von
Monika Berger

Ich bekomme zur Zeit volle Erwerbsminderungsrente. Dazu habe ich einen Job auf 450€ Basis für ein paar Stunden die Woche. Nun möchte ich mich ( Kleinunternehmenr) dazu selbstständig machen.
Ich hoffe, dass die Selbstständigkeit AUF DAUER den 450€ Job ablösen wird. Aber in nächster Zeit erwarte ich aus der Selbstständigkeit noch keine Einnahmen, eher Ausgaben für Werbund etc. Ist es grundsätzlich möglich, BEIDES zu sein, angestellt und selbstständig? Und wie werden die Einnahmen verrechnet? Danke für jeden Tipp!

von
W*lfgang

Hallo Monika Berger,

beide Einkommensarten werden _in der Summe_ mit dem zulässigen max. Hinzuverdienst zu berücksichtigen sein. Wenn die Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit bisher nur null EUR steuerrechtlichen Gewinn neben dem Minijob ergeben, ist das kein Problem für die Hinzuverdienstgrenze neben der EM-Rente.

Möglicherweise aber ein Problem, wenn es um den gemeinsamen zeitlichen Umfang der beiden ausgeübten Tätigkeiten geht - da ja nur ein Beschäftigungsumfang von weniger als 3 Std. täglich festgestellt worden ist. Auch kein Problem, wenn der zeitliche Umfang höher ausfällt und zu Lasten der eigenen (Rest)Gesundheit geht

Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag/letzten von Sozialröchler:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=46&no_cache=1&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=27669

Natürlich sind Sie gegenüber der DRV in der Pflicht, jede Aufnahme einer/neuen Tätigkeit mitzuteilen.

Gruß
w.

von
L.

Zitiert von:

beide Einkommensarten werden _in der Summe_ mit dem zulässigen max. Hinzuverdienst zu berücksichtigen sein.

bitte nicht missverstanden. Das gilt nur, wenn aus beiden Einkommenarten ein 'Gewinn' erzielt wird.
' In der Summe ' beudeutet hier nicht, dass sie z.B. einen Verlust aus der Selbständigen Tätigkeit mit den Einnahmen aus der Beschäftigung gegenrechnen dürfen, also z.B.

+ 600 EUR mtl. aus der Beschäftigung und
- 200 EUR mtl. aus der Tätigkeit

ergibt eben NICHT + 400 EUR mtl.,

sondern (im Rahmen der Überprüfung zur Einhaltung der Hinzuverdienstgrenzen)
+ 600,- EUR und 0,- EUR,

von
KSC

Stellt sich unabhängig vom Gewinn aus der Selbständigkeit natürlich die Frage wie "voll erwerbsgemindert" jemand ist, der es trotz voller EM schafft einen 450 € Job zu bewältigen und noch Kraft und Energie für eine Selbständigkeit hat - aber all das hängt natürlich von den individuellen Verhältnissen ab.

Nur wundern darf man sich nicht, wenn in so einem Fall die EM angezweifelt werden würde.

Man kann Nachfragen auch selbst heraufbeschwören.

von
W*lfgang

Zitiert von: L.
bitte nicht missverstanden.
L.,

so meinte ich es auch, dass nur die positiven Summen zu addieren sind (negative aus selbständiger Tätigkeit natürlich nicht gegengerechnet werden können) - insofern danke für die Ergänzung/ich es nicht korrekt formuliert habe :-)

Und wie KSC anschließend sagte: Nachfragen könnten folgen/provoziert werden, aber auch völlig unbegründet sein.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Monika Berger ,

den umfangreichen Ausführungen von W*lfgang stimmen wir im vollen Umfang zu.

Bei Zusammenrechnung von Minijob und Kleingewerbe, darf die monatliche Hinzuverdienstgrenze von 450,00€ nicht überschritten werden. Auch die tägliche Arbeitszeit von unter 3 Stunden sollte bei einer Kontrolle nicht regelmäßig überschritten werden.