von
Pi Ta

Hallo, meine volle EM-Rente endet nächsten Sommer, bin schon jetzt voller Panik,
WIE ES DANN WEITERGEHT... Kann dazu jemand Auskunft geben? Oder an wen kann ich mich mit meinen Fragen wenden?

AV ist ruhend, fürchte aber, direkt nach Arbeitswiederaufnahme die Kündigung zu bekommen (war immerhin 5 Jahre krank/berentet)...
Dann müsste ich mich arbeitslos melden. WOVON wird DANN das ALG berechnet und wie lange hätte ich Anspruch? (Gehe mal davon aus, daß ich max. 3 Monate im alten Job bin, bis deren Kündigung greift...)
Was, wenn ich direkt wieder krank werde? Habe ich dann überhaupt Anspruch auf KG? (nach Aussteuerung zahle ich ja seit Renteneintritt auch wieder KV-Beiträge...) Falls ja, WOVON wird DANN Krangengeld berechnet?

Wie wirkt sich meine bisherige Rente punkte-mässig auf die Anwartschaft zur späteren Altersrente aus? Sicher nicht positiv?

Ich habe solch eine Panik, nach Rückkehr aus der EM-Rente (von der ich meinen Lebensunterhalt z.Zt. plus/minus/Null gut bestreiten kann) in Hartz IV abzustürzen, daß ich schon jetzt wieder in tiefe Depression abzugleiten drohe....

Bitte, kann mir jemand Auskunft geben, danke...

von
Anne

Wer in der EM-Rente war, der hatte einmal große gesundheitliche Probleme. Lese ich mir Ihren Beitrag durch, stellt sich mir die Frage.

Ist eine Gesundung aus einer schweren Erkrankung ein Glücksfall

oder bricht nach der Gesundung die soziale Sicherheit zusammen und das Gesund werden wird zur Belastung ?

von
mutti

Zuerst einmal sollte sie Ruhe bewahren. Wenn sie sich mit solchen horrorszenarie verrückt machen, können sie doch auch gar nicht mehr arbeitsfähig werden.

1. Rechtzeitig, also 3 bis 4 Monate vor dem Ende der Erwerbsminderungsrente erhalten Sie einen antrag/Fragebogen für die weitergewährung. Diesen füllen Sie ganz besonnen aus und senden ihn wieder (zzgl. Etwaiger neuer medizinischer unterlagen, die nach dem letzten bewilligungsbescheid entstanden sind) zurück.
Der Vorgang geht dann zum medizinische Dienst der Rentenversicherung. Die Prüfen dann dann, ob bereits auf Grund der vorhandenen Unterlagen eine weitergewährung aus medizinischen Gründen entsprochen werden kann. Falls nicht erhalten Sie ein Schreiben zwecks Begutachtung.
Die Begutachtung nehmen Sie dann wahr.
Nachdem das Gutachten ausgewertet wurde erhalten Sie einen entsprechenden Bescheid, der dann so aussieht.
1. Rente auf Dauer
2. Weiterbefristung bis xxxx oder
3. Weitergewährung wird abgelehnt.

Erst wenn aus den vielen o.g. Möglichkeiten 3. Zustände kommt, dann sollten sie sich mal beim Arbeitgeber mrlden. Des Weiteren sollten Sie von ihrem Rechtsweg Gebrauch machen (Widerspruxh, klage) falls sie sich selbst für nicht erwerbsfähig erachten.
Ferner sollte auch bedacht sein, dass sie ggf. Dennoch arbeitsunfähig sind. Dann sollten Sie sich mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen-ggf. Anschließend mit der Agentur für arbeit.

