von
Angela

Guten Tag,
bei uns im Bekanntenkreis kam das Thema auf, dass bei verheirateten Ehepaaren (ges. Güterstand) eine Rentenobergrenze bei Renteneintritt existiert, wenn beide Ehepartner berufstätig waren.
Habe Sie hierzu nähere Informationen für mich?
Vielen Dank im voraus
Angela

von
Kurze Antwort

Nein, stimmt nicht, es gibt keine Obergrenze!
Das wäre ja noch schöner!!!

von
Bruce231

So etwas gibt es, allerdings nur im Bereich des Fremdrentengesetzes (§22b FRG), also bei Vertriebenen und Spätaussiedlern, dort wird insgesamt auf ings. 40 EP begrenzt. Ansonsten nein.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,
die Höhe der monatlichen Rente eines Versicherten errechnet sich individuell auf Grundlage der jeweiligen Versicherungsbiographie. Eine Rentenobergrenze für verheiratete Ehepaare gibt es grundsätzlich nicht.
Werden allerdings bei der Berechnung der Rente Zeiten nach dem Fremdrentenrecht (FRG) berücksichtigt, gilt eine Sonderregelung. Nach den Vorschriften des Fremdrentenrechtes darf ein Ehepaar zusammen nicht mehr als 40 Entgeltpunkte für Zeiten nach dem Fremdrentenrecht erhalten.
Die Begrenzung auf den gemeinsamen Höchstwert von 40 Entgeltpunkten gilt immer dann, wenn die FRG-Anteile der Renten beider Partner 40 Entgeltpunkte überschreiten.

Mit freundlichen Grüßen

von
Angela

@ all und speziell das Expertenteam vielen Dank für die Information..

von
Konrad Schießl

Erfreulich diese Mitteilung, noch immer werden
Fantasie Renten bezüglich der Höhe rumge-
reicht, seit Jahrzehnten gelten als Obergrenze
40 Entgeltpunkte .
Für Einzelpersonen sogar nur mehr 25 EP.
Somit in West 29,21 mal 40 1168,40 und
29,21 mal 25 730,25 Bruttorente.

Alles andere ist bekannt Hetze.

MfG.

von
W*lfgang

Zitiert von:
Die Begrenzung auf den gemeinsamen Höchstwert von 40 Entgeltpunkten gilt immer dann, wenn die FRG-Anteile der Renten beider Partner 40 Entgeltpunkte überschreiten.
änzend:

Ist erst bei Zuzug ab 07.05.1996 von Bedeutung. 'Altfälle' fallen nicht unter die Kappungsgrenzen.

an Angela:
> dass bei verheirateten Ehepaaren (ges. Güterstand) eine Rentenobergrenze bei Renteneintritt existiert

Ja, für jeden _separat_ ist die max. mögliche Einzel-Rente unter Berücksichtigung der jährlichen Beitragsbemessungsgrenzen zu ermitteln. Eine Zusammenrechnung/Begrenzung erfolgt zu Lebzeiten nicht ...bei günstigen Einkommensverhältnissen können Sie da zusammen 5000 EUR mtl. erhalten - ist aber eher nicht lebenswirklich.

Gruß
w.

von
Jonny

Zitiert von: Angela

Guten Tag,
bei uns im Bekanntenkreis kam das Thema auf, dass bei verheirateten Ehepaaren (ges. Güterstand) eine Rentenobergrenze bei Renteneintritt existiert, wenn beide Ehepartner berufstätig waren.
Habe Sie hierzu nähere Informationen für mich?
Vielen Dank im voraus
Angela

Das scheinen Bekannte aus der Schweiz zu sein. Dort gibt es so etwas wegen der "AHV-Volksrente"
Meint jedenfalls
Jonny

von
Angela

@ Jonny es ging nur um das deutsche Rentensystem.

@ Konrad Schießl FRG findet in diesem Fall auch keine Anwendung.

von
Angela

[quote=242611]
Ja, für jeden _separat_ ist die max. mögliche Einzel-Rente unter Berücksichtigung der jährlichen Beitragsbemessungsgrenzen zu ermitteln. Eine Zusammenrechnung/Begrenzung erfolgt zu Lebzeiten nicht ...bei günstigen Einkommensverhältnissen können Sie da zusammen 5000 EUR mtl. erhalten - ist aber eher nicht lebenswirklich.

