von
Louise

Was halten die Experten von der Beauftragung eines Rentenberaters für den Antrag auf EMR? Ich hatte ein Erstgespräch. Er verlangte dafür 100 Euro plus MwST und für Unterstützung bei der Antragstellung über 2000 Euro. 700 Euro und soviel für den Antrag und den Rest im Erfolgsfall. Das erschien mir ziemlich happig.

Beste Grüße
Louise

von
Nahla

Das ist ganz schön happig. Den Antrag können Sie auch auf der Gemeinde-/Stadtverwaltung oder direkt bei der DRV stellen, dort bekommen Sie auch gesagt, welche Unterlagen Sie beifügen müssen, wenn Sie sich die Antragstellung nicht allein zutrauen.

In dem Antrag geben Sie alle Ihre behandelnden Ärzte an, fügen vorhandene Befunde dazu (keine Atteste extra für den Rentenantrag erstellen lassen - das ist unnötig und nicht hilfreich) und was sonst noch dazu muss und schicken das ab.

Im Internet finden Sie verschiedene Foren, die sich mit dem Thema Erwerbsminderungsrente beschäftigen, da können Sie sich weitere Information besorgen.

Wenn Sie also nicht grad ein paar Tausend Euro in der "Portokasse" rumliegen haben, können Sie sich den privaten Rentenberater erst einmal sparen. Er könnte Ihre Chancen auf die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente jedenfalls nicht erhöhen, da sind andere Dinge maßgeblich.

von
Schade

Für das Geld mache ich Ihnen das auch.......

Und jede DRV Stelle und jedes Rathaus macht das kostenlos......

von
senf-dazu

Hallo Louise!

Die Webseite rentenberater.de informiert auch über die Vergütung.
Wenn die Erstberatung eine Stunde dauerte, scheint dies im Rahmen zu liegen.
Eine "Erfolgsprämie" kann ich mir jedoch nicht vorstellen, eher dass die Kosten bei Widerspruch und Klage durch mehrere Instanzen steigen ...
Lassen Sie sich ruhig von einer/m anderen Rentenberater/in die Kosten nennen.
Dann lässt sich besser sagen, ob diese Preise die Ausnahme oder die Regel sind.

btw: rentenberater.de informiert darüber, dass diese Kosten als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden können.

von
Louise

Hallo Nahla,
Sie schreiben, dass extra erstellte Atteste nicht hilfreich sind. Worauf stützt sich diese Aussage. Es wird häufig empfohlen, auf aussagefähige Befunde zu achten, wohingegen die beim Arzt vorliegenden Befunde meistens sehr knapp sind. Der Gutachter hat mich 15 min gesehen. Soll man sich auf dieses Urteil verlassen?
Viele Grüsse

von
Herz1952

Hallo Luise,

Wie schon beschrieben können Sie den Rentenantrag erst einmal selbst stellen, bzw. bekommen in der Regel in jeder Gemeinde für den formellen Antrag Unterstützung (kostenlos).

Eine Erfolgsprämie bekommt der Rentenberater normalerweise nicht, die haben Stundensätze, die jeden Arzt neidisch machen. Sinn hat ein freier Berater (der auch bei Gericht zugelassen ist), frühestens im Widerspruchsverfahren. Da bezahlt aber im allgemeinen auch eine Privatrechtsschutzversicherung die in der Regel auch den Sozialrechtsschutz mit einschließt. Allerdings kennen sich Rentenberater im Renten und Sozialrecht (auch Krankenkassen) besonders gut aus, ich würde sagen, besser als Anwälte, die in der Regel noch andere Sachgebiete bearbeiten.

Ich hatte selbst einen Berater, durch den ich auch die Krankengeldsperre der Krankenkasse "reguliert" bekam. Das hat mich nichts gekostet. Für die Rente habe ich ihn sicherheitshalber auch genommen, weil ich selbst 1 Jahr nach der OP nicht in der Lage war, mit mehr als 10 Minuten zu konzentrieren und das bei einer Krankenakte von 4 cm dicken Unterlagen.

Dies hätte mir auch bei einem kostenlosen Helfer (z.B. VdK, Gemeinde, wir hatten sogar einen Berater der kostenlos half, auch ohne VdK-Mitgliedschaft) auch nicht viel gebracht, weil mir einfach alles zu viel war.

Jeder machte mich verrückt, auch der Vertreter meines Hausarztes, der vorher selbst sogar Gutachter für die RV war. Er hat aber trotzdem gemeint, dass ich aufgrund meiner Krankheit berentet werden würde, evtl. auch mit Widerspruch.

Viel kann Ihnen der freie Berater auch nicht helfen in Bezug auf Ihre Krankheit/Behinderung. Aber nützliche Tipps kann er schon geben. Er wusste ja auch nicht genau, wie schwer ich auf Dauer erkrankt sein würde.

Mein Berater hatte einen Stundensatz von 120,-- Euro zuzüglich Kosten für Kopien (können Sie auch selbst machen). Die Schriftsätze wurden ebenfalls über Stundenbasis abgerechnet, aber nur mit 45,-- Euro, für die Zeit der Schreibkraft.

