf die Einheitsrente spekulieren oder zumindestens darauf, daß die unteren Renten mal per Gesetz angehoben werden.

Ich denke, da kann man nichts verkehrt machen und nur gewinnen.

Naja... ob die Einheitsrente kommt oder nicht steht noch in den Sternen...und zwar in einer weit entfernten Galaxie. Da kann man auch daneben liegen. Und der monatliche Mindestbeitrag für freiwillige Beiträge rettet sogesehen die situation auch nicht mehr.

Wenn Sie von jetzt an 24 Jahre lang den Mindestbeitrag i.H.v. derzeit 84,15 Euro monatlich einzahlen (Also 288 Monate X 84,15 Euro = insgesamt 24.235,20 Euro)
erhöht sich Ihr monatlicher Bruttorentenanspruch pro Jahr um Monatlich 4,51 Euro, also insgesamt.

24 Jahre Mindestbeitrag bringen also 108,24 Euro Bruttomonatsrente. Bringt es das wirklich? Das Geld wäre erst nach über 18 Jahren Rentenbezug wieder drin. Denke man kann die 24.235,20 Euro besser anlegen..... Einheitsrente hin oder her :-P

von
Oliver

Danke an alle für Ihre Tipps!

So was habe ich mir auch schon gedacht. Eventuell wäre eine Beantragung von Schwer-Behinderung (über 50%) möglich. Ist dies sinnvoll?

von
senf-dazu

Wenn Sie als Schwerbehinderter anerkannt werden, ist weitere Voraussetzung für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen die Wartezeit von 35 Jahren. Auf diese Wartezeit werden alle rentenrechtlichen Zeiten angerechnet. Ein vorzeitiger Bezug ist ab 62 mit 10,8 % Abschlag möglich.

Lassen Sie sich in einer Beratungsstelle der RV doch mal aufzeigen, welche Zeiten schon erfasst wurden und ob eine Wartezeiterfüllung realistisch ist.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Oliver,

lassen Sie zunächst für sich und Ihre Frau die Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung überprüfen und feststellen. Hierzu vereinbaren Sie am besten ein persönliches Beratungsgespräch in der nächstgelegenen Rentenberatungsstelle.
Danach sollten Sie Ihre finanzielle Situation im Hinblick auf das Rentenalter überprüfen und sofern Sie finanziell die Möglichkeit haben, eine private Altersvorsorge, wie z.B. Riesterrente, überdenken. Hilfreich kann hierbei eine Beratung durch die örtliche Verbraucherberatung sein.