In ihrem Beitrag spielen Sie schon den 2. Vor dem 1. Schritt durch. Warten Sie Erdteil das Verfahren zur Weitergewährung ab.

von
elga

@mutti
in meinem rentenbescheid steht, dass die rente zum datum x ohne weitere benachrichtigung endet, ich könne aber 3 monate vorher einen weiterbewilligungsantrag stellen.

also sollte Pi Ta das von sich aus im auge behalten.

diesen antrag kann man sich auch selbst aus dem net ziehen. einfach nach "antrag auf weiterbewilligung der erwerbsminderungsrente" googlen
und man sollte auch noch einen monat ranhängen, denn die drv muhlen mahlen nicht schnell.
ansonsten, Pi Ta, nicht verückt machen lassen, sonst ist die gesundheit ganz schnell wieder hin.

von
Mutti

Zitiert von: elga

@mutti
in meinem rentenbescheid steht, dass die rente zum datum x ohne weitere benachrichtigung endet, ich könne aber 3 monate vorher einen weiterbewilligungsantrag stellen.

also sollte Pi Ta das von sich aus im auge behalten.

diesen antrag kann man sich auch selbst aus dem net ziehen. einfach nach "antrag auf weiterbewilligung der erwerbsminderungsrente" googlen
und man sollte auch noch einen monat ranhängen, denn die drv muhlen mahlen nicht schnell.
ansonsten, Pi Ta, nicht verückt machen lassen, sonst ist die gesundheit ganz schnell wieder hin.

1.) dafür brauch man keine suchmaschine um den antrag zu finden.
man geht auf deutsche-rentenversicherung
-> anträge
-> http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_und_antraege/_pdf/R0120.html

2.) wir senden unsere weitergewährungsanträge immer 5 monate vor ende raus - ob die leistungsempfänger sich bei uns melden oder nicht.

3.) Die monatliche statistische Auswertung sagt für meine arbeitsgruppe aus, dass ich/wir (zu sechs) vom eingang des weitergewährungsantrages bis zur bescheiderteilung durchschnittlich sechs wochen brauchen.
das was die meiste zeit frist, ist das warten auf einem freien termin beim gutachter.

Langsame Mühlen sind, bei allem respekt, etwas anderes.

von
Pi Ta

Ganz lieben Dank an alle, die geantwortet haben, daß sich "wildfremde" Menschen für mich solche Mühe machen, berührt mich tief, danke.

Jedoch: es geht mir nicht um EMR-Verlängerung, damit würde "das Problem/die Fragestellung" nur aufgeschoben, nicht aufgehoben; als 53-Jährige habe ich noch einiges an "Erwerbsjahren" vor mir bis zur Altersrente und sooooo lange wird KEIN Therapeut meine Arbeitsfähigkeit anzweifeln...
Nur zur Vorbeugung von Missverständnissen:
ich wurde damals zwangs-berentet nach Begutachtung durch DRV-Psychiater;
nach -immer noch andauernder- Psychotherapie musste ich einsehen, daß es das Beste war. Nun aber sieht mein Therapeut Erfolge, die mir verborgen bleiben, von daher wird er kaum eine Verlängerung unterstützen und ich muss mich nun mit den Folgen der Zwangsverrentung - hier also Wiedereintritt ins Berufsleben- auseinandersetzen respektive ergeben sich jetzt all die im ersten Post formulierten Fragen...

ANNE trifft es auf den Punkt:
quote:
oder bricht nach der Gesundung die soziale Sicherheit zusammen und das Gesund werden wird zur Belastung ?
:unquote

Vielleicht mag ja jemand konkret zu den Fragen Stellung nehmen?
Ganz lieben Dank.

von
KSC

Wenn die Rente irgendwann nicht mehr verlängert werden sollte, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Sie finden Arbeit und erhalten Lohn und wenn Sie dann erneut erkranken möglicherweise Krankengeld.
Oder Sie finden keine Arbeit, suchen aber welche und sind arbeitslos.

Ob und wielange Sie Krankengeld bekommen, erfragen Sie bei Ihrer Krankenkasse.
Über ALG (Anspruch, Höhe, Berechnungsgrundlage) erkundigen Sie sich beim Arbeitsamt.

Ob Sie sich umsonst Sorgen machen und wie begründet Ihre Befürchtungen sind, kann im Forum keiner wissen.
Wenn Sie heute bereits "in Panik kommen" weil Sie nicht wissen wie es im nächsten Sommer (meinen Sie 2015 oder 16?) weitergeht, scheinen Sie mir nicht all zu stabil zu sein. Aber das zu beurteilen ist Sache der "Psycho-Profis".

von
elga

@mutti

2.) wir senden unsere weitergewährungsanträge immer 5 monate vor ende raus - ob die leistungsempfänger sich bei uns melden oder nicht.

