von
Uli

Im einem neuen Beitrag auf dieser Seite steht zu gesetzlichen RV:

"Sicherheit
Die Rentenversicherung ist in guten Händen... Und für die Sicherheit sorgt zusätzlich der Staat. Er garantiert dafür, dass jeder Rentner der gesetzlichen Rentenversicherung jeden Monat pünktlich seine Rente bekommt. Dabei hilft ihm das System der sogenannten Umlagefinanzierung.
Umlagefinanzierung heißt: Mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rente wird am Aktien- oder Geldmarkt nicht spekuliert. Alle Einnahmen werden in Leistungen für die heutigen Rentner, Rehabilitanden und Hinterbliebenen sofort ausgezahlt. Es gibt also keine Kapitalanlagen, die in Krisenzeiten an Wert verlieren. Turbulenzen an den Finanzmärkten können die vom Staat verbürgte Sicherheit der gesetzlichen Rente nicht gefährden."

Können denn Turbulenzen (wenn auch indirekt) die vom Staat verbürgte Sicherheit der gesetzlichen Rente gefährden?
Die Turbulenzen verursachen niedrigere Löhne und Gehälter und Kurzarbeit = weniger Beitragseinnahmen fürs Umlageverfahren. Weiterhin werden demnächst tausende neuer arbeitslose Bürger erwartet (Schaeffler macht da vermutlich leider nur den Anfang). Dies bedeutet noch weniger Einnahmen der RV, denen trotzdem Rentenansprüche gegenüberstehen - die Zeit des Alo-Geld-Bezuges zählt ja als Beitragszeit und bedingt evtl. weiterhin (im Gegensatz zu früher) die Möglichkeit, sich durch die Arbeitslosigkeit einen Erwerbsminderungsrentenan-
spruch zu erwerben.
Der Staat muss also nicht nur den Banken und Firmen etwas zuschießen, sondern auch immer mehr den Sozialversicherungen (der Bereich KV sei hier jetzt mal ganz außen vor).
Wie lange das noch bei immer stärker ansteigender Verschuldung des Staates gut gehen kann?

von
Öha

ganz einfach: bei einer ordentlichen Inflation lassen sich Schulden bequem aussitzen...!

Experten-Antwort

Hallo Uli,

natürlich wird die Finanzkrise indirekt auch Einfluss auf die Finanzsituation der Rentenversicherung haben, wenn z.B. wegen geringerer Verdienste, wegen vieler Kurzarbeiter oder mehr Arbeitslosigkeit auch weniger Beiträge gezahlt werden. Da gibt es nichts zu beschönigen. Aber alle Krisen dieser Art (1. Weltkrieg, Inflation 1923/24, Weltwirtschaftskrise 1929/30, 2. Weltkrieg, Währungsreform) hat die gesetzliche Rentenversicherung gemeistert und die Rentenzahlungen nicht unterbrechen müssen.
Die monatliche Auszahlung der Renten wird - neben der Umlagefinanzierung durch die monatlich eingehenden Beiträge - auch durch die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage gesichert. Und wenn diese unter einen bestimmten Mindestwert fallen sollte, ist gesetzlich festgelegt, dass die Beiträge steigen müssten.
Soweit ist es jedoch im Moment bei weitem nicht - Sie brauchen sich also um die monatliche Auszahlung der Renten keine Sorgen machen.

Und jetzt noch zur Staatsverschuldung, auch da haben uns andere Länder bereits heute weit überholt (auch wenn das kein Trost ist). Suchen Sie doch mal im Internet dazu.