von
olga

Guten Abend
Ich versuche es kurz zu halten. Ich hatte 2003 einen schlimmen Unfall und mir wurde 2005 die Rente angeboten und ich habe abgelehnt, weil ich mich nicht damit abfinden konnte. Dann Kündigung wegen fehlender Rekonvaleszenz und dann habe ich mich selbst gemacht nachdem ich gut mit Morphium etc eingestellt war. Jetzt ging es ein paar Jahre wirklich gut und seit letztem Jahr im April bin ich wieder krank weil sich mein Zustand sehr verschlechtert hat und ich es aber lange nicht merkte aufgrund des vielen Morphium. Jetzt hat mir die Rentenversicherungs Beraterin geraten, zu versuchen nachträglich von 2003 (da waren die Voraussetzungen erfüllt, danach habe ich nicht mehr eingezahlt weil ich ja nur eine Mini Selbständigkeit hatte und ich es mir nicht leisten konnte und auch gar nicht soweit gedacht habe dass es mal noch schlimmer werden könnte :((
einen Renten Antrag zu stellen und es dem Gutachter zu überlassen weil ich ja nicht viel verlieren könnt. Jetzt weiß ich nicht was ich machen soll. Ich habe mich ja während der letzten Jahre nie krank schreiben lassen weil ich ja selbständig war. Bestehen da überhaupt Chancen? Meine Psyche ist ziemlich im Keller. ..und eine Ablehnung würde mich noch mehr runter ziehen.
Danke für die Mühe
Olga

von
schade

Wer im Forum sollte Ihre Chancen bewerten können?

Heute im Jahr 2015 nachzuweisen, dass man bereits seit 10 - 12 Jahren erwerbsgemindert ist, wird schwer.
Unmöglich ist es jedoch nicht.

Aber wie gesagt, die Chance beurteilen kann höchstens Ihr Arzt.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Olga,
grundsätzlich stellt der medizinische Dienst bei einem Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung auf den aktuellen Gesundheitszustand ab. Sollten Sie einen Antrag stellen, müssen Sie damit rechnen, dass Sie einen Ablehnungsbescheid erhalten, ohne dass eine Aussage zur Erwerbsfähigkeit gemacht wird. Ausgehend vom Datum der Antragstellung sind die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt. Gegen diesen Bescheid könnten Sie Widerspruch einlegen. Als Widerspruchsbegründung wäre anzuführen, dass bei Ihnen bereits seit 2003 Erwerbsminderung vorliegt.

von
=//=

Wenn der Rentenantrag gestellt wird, sollten Sie gleich angeben, dass Sie sich ab 2003 erwerbsgemindert sehen. Diese Angaben sollten Sie so begründen, wie Sie es hier getan haben.

Dem Antrag sollten Sie unbedingt ärztliche Unterlagen ab 2003 beifügen! Fragen Sie Ihren Arzt danach. Ohne "Nachweise", wie es Ihnen seit 2003 geht, wird der Rentenantrag mit Sicherheit abgelehnt. Es ist eben schon ein sehr langer Zeitraum und Sie sind in der Beweispflicht.

Wie der Sozialmedizinische Dienst der DRV dann Ihr Leistungsvermögen einschätzt und vor allem ab welchem Zeitpunkt, kann hier im Forum niemand wissen. Und zu verlieren haben Sie tatsächlich nichts.

War es ein privater Unfall oder ein Arbeitsunfall? Wenn Arb.Unfall - beziehen Sie eine Unfallrente von der Berufsgenossenschaft?

von
olga

Vielen lieben Dank für Ihre Antworten. Der Unfall war ein privater Unfall mit einem Pferd. Die Rentenversicherung hat auch bei der Pferde Haftpflichtversicherung Regress genommen. Das hatte die Rentenberaterin in ihrem Verlauf. 2010 bin ich auch von der Rentenversicherung nochmal angeschrieben worden, da ging es wahrscheinlichaauch um Regress und ich habe
dort auch angegeben dass ich nur ganz

eingeschränkt arbeiten kann aufgrund meiner
schmerzen. Dachte da aber noch nicht daß es mal
l noch schlimmer werden kann.
Dann werde ich nach ihren Antworten auf jedenfall
Einspruch erheben müssen.
Dankeschön

von
olga

Jetzt habe ich von einem Krankenkassen Profi die Auskunft bekommen dass ich sehr wohl was zu verlieren hätte. Wenn die Rentenversicherung jetzt eine Erwerbsfähigkeit fest stellt, was momentan sehr wahrscheinlich ist, dann hätte die Ablehnung Konsequenzen weil ich ja im Moment nicht die Voraussetzungen erfülle. Dann bliebe mir nur die Klage und das würde Jahre dauern und das würde ich körperlich gar nicht durchstehen. Ich soll erst den Antrag stellen wenn ich die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt habe. Sehen Sie das genauso? Die Rentenberaterin meinte ich hätte nichts zu verlieren? Bin jetzt vollkommen verunsichert ...
Danke

von Experte/in Experten-Antwort

Die Antwort meines Vorgängers hat wohl unterstellt, dass zwischen 2003 und 2015 ein zu langer Zeitraum besteht, der eine durchgehende Erkrankung nicht vermuten lässt.
Mein Tipp jetzt wäre: Stellen Sie den Antrag, in der Anlage R210 schreiben Sie klar und deutlich, dass Ihr Krankheitsbild seit 2003 unverändert besteht. Die geringf. Selbständigkeit kann dies eigentlich nur bestätigen. Die behandelnden Ärzte werden wohl eine durchgängige Behandlung bestätigen können.
Wird der Leistungsfall von damals heute erneut anerkannt, wären die Voraussetzungen immer noch erfüllt.

von
olga

Herzlichen Dank

von
olga

Leider doch alles ganz anders :(
Wenn ich jetzt rückwirkend den Renten Antrag stelle und der Gutachter liest nicht was ich zusätzlich geschrieben habe und er stellt jetzt 2015 die Erwerbsfähigkeit oder Minderung statt und ich habe jetzt nicht die Versicherungs rechtlichen Voraussetzungen, dann muß ich dagegen klagen und das ist aussichtslos und ich verbaue mir die Erwerbsminderung bis zur Alters Regel Rente. Bin dann doch falsch beraten worden. Zum Glück hatte ich einen Profi an der Seite der mich beraten hat und alles in Erfahrung gebracht hat sonst würde ich noch aussichtsloser
Da stehen.
Vielleicht ist es für andere eine Hilfe sich an mehreren Stellen beraten zu lassen. Und ich dachte nach der aussage der Renten Beraterin ich hätte nichts zu verlieren. ...