3.) Die monatliche statistische Auswertung sagt für meine arbeitsgruppe aus, dass ich/wir (zu sechs) vom eingang des weitergewährungsantrages bis zur bescheiderteilung durchschnittlich sechs wochen brauchen.
das was die meiste zeit frist, ist das warten auf einem freien termin beim gutachter

ich sage ja nur, dass im meinem bescheid steht, dass die zahlungen zum datum x enden, ohne dass ich vorher noch einmal drauf hingewiesen werde. wenn ihr das in der agr anders handhabt, haben eure kunden schkichtweg glück, dass ihr euch so einsetzt. ich wollte auch niemanden beleidigen oder unterstellen, er arbeite langsam, jedoch mahlen auch die mühlen langsam, wenn es so lange mit dem gutachtertermin dauert.

im übrigen muss ich mal sagen, dass hier im forum die leute ganz schön empfindlich sind und alles sehr persönlich nehmen

von
???

Eine Verbesserung Ihres Gesundheitszustandes ist nicht gleichbedeutend damit, dass Sie wieder erwerbsfähig sind.
Vielen EM-Rentnern geht es nach der Rentenbewilligung erst mal besser. Von einer vorerst klaren Einommenslage über die Tatsache, dass man sich schonen kann - Gründe gibt's da viele. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass diese Personen deswegen wieder wie früher arbeiten können.
Sie sollten daher - falls noch nicht geschehen -- erstmal mit Ihrem Arzt klären, ob er nur der Meinung ist, dass es Ihnen besser geht oder ob er glaubt, dass Sie wieder arbeiten können. Die nächste Frage wäre, auch in Ihrem alten Beruf?

Als "Vorbereitung" auf Ihren beruflichen Wiedereinstieg (nach Ihrer Schilderung wird der wohl über kurz oder lang kommen) sollten Sie den Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber halten. Schauen Sie mal dort vorbei, melden Sie sich telefonisch. Vielleicht können Sie ja dort auch stundenweise arbeiten?
Falls nicht, versuchen Sie anderweitig einen passenden Nebenjob zu finden oder ehrenamtlich tätig zu sein. Alles was Ihnen zeigt, was Sie leisten können, macht Sie sicherer und hilft Ihnen weiter.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Pi Ta,
die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst sind folgende:
Ruhig bleiben, nicht verrückt machen lassen und Weitergewährung der jetzt laufenden Erwerbsminderungsrente auf jeden Fall als Alternative sehen (da niemand sagen kann wie die Rentenversicherung Ihren Gesundheitszustand bewerten wird).

Zur Diskussion des Zeitpunktes der Weitergewährung folgendes:
Beantragen Sie die Weitergewährung frühzeitig (ruhig 4-5 Monate vor dem Zeitrentenende).
Die bisherige Rente wird automatisch wegfallen, die Rentenversicherungsträger informieren aber regelmäßig nochmals zum Ende der Zeitrente und weisen auf die Möglichkeit eines Weitergewährungsantrages hin (was rechtlich nicht notwendig wäre, aber als Serviceleistung regelmäßig erbracht wird).

Zu Ihrer zukunftsbezogenen Frage was alles sein könnte, kann ich nur empfehlen, dass Sie auf Ihre jeweilige Lage reagieren müssen.
Der Blumenstrauß an theoretischen Möglichkeiten ist so vielfältig, dass hier niemand -auch nur ansatzweise- alle denkbaren Konstellationen erörtern kann. Es bestehen einfach derart viele unbekannte (wird Rente weitergezahlt??, volle Rente oder Teilrente, klappt das mit Ihrem Arbeitgeber oder gibt es die befürchtete Kündigung, und, und, und), dass es den Rahmen dieses Forums sprengen würde, zu allen Varianten Stellung zu nehmen.

von
Anne

Zitiert von: elga

Zu Ihrer zukunftsbezogenen Frage was alles sein könnte, kann ich nur empfehlen, dass Sie auf Ihre jeweilige Lage reagieren müssen.

