von
Träumerle

Ich habe in diesem Forum schon mal nachgefragt, aber sehr umständlich, habe auch neue " Erkenntnisse" und es wird geprüft- kann aber Monate dauern......
Meine Frage: ab wann beginnt meine Rente nun wirklich??
Die Fakten:
Im März 2013 Rehaantrag gestellt, bewilligt und
im November 2013 abgeschlossen- vollschichtig arbeitsfähig.
Im März 2014 Schreiben meiner Krankenversicherung dass RV auf Grund nicht erfolgreicher Reha entscheidet über Weiteres (Rente, Teilhabe..)=wie ich heute weiß Einschränkung meines Dispositionsrechtes
Weiteres Schreiben der KK im Juni mit der Aufforderung zum Rehaantrag innerhalb 10 Wochen
Ich habe Anfang August Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt, Mitte August den Rehaantrag über die Krankenkasse.
Im November 2014 Gutachtertermin über Deutsche Rentenversicherung wegen Rentenantrag: vollschichtig arbeitsfähig, hat sich Reha-Bericht von 2013 angeschlossen
Im März 2015 nach erneuter Reha und neuen
Befunden berufsunfähig - bin vor Januar 1961 geboren-(unter 3 Stunden);
Habe nun halbe Erwerbsunfähigkeitsrente seit
März 2013 bewilligt bekommen, also seit meinem
1ten Rehaantrag.
Das kann doch nicht stimmen, Reha-Bericht und Gutachter haben das doch anders geäußert.
Es fehlen auf diese Art der Berechnung 2 Jahre
Anrechnungszeit bis 62 Lebensjahr.
Bin übrigens seit März 2013 durchgehend krank,
Ausgesteuert von KK im September 2014.
Danke für Antworten

von
Andr*as

§ 116 SGB VI sagt aus:
"(2) Der Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben gilt als Antrag auf Rente, wenn Versicherte vermindert erwerbsfähig sind und ...
2. Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben nicht erfolgreich gewesen sind, weil sie die verminderte Erwerbsfähigkeit nicht verhindert haben."

Die Rentenversicherung deutet den ersten Rehaantrag in einen Rentenantrag um, wozu sie berechtigt ist, da die Reha nicht zu einer Wiederherstellung der vollen Erwerbsfähigkeit führte.

von Experte/in Experten-Antwort

Guten Tag,

grundsätzlich gilt:"Eine Rente aus eigener Versicherung wird von dem Kalendermonat an geleistet, zu dessen Beginn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, wenn die Rente bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach Ablauf des Monats beantragt wird, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Bei späterer Antragstellung wird die Rente aus eigener Versicherung von dem Kalendermonat an geleistet, in dem die Rente beantragt wird." (§ 99 Absatz 1 SGB VI)

Mit ihrem Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung Anfang August haben Sie das Rentenverfahren ausgelöst, in deren Folge wahrscheinlich ein Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Monate vor dem März 2013 festgestellt wurde. Damit gilt als erster Antrag der Rehabilitationsantrag als Rentenantrag § 116 Absatz 2 Nummer 2 SGB VI.
Ein späterer Rentenbeginn wäre nur möglich, wenn sich der Eintritt der Erwerbsminderung verschiebt. Das Datum des Eintritts finden Sie in der Regel auf Seite zwei des Rentenbescheides.

Die Verlängerung der Zurechnungszeit würde bei Ihnen unabhängig von dem Eintritt der Erwerbsminderung zum Tragen kommen, wenn Sie den Antrag erst nach dem 30.09.2014 gestellt hätten (§ 300 Absatz 2 SGb VI). Hier hatten Sie aber durch die Aufforderung der Krankenkasse mit der 10 Wochenfrist kein Gestaltungsspielraum bzw. hätten erst die Zustimmung der Krankenkasse einholen müssen.

Für weitere Ausführungen sollten Sie jedoch das Überprüfungsverfahren abwarten.

Mit freundlichen Grüßen

von
Träumerle

lieber Experte,
Als Rentenantrag gilt das Datum meines Antrages auf Reha 2013, Anspruchsvoraussetzungen waren ab Datum AU lt. Rentenbescheid erfüllt.
( AU war 3tage nach Rehaantrag )
Im Vorfeld war ich zumindest 3 Jahre überhaupt nicht AU, immer arbeiten.
Mein Krankheitsbild hat sich leider kontinuierlich verschlechtert !!!
Reha von 2013 und Reha 2015 haben keinen medizinischen
Zusammenhang, außer dass bei beiden eine sozialmedizinische Beurteilung stattgefunden hat und ich der "positiven" 2013 auch so zugestimmt habe.

von Experte/in Experten-Antwort

Guten Tag,

ihr Beispiel zeigt doch sehr gut, dass man mit ungefähren Angaben keine genauen Auskünfte in einem Forum erhalten kann.

In ihrem Fall ist es wichtig zu wissen, wann durch die Rentenversicherung der Eintritt der Erwerbsunfähigkeit festgestellt wurde. Das kann unter Umständen, von dem tatsächlichen Beginn der Arbeitsunfähigkeitstage abweichen.

