von
Vienna

Guten Morgen,
ich habe eine knifflige Frage, zu der ich keine Antworten finde, da die Situation nicht in die vorgegebenen Schemata passt:
Ich bin deutscher Staatsbürger, arbeite vom Homeoffice in Deutschland aus für einen begrenzten Zeitraum (exakt 182 Tage) für einen österreichischen Arbeitgeber, der keinen Sitz in Deutschland hat. Meine Fragen:
Wohin müssen in diesem Fall die Beiträge für die Sozialversicherung abgeführt werden? Bei welcher Sozialversicherung muss ich gemeldet sein - Österreich oder Deutschland?
Wenn der Arbeitgeber mich in bei der Sozialversicherung in Österreich angemeldet hat, wie kann ich erreichen, dass Kontinuität in den Sozialversicherungen in Deutschland bestehen bleibt?
Allerbesten Dank für Ihre Antwort!

von
Onkel Otto

Der Sitz des AG ist maßgeblich.In Ihrem Fall führt der AG die Sozialabgaben in Östwerreich ab,somit sind Sie auch in Österreich versichert.
Sollte einmal der Rentenfall eintreten,erhalten Sie aus den in Deutschland und Österreich abgeführten Beiträgen auch Ihre Rente.

von
Rob

Ich denke, wenn Sie die Tätigkeit in Deutschland ausüben und hier wohnen greifen die deutschen SV-Vorschriften. Ihr österreichischer Arbeitgeber muss diese SV-Vorschriften so anwenden, als ob er einen Betriebssitz in Deutschland hätte.

von
Vienna

Zitiert von: Rob

Ich denke, wenn Sie die Tätigkeit in Deutschland ausüben und hier wohnen greifen die deutschen SV-Vorschriften. Ihr österreichischer Arbeitgeber muss diese SV-Vorschriften so anwenden, als ob er einen Betriebssitz in Deutschland hätte.

Danke, Rob. So ist es wohl in der
"Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit" (Amtsblatt der Europäischen Union L166 vom 30. April 2004 in Artikel 11 Abs. 3 lit. a auch vorgesehen. Das war ein recherchereiches Wochenende ;-) - bestätigt durch GKV bzw. http://www.dvka.de mit Sitz in Bonn.

von
Rob

Noch ein Nachtrag: Um den Arbeitgeberpflichten nachzukommen, kann der Arbeitgeber entweder einen Steuerberater in Deutschland beauftragen oder auf Sie übertragen werden (Art. 21 VO EG 987/2009)

von
Vienna

Zitiert von: Rob

Noch ein Nachtrag: Um den Arbeitgeberpflichten nachzukommen, kann der Arbeitgeber entweder einen Steuerberater in Deutschland beauftragen oder auf Sie übertragen werden (Art. 21 VO EG 987/2009)

Danke für den Hinweis. In praxi würde das dann bedeuten, dass der Arbeitgeber mir ein Bruttogehalt zzgl. der Arbeitgeberanteile überweist und ich diese selbst versteuere und die entsprechenden Abgaben an die Sozialversicherungsträger abführe?

von
Rob

So könnte es funktionieren. Vielleicht kann noch die Krankenkasse, die die Beiträge ja einzieht nähere Auskünfte dazu erteilen.

von Experte Experten-Antwort

Hallo Vienna,

ich kann mich den Ausführungen von "Rob" anschließen.