von
Lars

Hallo,

wenn ich ins europäische Ausland verziehe und mir die Riesterrente dorthin auszahlen lassen möchte. Ist dies möglich?

von
E:

Die Rente dorthin überweisen zu lassen ist kein Problem. Ihre Frage zielt sicher darauf ab, ob die Zulagen wegen des Auslandsaufenthalts zurückgezahlt werden müssen. Das ist ein anderes Thema.Die Frage, ob dieZulagen zurückgezahlt werden müssen, wie es in den Unterlagen zur Riesterrente drinsteht, ist noch auf Ebene der Europakomission noch ungeklärt. Deutschland verlangt die Rückzahlung der Zulagen. Das ist jedoch unvereinbar mit Europäischem Recht.

von Experte/in Experten-Antwort

Bei Verzug ins Ausland würde nach dem derzeit geltenden Recht eine sogenannte "Schädliche Verwendung" eintreten. D. h. Alle Zulagen sowie Steuererstattungen die sie im Rahmen der Riesterrente erhalten haben müssten Sie zurückzahlen. Den Ertrag den das Produkt erzielt hat müssten sie dann nachträglich versteuern. Das was Ihnen dann noch übrigbleibt könnten Sie sich ins Ausland überweisen lassen.
Der Grund liegt darin, in der Ansparphase erhalten Sie vom Staat die Zulagen (Grundzulage, Kinderzulage) ggf. Steuerrückerstattungen d. h. die Riesterrente ist hier steuerfrei. Dafür will der Staat in der Auszahlphase der Riesterrente über die Steuer etwas davon zurückhaben. Die Riesterrente ist hier voll steuerpflichtig. Leben Sie im Ausland zahlen Sie hier in Deutschland keine Steuern mehr.
Aber wie bereits im Bericht von E. erwähnt kann sich durch die Europäische Kommission u. Rechtsprechung noch einiges ändern.

von
Bernhard

In diesem Zusammenhang sind aber auch die Details sehr wichtig, ich zitiere aus § 95 Abs. 2 EStG - Beendigung der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht des Zulageberechtigten:

"(2) Auf Antrag des Zulageberechtigten ist der Rückzahlungsbetrag (§ 93 Abs. 1 Satz 1) zunächst bis zum Beginn der Auszahlung (§ 1 Abs. 1 Nr. 2 des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes) zu stunden. Die Stundung ist zu verlängern, wenn der Rückzahlungsbetrag mit mindestens 15 vom Hundert der Leistungen aus dem Altersvorsorgevertrag getilgt wird. Stundungszinsen werden nicht erhoben."

Also Sie zahlen die "Förderung" in Raten von 15 % der monatlichen Rente zurück, und das ist im Vergleich zum Eingangssteuersatz doch sehr human.

Wenn man also in einem Staat lebt, der auf solche Renten keine oder niedrige Steuern erhebt (Ertragsanteil) oder ein DBA mit Deutschland hat (sehr oft der Fall), und im Alter nicht gerade auf dem Existenzminimum lebt, dann ist das eine durchaus vorteilhafte Regelung, und jedenfalls besser als die deutsche nachgelagerte Besteuerung.