von
Airean

Ich habe bis 1989 im Beitrittsgebiet gelebt, ab 1990 in den alten Bundesländern. Für meine Beiträge in der DDR erhalte ich also keine Entgeltpnkte ( Ost) sondern Entgeltpunkte (" West"). Werden die Verdienste trotzdem mit dem Faktor aus Anlage 10 hochgerechnet wie bei der Berechnung der Entgeltpunkte ( Ost) ?

von
W*lfgang

Hallo Airean,

Ja. Hochgerechnet wird immer für DDR-Entgelte bzw. für Zeiten im Beitrittsgebiet.

Das ist eben der Sinn der Stichtagsregelung, dass bei Zuzug Ost-West ab 18.05.1990 nur noch EP Ost entstehen, die einen kleineren aktuellen Rentenwert (27,05 €) haben, während die Entgeltpunkte "West" den höheren (29,21 €) haben.

Zum damaligen Zeitpunkt wurden die DDR-Zeiten aber noch in FRG-Zeiten 'umgerechnet', so als wäre die Beschäftigung im Westen ausgeübt worden mit entsprechender Zuordnung der West-Entgelte ...noch ein paar Wochen/Monate länger und alle DDR-Rentner wäre rübergemacht :-) Deswegen wurde in dem damaligen Staatsvertrag BRD/DDR diese Regelung aufgenommen.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Entgeltpunkte für Zeiten im Beitrittsgebiet werden nach dem SGB VI ermittelt, indem der Verdienst mit dem Wert der Anlage 10 vervielfältigt und dann durch das Durchschnittsentgelt des entsprechenden Jahres geteilt wird. Erst nach der Ermittlung der Entgeltpunkte erfolgt die Zuordnung, ob diese als Entgeltpunkte oder als Entgeltpunkte Ost bewertet werden.

Zeiten im Beitrittsgebiet vor dem 19.05.1990 sind als Entgeltpunkte Ost zu bewerten, es sei denn, der gewöhnlichen Aufenthalt war am 18.05.1990 im Bundesgebiet ohne das Beitrittsgebiet. Zeiten im Beitrittsgebiet ab dem 19.05.1990 werden grundsätzlich mit Entgeltpunkten Ost bewertet.