Also, von Erfolgshonorar war nicht die Rede. In Deutschland dürfen Rechtsanwälte auch keine Erfolgshonorare kassieren, sie sind an die Gebührenordnung gehalten. Mein Berater hat mich sogar darauf hingewiesen, ob ich nicht dieses oder jenes selbst machen könnte, um Kosten zu sparen. Er hatte die Zulassung für das zuständige Landgericht. Darauf sollte man wohl achten. Ich denke der Begriff "Rentenberater" ist nicht geschützt.

von
Herz1952

Betrifft: Rechtsschutzversicherung

Da sollten Sie "Anwalts Liebling" haben. Die hat keine eigene Rechtsabteilung die den eigentlichen "Fall" vorher beurteilt. Es gibt wahrscheinlich auch noch andere in dieser Form.

Da wird nur geschaut, ob im Zeitpunkt des Fall-Eintritts auch die Versicherung bestand für die Sache.

von
Nahla

Zitiert von: Louise

Hallo Nahla,
Sie schreiben, dass extra erstellte Atteste nicht hilfreich sind. Worauf stützt sich diese Aussage. Es wird häufig empfohlen, auf aussagefähige Befunde zu achten, wohingegen die beim Arzt vorliegenden Befunde meistens sehr knapp sind. Der Gutachter hat mich 15 min gesehen. Soll man sich auf dieses Urteil verlassen?
Viele Grüsse

Hallo Louise,

ein aussagefähige Befundbericht ist etwas anderes als ein extra erstelltes Attest. Auch wenn Befunde in der Regel kurz und knapp verfasst sind, geben sie doch genügend Aufschluss über die zugrunde liegende Erkrankung. Als medizinischer Laie ist es natürlich schwer, diese kurzen Befunde entsprechend zu würdigen.

Ein extra für den Rentenantrag erstelltes Attest eines Arztes, welches er sich dann auch noch bezahlen lässt, wird als "Gefälligkeitsgutachten" angesehen und ist nicht hilfreich ("der Patient ist in seiner Leistungsfähigkeit gemindert" - das ist etwas, was im Rahmen des Verfahrens geprüft wird, solche Atteste werden eher negativ gesehen).

Ein Gutachtertermin, der nur wenige Minuten dauert, kann in der Regel auch nicht wirklich aussagefähig sein, da kommt es aber auf die Grunderkrankung an (wenn ich jemandem Wegeunfähigkeit bescheinigen muss, der beide Beine bei einem Autounfall verloren hat, reichen ein paar Minuten z.B.).

von
Inka

Hallo

Ich denke auch nicht, dass man extra Geld ausgegeben muss.
Ich habe dem Antrag damals alle Befunde in chronologischer Reihenfolge beigelegt.
Dann kam eine ganze Zeit nichts. Dann musste ich zu zwei Gutachtern(max.45min) denen diese Befunde vorlagen und acht Wochen später kam der Bescheid.

von
Onkel Otto

Für de Antragstellung ist zuerst einmal, wie schon geschrieben, ein teurer Rentenberater in der Regel rausgeschmissenes Geld. Atteste nützen auch wenig, denn die DRV läßt den Gesundheitszuustand der Antragstellers auch lieber durch eigene Gutachter feststellen. Dazu fordert sie dann auch selbst Unterlagen bei den Behandelnden Ärzten an.
Erst wenn der Antrag abgelehnt wurde und man der Meinung ist, das dies zu Unrecht wäre, kann man sich an Sozialverbände wie VdK oder SoVD wenden. Dort wird gegen einen Jahresbeitrag von weniger als Ihr Rentenberater bisher gekostet hat, das Mitglied auch bei den Gerichtsverhandlungen unterstützt. Auch wenn der Antrag schon vor dem Erlangen der Mitgliedschaft gestellt wurde. Es fallen lediglich zusätzliche Schreibgebühren etc. an.

von
Herz1952

Wenn man wirklich krank ist benötigt man keinen Rentenberater. Dann sind die Gutachten aussagekräftig genug.

In meinem eigenen Fall war der Berater aber ganz praktisch (smile)

von
Rentenzombie

Alles vorherige ist falsch. Ich mache es für die Hälfte, denn ich bin eindeutig der absolute Rentenfachspezialist.
Also Sie überweisen den Gesamtbetrag noch heute, und schon morgen legen wir los: Die Rente ist schon so gut wie auf dem Konto. Sie erhalten zudem einen Gutschein für einen einmaligen Besuch im Zombomaten!

Experten-Antwort

Einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente können Sie nach Terminvereinbarung bei sich auf der Gemeinde oder bei der Stzadtverwaltung/Rathaus kostenlos stellen.

Ein externer Rentenberater ist nicht notwendig.

Auch die Außenstellen/Regonalzentren der Rentenversicherung nehmen mit Ihnen gemeinsam einen Rentenantrag kostenlos auf.

Von Vorteil wäre auch hier eine Terminvereinbarung.

Auf der Website der Deutschen Rentenversicherung finden Sie unsere Außenstellen / Regionalzentrenen in Ihrer Wohnortnähe.