von
Ulrike Schulte

Kunde mit laufendem Riester-Banksparplan möchte eine Teilentnahme zugunsten eines Riester-Bausparvertrages machen, um ihn bei Ablauf der Festzinsvereinbarung zur Tilgung zu verwenden. Ist das auch eine wohnwirtschaftliche Verwendung oder nur die unmittelbare Tilgung für das selbstgenutzte Objekt. Bitte um die Expertenstellungnahme.

von
Herz1952

Hallo Ulrike Schulte,

Sie können sich an den Antworten des vorigen Beitrages orientieren.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo "Ulrike Schulte",
ich hoffe doch sehr, dass die mögliche Entschuldung nach Ablauf der Festzinsbindung im Rahmen "Wohnriester" erfolgt.
Es wird somit auch ein Wohnförderkonto (WFK) eingerichtet/aufgebaut werden, welches Grundlage ihrer Besteuerung "im Alter" sein wird (sofern es nicht durch zukünftige Einzahlungen in einen anderen Riestervertrag abgelöst wird).

Sollte die Entnahme/Teilentnahme erfolgen, ohne das Kapital im Riestersystem (inkl. Wohnriester) zu belassen, so handelt es sich um eine schädliche Verwendung und sie müssten erhaltene Zulagen und ggf. Steuervorteile zurückzahlen (so z.B. beim Kauf/Entschuldung eines vermieteten Objekts).

Sollten Sie in Ihrem Riester-Banksparplan ungefördertes Geld angelegt haben, so können Sie dieses natürlich jederzeit durch Teilentnahme verwenden (soweit die Vertragsgestaltungen Ihres Anbieters dies zulassen). Eine schädliche Verwendung liegt in diesem Fall nicht vor.

Bei Teilentnahme müssen mind. 3000 Euro im Vertrag verbleiben und mind. 3000 Euro entnommen werden (d.h. der Vertrag muss mind. 6000 Euro "stark" sein) vgl. § 92a/1 S.1 Nr.1 EStG.

von
Ulrike Schulte

Lieber Experte, meine Frage ist noch nicht eindeutig beantwortet. Ist die Teilentnahme aus Geld-Riester zugunsten Wohn-Riester-BSV auch in der Sparphase des Riester-BSV zulässig?

Zitiert von:

Hallo "Ulrike Schulte",
ich hoffe doch sehr, dass die mögliche Entschuldung nach Ablauf der Festzinsbindung im Rahmen "Wohnriester" erfolgt.
Es wird somit auch ein Wohnförderkonto (WFK) eingerichtet/aufgebaut werden, welches Grundlage ihrer Besteuerung "im Alter" sein wird (sofern es nicht durch zukünftige Einzahlungen in einen anderen Riestervertrag abgelöst wird).

Sollte die Entnahme/Teilentnahme erfolgen, ohne das Kapital im Riestersystem (inkl. Wohnriester) zu belassen, so handelt es sich um eine schädliche Verwendung und sie müssten erhaltene Zulagen und ggf. Steuervorteile zurückzahlen (so z.B. beim Kauf/Entschuldung eines vermieteten Objekts).

Sollten Sie in Ihrem Riester-Banksparplan ungefördertes Geld angelegt haben, so können Sie dieses natürlich jederzeit durch Teilentnahme verwenden (soweit die Vertragsgestaltungen Ihres Anbieters dies zulassen). Eine schädliche Verwendung liegt in diesem Fall nicht vor.

Bei Teilentnahme müssen mind. 3000 Euro im Vertrag verbleiben und mind. 3000 Euro entnommen werden (d.h. der Vertrag muss mind. 6000 Euro "stark" sein) vgl. § 92a/1 S.1 Nr.1 EStG.

von
Jowocoll

Hallo Ulrike Schulte,

die Übertragung von gefördertem Altersvorsorgekapital von einem Riestervertrag auf einen anderen Riestervertrag fällt nicht unter schädliche Verwendung,
vgl. § 93 Absatz 2 Satz 3 EStG.

von
Jowocoll

Sorry, es muss heißen: §93 Absatz 2 Satz 1 EStG.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo "Ulrike Schulte",
die Entnahme/Teilentnahme aus Geldriester zugunsten Wohnriester ist auch in der Sparphase zulässig.
vgl. § 92a/1.S.1Nr.1 EStG
dort heißt es zusammengefasst
... kann das in einem Altersvorsorgevertrag gebildete Kapital ganz oder teilweise wie folgt verwenden: ..."
und dann unter Nr. 1
" ...bis zum BEGINN DER AUSZAHLUNGSPHASE unmittelbar für die Anschaffung oder Herstellung einer Wohnung oder zur Tilgung eines zu diesem Zwecks ufgenommenen Darlehens..."
Die Entnahme/Teilentnahme zur Entschuldung ist damit in der Ansparphase (jederzeit) möglich.

von
Ulrike Schulte

Lieber "Experte", herzlichen Dank für diese eindeutige Klarstellung und verlässliche Auskunft sagt

mit freundlichen Grüßen
Ulrike Schulte