von
Jürgen

Ich bin jetzt absolut verunsichert. Ich bin arbeitssuchend ohne Leistungsbezug. Jahrgang 6/1952. Schwerbehinderung 50%. Nun hat mir meine Arbeitsberater heute verkündet, dass ich ohne Probleme einen Rentenantrag stellen könnte (Rentenbeginn mit Abschlägen 01.01.2013). Da ich nicht vermittelbar bin und auch keine Rentenpunkte mehr erarbeiten kann wäre das sowieso egal. Ich müsse mich nicht mehr bei ihm melden und würde auch keine Probleme beim Rentenantrag bekommen. Nun habe ich aber mal gelesen, dass man zum Zeitpunkt der Rentenantragsstellung die Bemühungen zur Arbeitssuche nachweisen muss. Habe ich da etwas verpasst? Bitte um Hilfe

von
Wolfgang

Hallo Jürgen,

> Nun habe ich aber mal gelesen, dass man zum Zeitpunkt der Rentenantragsstellung die Bemühungen zur Arbeitssuche nachweisen muss.

für die Jahrgänge bis einschließlich 1951 gab/gibt es die AR nach Alo - diese müssen die Alo objektiv (hab keine Beschäftigung) wie subjektiv (bemühe mich, die Alo zu beenden) nachweisen, DAMIT sie die Voraussetzung Alo zum Zeitpunkt des Rentenbeginns erfüllen.

Ihr Jahrgang gehört nicht mehr zu denen, die diese Rente erhalten können - so gesehen ist es egal, wie/ob/aus welchen Gründen Sie ohne Beschäftigung sind und wie Sie ihre Alo gestalten.

Ihr Arbeitsberater wird Sie daher unter dem Termin 01.01.2013 darauf hingewiesen haben, dass Sie dann die Altersrente für schwer behinderte Menschen beantragen können (und hier ist Alo nicht Voraussetzung für diese Rentenart). Diese Rente gab es bisher ab 60, aber auch hier greift die Anhebung der Altersgrenzen: für Jahrgang 06.1952 verschiebt sich der frühestmögliche Zugang zu dieser Rente um 6 Monate - mit dann 10,8 % Abschlag.

Der einzige Grund, die Alo-Meldung (mit Eigenbemühungen) aufrecht zu halten besteht darin, dass Sie - falls vor der AR/Schwerbehinderung (01.01.2013) gesundheitlich so angeschlagen, dass nichts mehr geht - den Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung bis dahin sichern und Sie vorher erhalten können.

Gruß
w.
...verständlich ? sonst nochmal nachfragen.

von
KSC

kleine Ergänzung zu Wolfgang:

Voraussetzung für die AR bei Schwerbehinderung ist, dass Sie 35 Versicherungsjahre aufweisen.

Sollten Sie bislang lückenlos versichert / gemeldet gewesen sein, wäre es ratsam noch mindestens bis 31.12.2010 arbeitslos gemeldet zu sein. Eine maximale Lücke (01.01.2011 - 31.12.2013) von 2 Jahren würde den Versicherungsschutz der EM Rente nicht gefährden....und ab 01.01.2013 gehen Sie in Altersrente.

Sicherheitshalber sollten Sie sich aber bei den Kollegen der DRV beraten lassen....bevor Sie sich übereilt bei der Agentur abmelden.

von
PS KSC

ich meinte Lücke von 01.01.2011-31.12.2012, sorry

von
Wolfgang

Hallo KSC,

danke für die Ergänzung - und die ist wichtig !

Wenn Jürgen sich weiterhin unsicher ist, geht er sowieso morgen/zeitnah in die nächste Beratungsstelle und lässt sich das noch mal haarklein erklären, warum die weitere (mitwirkende) Alo von existenzieller Wichtigkeit sein kann - es sei denn, er verzichtet auf den (vorübergehenden) EM-Schutz und richtet sich so oder so auf die AR ab 01.01.2013 rein ...Alo-Meldung schon ab 01.01.2011 ist dann unwichtig: EM in bis 12.2012 würde reichen, die vermeintliche Lücke unter 24 Monaten zu lassen - sofern in den Vorzeiten keine 'Lücken' stecken.

Gruß
w.
(KSC ....Ihr erste Gedanke war schon richtig - Alo bis mind. 12.2010 reicht, bei durchgehenden Versicherungs(pflicht)zeiten bis Beginn der Alo :-)

von
Jürgen

Recht schönen Dank. da werde ich vorsichtshalber noch ein wenig Kunde bei der Arbeitsagentur bleiben. Recht herzlichen Dank an euch beide & schönen Abend noch

Experten-Antwort

Wir empfehlen Ihnen, bevor Sie den Ausführungen des Arbeitsberaters folgen, eine unserer Auskunfts- und Beratungsstellen aufzusuchen, um eine individuelle persönliche Beratung zu ermöglichen, die Ihr gesamtes Versicherungsleben im Blick hat. Dazu sollte auch der Arbeitsberater geraten haben!
Angesichts des relativ langen Zeitraumes bis 2013 sei auch noch erwähnt, dass die Schwerbehinderung bei Beginn der Altersrente für schwerbehinderte Menschen auch noch vorliegen muss! Nicht in jedem Fall erfolgt nach möglicher Überprüfung auch eine Verlängerung!
Um eine Beratungsstelle in Wohnortnähe zu finden, können Sie im Internet auf der Seite "www.ihre-vorsorge.de" das Feld "Beratungsstellen" auswählen und dort Ihre Postleitzahl oder den Namen Ihres Wohnortes eingeben.

von
Jürgen

Schönen Dank für die Tipps. Werde ich beherzigen.
Gruß