Hallo W*lfgang,

vielen Dank für die Info, würde dies auch bedeuten, dass Renten aus einer Zusatzpensionsversicherung und eine vom AG finanzierte Betriebsrente dies nicht beeinflussen?
Und noch eine Frage zu Ihrer Aussage..."Eine Zusammenrechnung/Begrenzung erfolgt zu Lebzeiten nicht ..." spielt dies auf das Thema Rentensplitting an oder was meinen Sie genau damit?

von
Konrad Schießl

Ich meine Jonny hat recht, unabhängig von der
Gütergemeinschaft gilt in Deutschland als
höchstmögliche Rente, sei es in 40,45 oder
gar 50 Beitragsjahren die Höchstrente immer
bei Verdienst bis zur Bemessungsgrenze.
Werden ja wenig Frauen sein, die so weit kommen.
Es genügt eben nicht, hierzu nur den "Schnabel"-(bayerisch) zu wetzen wie dies mancher hier glaubt praktizieren zu müssen.

Davon hat der Leser sehr wenig, komme dem
-ohne Gehalt von der BfA gerne nach-nenne
hierfür folgende Daten und Hintergründe:

In 50 Jahren rückwärts gerechnet von 2014
91.2686 Entgeltpunkte( EP.) bei 29,21 West Rentenwert Euro 2665,96

in 45 Jahren 81.2703 EP. bei 29,21 RW.
Euro 2373,91,

in 40 Jahren 73.6012 EP. bei 29,21 RW.
Euro 2149,89 Bruttorente.

Minus 8,20% Krankenversicherung und
2,35-ohne Kind - 2,60% Pflegeversicherung.

MfG.

von
W*lfgang

Zitiert von: Angela
würde dies auch bedeuten, dass Renten aus einer Zusatzpensionsversicherung und eine vom AG finanzierte Betriebsrente dies nicht beeinflussen?
Angela,

aus Sicht gesetzliche Rentenversicherung sind weitere Altersversorgungseinkünfte ohne Bedeutung/keine Anrechnung auf die gesetzliche Rente. Ob es bei einer 'Zusatzpensionsversicherung' oder einer 'Betriebsrente' zur Anrechnung der gesetzlichen Rente kommt, kann ich mir auch nicht vorstellen ...ergibt sich aus den Versicherungsbedingungen/das Kleingedrucke bzw. der Satzung zur Betriebsrente - zur Sicherheit bei den betroffenen Unternehmen nachfragen.

Zitiert von: Angela

Und noch eine Frage zu Ihrer Aussage..."Eine Zusammenrechnung/Begrenzung erfolgt zu Lebzeiten nicht ..." spielt dies auf das Thema Rentensplitting an oder was meinen Sie genau damit?
...wenn es um Witwen-/Witwerrente geht. Da diese Rente abhängig vom eigenen Einkommen gezahlt wird (die wg. Todesfall abgeleiteten Renten zählen nicht) und der Freibetrag nur 771 EUR (West) beträgt, kann eine Witwen-/Witwerrente - besonders nach 'neuem' Hinterbliebenenrentenrecht - schnell mal gegen Null gehen. Dieses Thema ist etwas komplizierter, da sollten Sie sich in der nächsten Beratungsstelle einfach mal beispielhaft durchrechnen lassen, was im Sterbefall für Sie/Ihren Ehemann gelten würde.

Gruß
w.

von
Konrad Schießl

Jetzt wird aber das Wort"Rentenkappung"
für die Einkommensanrechnung bei Wit-
wen/Witwerrente missbraucht.

Schon richtig, die frühere Rente/Rentenan-
spruch für einen Verstorbenen, sei es mit
55 oder 60% an den Überlebenden Partner
weiter gezahlt. kann sich aber Brutto noch
vermindern, wenn das eigene Einkommen des Überlebenden bestimmte Grenzen über-
schreitet.

Dies auszurechnen ist wenig Anspruchsvoll und bewegt sich innerhalb der Grundrechen-
arten.
Für alle nicht bei der BfA Beschäftigten ein
lesbares Beispiel:

Angenommen eine Witwen / Witwerrente mit 60% Anspruch Euro 600 Brutto. mtl.

Die eigene Bruttorente aber 1200 monatlich,
vermindert um 14% Abzüge-168,ergibt

1032,00 Ausgangslage-minus
0771,14 das 26,4fache des Rentenwertes
West von 29,21(27,05 Ost)
-------------
0260,86 mit 40% -Euro 104,34 Euro an-
rechnungspflichtig ergibt die neue
Witwenrente( 600- 104,34 495,66
Brutto minus 8,20/ 2,35% 52,29
verbleiben Netto 443,37 Euro.

Bei der eigene Rente ändert sich dadurch nichts.

MfG.