von
verwirrt

Hallo,
bin Jg. 1966, geschieden, alleinerziehend mit 1 Kind und nach 10 Jahren Teilzeit (ohne priv. Altersvorsorge) jetzt wieder vollbeschäftigt.
Ist es in meinem Fall ratsam zu "riestern"? Welche Alternativen habe ich?

von
Schäuble, Michel Glos, Mißfelder, Raffelhüschen, 50-plus-Münte u. andere Freunde der Rente mit 70

Da Sie geschieden sind, müsste Ihr Versicherungskonto geklärt sein (Versorgungsausgleich). Schauen Sie in die Renteninformation, die Ihnen der Rentenversicherungsträger jährlich übersendet und lesen Sie ab, was Sie in Zukunft für eine Rente zu erwarten haben. Haben Sie einen gut bezahlten Job bis zum 67. Lebensjahr inne, wird vermutlich alles gut.

Sind Sie aber ab Mitte 55 von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht, sieht das alles nicht mehr ganz so gut aus. Als Hartz IV-Empfänger wird Ihr Jahrgang dann verpflichtet, den frühestmöglichen Rentenbeginn mit Abschlägen in Kauf zu nehmen. Das ist nach derzeitigem Rechtsstand das 63. Lebensjahr mit einem lebenslangen freundlichen Abschlag in Höhe von 14,4 % von der Bruttorente.

Gehen Sie unbedingt von der Prognose aus, dass es künftig keine Rentensteigerungen mehr geben wird, denn - bei zur Zeit guter Konjunktur- ist mit einer Nettorentenerhöhung für dieses Jahr in Höhe von NULL zu rechnen (man lebt vom netto, nicht vom brutto!). Bei sich verschlechternder konjunktureller Lage werden die Zuwachsraten wahrscheinlich nicht höher liegen, auch wenn diverse “Zauberer” dieses Ihnen versuchen weis zu machen. Faktoren, die schon jetzt gesetzlich festgeschrieben sind, sorgen dafür, dass die Rentenanwartschaften künftig so gut wie nicht mehr steigen können. Sie sollten mit einer jährlichen Geldentwertung von mindesten 2% rechnen.

Anhand Ihrer derzeitigen Ersparnisse können Sie nun ausrechnen, ob Sie es schaffen werden, gegen Inflation, Beitragssatzsteigerungen in Kranken- und Pflegeversicherung, sinkende Renten und einiges mehr anzusparen. Ihr Riesteranbieter hat Ihnen doch sicher seinerzeit mitgeteilt, mit welcher Rentenhöhe Sie rechnen dürfen. Bei Langzeitarbeitslosigkeit freut sich übrigens schon jetzt Ihre Arbeitsagentur darauf, dass sie die künftig zu zahlende Riester-Rente von der zu künftig zu zahlenden Grundsicherung in volle Höhe abziehen kann.

Hartz IV-Sicherheit gibt es nur in der Ansparphase - nicht aber in der Leistungsphase ab 60./62. Lebensjahr, Spätestens dann ist es mit der angeblichen Sicherheit vorbei!

Haben Sie keine Chance, je auf eine Versorgung über Grundsicherungsniveau zu kommen, stellen Sie lieber alle Vorsorgebemühungen ein.

von
Antonius

Lassen Sie sich von meinem "Vorredner" nicht verunsichern. Wenn ich so pessimistisch wäre wie er, hätte ich mir schon längst einen Strick genommen. Aber, Gott sei Dank, bin ich etwas optimistischer als er ! Die Riester - Rente ist z.Zt. eine recht attraktive Vorsorgeform - trotz aller Schwarzmalereien von "Amadé" und Konsorten !
Aufklärung tut Not. Aber diese permanente Verbreitung von "Weltuntergangsstimung" geht mir mittlerweile tierisch auf die Nerven !

Alles Gute !

von
Antonius

Hallo "Amadé" !

Tatsächlich ist in diesem Jahr nur eine recht bescheidene Rentenerhöhung von ca. 0,5 % zu erwarten. (Wenn überhaupt !) Das liegt aber an den recht moderaten Lohnsteigerungen des LETZTEN Jahres. Für das laufende Jahr 2007 sind allerdings, aufgrund der "boomenden" Konjunktur, deutlich höhere Lohnsteigerungen zu erwarten. Und das dürfte sich wiederum positiv auf die Rentensteigerungen des nächsten Jahres auswirken. Eine spürbar höhere Rentenerhöhung im Jahr 2008 und die folgenden Jahre ist also keineswegs so unrealistisch, wie Sie es hier laufend predigen.
Das es in diesem Jahr (vorausichtlich) überhaupt zu einer minimalen Rentenerhöhung kommt, hätte bis vor kurzem übrigens niemand für möglich gehalten. (Noch nicht einmal Herr Müntefering !)

MfG

"Leichtgewicht" Antonius

von Experte/in Experten-Antwort

Siehe Beitrag von" Schäuble usw."

von
dildo

mit dem STRICK

hätten SIE die

RENTENKASSE

entlastet.... so isses

mfg

dildo

von
Amadé

Hallo Antonius,

Ihre Wortwahl “Amadé und Konsorten“ ist nicht gerade als „fein“ zu bezeichnen. Ich bitte Sie, sich künftig zu mäßigen.

Im übrigen verweise ich auf die Antwort des Experten. Ihre Antwort war jedenfalls nicht gerade sachdienlich.

Mit freundlichem Gruß

Amadé

P.S. Ich bin nicht empfindlich - soll nur ein Hinweis sein.

von
Schäuble, Michel Glos, Mißfelder, Raffelhüschen, 50-plus-Münte u. andere Freunde der Rente mit 70

Lieber Antonius,

Gern erteile ich Ihnen hier an dieser Stelle noch ein wenig Nachhilfeunterricht in Sachen “zu erwartende Rentensteigerungen.”

Die Auswirkungen des Nachhaltigkeitsfaktors können Sie auch nicht mit dem Ihnen eigenen “Optimismus” kompensieren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeitsfaktor

http://www.janvonbroeckel.de/soziales/nachhaltigkeitsfaktor.html

Sie sind doch ein Freund der Fakten. Rechnen Sie bitte nach.

Viele Grüße von

Amadé

von
Antonius

Sie sind zwar nicht empfindlich aber unheimlich geltungsbedürftig ! Und für eine Entschuldigung sehe ich keinen Grund.

MfG

von
Antonius

Warten wir es doch erst einmal ab, Herr Oberlehrer ! Bei einer andauernden, guten Konjunktur, hätte der Nachhaltigkeitsfaktor überhaupt keine negativen Auswirkungen !

MfG

von
Amadé als Oberlehrer

Der Beruf des Oberlehrers ist ein sehr ehrenwerter (http://de.wikipedia.org/wiki/Oberlehrer ).

Sie lieben doch so sehr Fakten. Daher ochmals zur Auffrischung. Zum Thema nun die Ausführungen eines “Meisters seines Faches”:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=52136&dekade=1

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=52196&dekade=1

von
verwirrt

Vielen lieben Dank für die äußerst hilfreichen Antworten.

Schönes Restleben Ihnen allen noch.