Das ist die Sichtweise eines gesunden Menschen. Jede Person im Vollbesitz seiner Kräfte würde auf jede Veränderung reagieren.

Für kranke Personen ist dieses spontane Reagieren oftmals nicht mehr möglich, man verliert sich formularischen Anforderung und resigniert. Gerade die Rentenversicherung ist eine bürokratische Hürde mit vielen Unbekannten, wobei doch deren Klientel gerade kranke Personen sind.

Der ganze Formular- und Vorschriftendschungel ist von Gesunden für Gesunde gemacht. Kranke Menschen stehen geschockt und hilflos vor einer Mauer.

von
erstaunter mitleser

da kann ich anni nur zustimmen, gerade wenn man wegen psychischer probleme eine em. rente bezieht ist es doch eine wahnsinnige belastung auf alles zu reageren.

von
Kapunkt

Zitiert von: Anne

Für kranke Personen ist dieses spontane Reagieren oftmals nicht mehr möglich, man verliert sich formularischen Anforderung und resigniert. Gerade die Rentenversicherung ist eine bürokratische Hürde mit vielen Unbekannten, wobei doch deren Klientel gerade kranke Personen sind.

Der ganze Formular- und Vorschriftendschungel ist von Gesunden für Gesunde gemacht. Kranke Menschen stehen geschockt und hilflos vor einer Mauer.

Wenn mit den Formularen überfordert sind, sollte Sie eventuell darüber denken, jemanden zu legitimieren/bevollmächtigen- ggf. aus Verwandten-/oder Freundeskreis oder einem Sozialverband - der diese behördlichen Angelegenheiten für Sie regelt.

von Experte/in Experten-Antwort

@ Anne
@ erstzaunter Mitleser
@ Kapunkt
danke für Ihre Statements, Beiträge und Kommentare.

Bezugnehmend auf die Ausgangsfrage von Pi Ta möchte ich allerdings darum bitten, keine weitere Verunsicherung und/oder Panikmache zu befeuern. Im Grunde ist es schon für gesunde Menschen anspruchsvoll sich im Behördenwald von Krankenkasse, Jobcenter, Arbeitsamt, Rentenversicherung und Rehabilitationsbehörden zu orientieren.
Für gesundheitlich angeschlagene Menschen ist dies unter Umständen tatsächlich ein schwerwiegendes Hemmnis/Hinternis
Den Hinweis sich ggf. eines Helfers (z.B. im Rahmen einer Bevollmächtigung) zu bedienen finde ich sehr wertvoll.

von
erstaunter mitleser

ich bin mit meinen Rentenantrag zu einen Versicherungsältesten gegangen und muss sagen, ich war entsetzt. Der mann war herrisch hat einen nicht zu Wort kommen lassen und war auch nicht gerade kompetent.
Ich möchte nicht unterstellen, dass die Versicherungältesten alle so sind, das ist nur meine Erfahrung.
ich habe dann meinen Rentenantrag genommen und bin wieder gegangen.

von Experte/in Experten-Antwort

@ erstaunter mitleser,
aus Erfahrung kann ich eigentlich nur durchweg positive Rückmeldung von Kundinnen/Kunden zu Versichertenältesten/Versichertenberatern vermelden. Von daher ist Ihre Erfahrung traurig, aber ziemlich sicher nicht der Regelfall.

Alternativ gibt es noch die Auskunfts- und Beratungsstellen der Rentenversicherung selbst. Leider sind diese nicht ganz so dezentral verteilt wie z.B. die Versichertenältesten.

von
Anne

Es kommt auch darauf an, wo man wohnt.

Als mein Lebensweg mich zur Antragstellung der damaligen Erwerbsunfähigkeitsrente geführt hatte, lebte ich in Frankfurt am Main.

Dort gab es eine Niederlassung der damaligen BfA und wir konnten gemeinsam alle Dokumente und Anträge ausfüllen. Ich fühlte mich damals gut aufgehoben und beraten.

Die Terminvereinbarungen waren alle zeitnahe.

Ich würde immer eine Niederlassung der DRV zur Hilfe aufsuchen.