von
Ratz

Hallo Expertenteam,

ich habe eine Teilerwerbsminderungsrente und habe einen Rentenantrag auf volle Erwerbsminderungsrente gestellt in 06/2014.
Der Antrag wurde im Dezember 2014 abgelehnt und von mir dann mit dem VDK die Klage eingeleitet.

In Februar/März 2015 war ich in der Reha und hier hat man mich weiterhin als arbeitsunfähig entlassen mit der Meinung, ich könnte mal in ca. 6 Monaten einen Wiedereingliederungsversuch starten und wenn der nicht klappen sollte, dann würde man der vollen Erwerbsminderungrente zustimmen.

Was ist jetzt, wenn ich in den 6 Monaten nicht zu einer Wiedereingliederungsmaßnahme fähig bin? Wenn meine Ärzte sagen, das es nicht funktioniert?
Was ist mit meiner Klage oder wie läuft das in dem Fall jetzt ab?

Freue mich auf eine Aufklärung meiner Lage.
Danke.

VG Ratz

von
L.

Ist der VDK nicht in der Lage Ihre Fragen zu beantworten?

von
Ratz

nein leider nicht.

von
L.

Zuersteinmal sollte man sich die Frage stellen, ob man weiterhin da seine Monatsbeiträge überweist, wenn jemand (hier VDK) gleichzeitig auf der eigenen Homepage mit
"Der Sozialverband VdK bietet seinen Mitgliedern qualifizierte Sozialrechtsberatung durch kompetente Fachleute, konsequente Interessenvertretung gegenüber der Politik und vieles mehr." wirbt.

Nichtsdestotrotz - ohne den medizinischen Sachverhalt zu kennen - ganz allgmein gesprochen:
Man darf die "Arbeitsunfähigkeit" nicht mit verminderter Erwerbsfähigkeit gleichsetzen.
Das gilt auch im Rahmen der Eigenschaft einer Schwerbehinderung.
Es handelt sich hierbei um unterschiedliche Definitionsweisen.
Fraglich ist nämlich, wie Sie aus der Reha entlassen wurden. Es gibt im Entlassungsbericht nicht nur die Angabe
1. Arbetsunfähig (ja/nein) sondern auch
2. Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (unter 3 Stunden tgl/3 bis unter 6/mindestens 6/Besserung wahrscheinlich/Besserung unwahrscheinlich).

Sie erhalten bereits die teilweise Erwerbsminderungsrente:

Bei einem Restleistungsvermögen von unter drei Stunden tgl.:
Bei solchem Fall - aus der Sicht eines Praktikers - ist es dann nicht ungewöhnlich, wenn die Rente tatsächlich erstmal für eine Zeit von sechs bis neun Monaten befristet wird und man dann weiterschaut.

Hier allerdings ist eine Klageverfahren offen. Insofern sollte Ihr Bevollmächtigter vielleicht genau das als Vergleich dem Sozialgericht vorschlagen. Der Rentenversicherungsträger hat sich dann auch hierzu zu äußern.
Fraglich wäre natürlich die Datierung des Leistungsfalles und die daraus resultierende Frage, wie weit rückwirkend die Rente gezahlt werden kann.

Des Weiteren stellt sich mir die Frage, ob Sie als Bezieher einer teilweisen Erwerbsminderungsrente nebenbei noch einer Beschäftigung/selbständigen Tätigkeit nachgehen.
Wenn nicht, wäre zu prüfen, ob trotz der teilweisen Erwerbsmidnerung die Voller Erwerbsminderungrente auf Grund des verschlossen Arbeitsmarktes zu zahlen wäre.

Als Stichwort in der Forensuche "Arbeitsmarktrente" eingeben. Da gibt es hunderter von Beiträgen, die sich damit auseinandergesetzt haben.

Alles sehr wage, ich weiß.

von
Ratz

@L: lieben Dank für die lange und recht ausfühliche Antwort.
Diese muss ich mir nach und nach noch gut durch den Kopf gehen lassen, damit ich auch alles richtig verstehe.

Ich bekomme eine Teilerwerbsminderungsrente und habe zusätzlich noch 18 Std./Woche bei meinem langjährigen Arbeitgeber weiter gearbeitet. Das Arbeitsverhältnis besteht auch noch, aber ggf. kristallisiert sich nun heraus, das ich diesen Job nicht mehr ausüben kann und ob der Arbeitgeber vielleicht einen anderen Job für mich hat, weiß ich noch nicht.
Nach diesen Fragen steht mir aber noch nicht der Kopf, weil ich noch zu Krank bin und auch noch OP´s anstehen, die erst einmal wichtiger sind.

Und zum VDK kann ich so viel sagen, er berät nicht immer gut. Da die sehr viel zu tun haben geht das leider auf die Qualität der Beratung.

Danke.

VG Ratz

von Experte/in Experten-Antwort

Eine allgemeine Antwort zu geben, die Sie zufrieden stellen wird, ist ohne Kenntnis der Einzelheiten schwierig bzw. kaum möglich. Sinnvoll erscheint uns, Sie würden den Sachverhalt mit Ihrem Bevollmächtigten (dem VdK) besprechen und dieser kann bei Bedarf mit dem/der Sachbearbeiter/in bei der Deutschen Rentenversicherung Rücksprache halten.
Beachten Sie bitte, dass Ihr Bevollmächtigter Sie weiterhin nur optimal vertreten kann, wenn er den gleichen Informationsstand hat wie Sie selbst. Deshalb sollte die Klärung Ihrer Situation nur über den VdK erfolgen.

Allgemein kann lediglich angeführt werden, dass das laufende Klageverfahren durch das Sozialgericht "betreut" wird, d.h. das Sozialgericht entscheidet über weitere Vorgehensweisen. Vor der Klage beim Sozialgericht ist jedoch ein Widerspruchsverfahren durchzuführen. Daher fragen Sie bitte den VdK, ob tatsächlich schon Klage läuft oder noch ein Widerspruchsverfahren. Denn dann wäre die Deutsche Rentenversicherung weiterhin direkter Ansprechpartner.

Eventuell ist tatsächlich erst eine Entscheidung in 6 Monaten möglich, wenn dann die Entwicklung in Ihrem Gesundheitszustand absehbar ist.