Sie sollten unbedingt die Antwort Ihres Rentenversicherungsträgers abwarten. Wenn Ihnen das zu lange dauert, dann besteht noch die Möglichkeit einer Beratung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle.

Mit freundlichen Grüßen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 08.06.2015, 11:45 Uhr]

von
Träumerle

Lieber Experte,
Das Datum war der Tag der Krankschreibung, gleichzeitig der Beginn der 3 Jahres Frist für Krankengeld, gleichzeitig Anspruchsbeginn der
Krankenkasse bei eingeschränktem Dispositionsrecht.
Ich nagle doch niemanden fest, ich möchte doch nur wissen was eigentlich Sache ist und nicht noch Monate warten.
Reha Antrag 2013 wurde nicht umgewandelt ,
Gutachter der RV sieht keine Einschränkung.
Erst 2015 nach erneuter Reha.
Und trotzdem soll wegen des Dispositionsrechtes der Krankenkasse 2013 als
Bezugspunkt für Rente genommen werden und wurde genommen- ungeprüft.

Warum nicht gleich bei Veranlagung oder progredienten Krankheitsverlauf Rentenbeginn
Vorverlegen sobald ein Anspruch auf Rente vorhanden ist.
Das macht mich langsam tatsächlich verrückt.
Es muss doch klare Richtlinien geben.
Warum sonst sozialmedizinische Beurteilungen und Gutachtertermine die einzuhalten sind??
Ist hier etwas schiefgelaufen oder nicht????
Muss doch zu beantworten sein an Hand der Daten.

von
KSC

Manche Dinge kann man in einem Forum nicht klären. Um das wirklich beurteilen zu können, bräuchte man "Ihre Akte" mit deren Aussagen und nicht nur Ihre (vielleicht nicht ganz objektive) Darstellung. Hier im Forum kommen Sie nicht weiter.....

Aus DRV Sicht sind Sie seit März 13 krank, haben damals auch einen Antrag (ob Rente oder Reha ist zunächst mal egal) gestellt und bekommen seit März 13 eine Rente.

So grob verkehrt kann das ja nicht sein, oder?

Oder ist es nur deshalb sooo falsch, weil ein Jahr später die Zurechnungszeit erhöht wurde und es ja sooo schön wäre, wenn Sie von diesen 2 zusätzlich geschenkten Jahren profitieren würden?

von
Träumerle

Hallo KSC,

Die Fakten sind objektiv.
Und natürlich spielt die erhöhte Zurechnungszeit eine Rolle, meine Regelaltersrente beginnt ja auch nicht mehr mit 65 Jahren!!
Zudem wird hier mit mir als Ball zwischen RV und Krankenversicherung Ping-Pong gespielt:
Krankenversicherung sagt dass Rentenversicherung das " Rentendatum" festgelegt hat, RV wiederum beruft sich auf das
mein eingeschränktes Dispositionsrecht .
Und so geht das .....hin und her....
Und , wie gesagt Rehaantrag 2013/Bewilligung und AU ab 2013 sind unabhängig voneinander.
Ich wollte unbedingt wieder arbeiten, habe sehr gerne gearbeitet.
Aber ich schaffe das nicht mehr, alle sozialen Kontake sind gekappt, ich lebe extrem zurückgezogen und komme nicht mehr zurecht.
Eigentlich fehlt mir jetzt nur noch der Griff zum Wegwerfen.
Ich bin halt jetzt relativ am Ende und so richtig
unten.
So, und eigentlich wollte ich mich hier nicht selbst bejammern, rufe jetzt auch die Telefonseelsorge an.....
Schönen Abend

von
Herz1952

Hallo Träumerle,

ich weis, weshalb ich (fast) immer einen Anwalt empfehle, damit etwas Druck gemacht wird und Sie in Ihrem Fall nicht so lange auf die "sichere Antwort" warten müssen.

Ich kann mir vorstellen, dass es für Sie ärgerlich ist, dass evtl. die 2 Jahre Zurechnungszeit verloren gehen. 50,-- Euro im Durchschnitt mehr ist für einen EM-Rentner viel, der gerade auf mehr als die Hälfte seines bisherigen Netto-Einkommens verzichten muss.

Vielleicht denken Sie auch an Ihre Hinterbliebenen, falls Ihnen etwas "passiert".

Falls es so ist, könnte ich Sie etwas beruhigen. Ich habe genau so gedacht und wollte Gewissheit haben, was dann mit meiner Frau ist. Es ist tatsächlich so, dass die Witwenrente nach dem 01.07.2014 nach der fiktiven EM-Rente m i t Zurechnung bis zum 62. Lj.berechnet wird.

Ich weis seit meiner Krankheit, dass Geld in diesem Fall sogar sehr wichtig, damit man noch einigermaßen zufrieden leben kann und sich auch in der Apotheke noch Medikamente kaufen kann, die Versicherte in der gesetzlichen KV nicht mehr auf Kassenrezept bekommen.

Mehr kann ich jetzt nicht schreiben, sonst wird der Beitrag zu politisch.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Gute.

Herz1952