von
Rennie

Mir wurde eine 6-wöchige psychosomtische Reha bewilligt, die ich am 25.09.08 antreten sollte. Nun hatten meine Eltern am 26.09.2008 goldene Hochzeit und am 25.09.2008 hatte ich einen Termin bei der Staatsanwaltschaft.Ich habe also bei der Klinik angefragt, ob es möglich sei die Reha etwas zu verschieben. Dazu kam, dass meine 14- jährige Tochter ab dem 13.10.2008 zu einem 3- wöchigen Praktikum muss und ab dem zeitraum für 3 Wochen bei meinen Eltern untergebracht wäre. Auch wenn sie schon 14 ist so kann ich sie unmöglich 6 Wochen alleine zu Hause lassen. Wir wohnen auf dem Lande ohne Busverbindung und dadurch gestaltet sich der Schulweg schon so, dass ich sie morgens zur 5 km entfernten Haltestelle imNachbarort bringen muss. in dem Falle 3Wochen zu überbrücken gerade so machbar aber 6 unmöglich.
Nun die Klinik machte auch keine Probleme.
Nun bekam ich aber gestern einen Anruft meiner Krankenkasse, sie würden mir ab dem 25.09. das Krankengeld streichen, weil ich die reha nicht angetreten hätte und derK auch nicht bescheid gesagt hätte. Sie hätten mir ein Schreiben zukommen lassen aus dem das hervor ginge. So ein Schreiben habe ich nicht, sondern nur eines aus dem hervor geht dass ich Bescheid geben muss wenn ich die Reha nicht antrete.

Ist es korrekt dass die KK mir nun das Krankengeld streicht??

von
Unbekannt

Hallo,

Was du jetzt machen kannst:

Lege Widerspruch bei der Krankenkasse ein.

Schreibe rein, dass du das mit der Klinik ausgemacht hast und scheinbar die Klinik geschludert hat, es der Krankenkasse mitzuteilen und du hiefür nichts kannst. Die Hintergründe für das verschieben lässt du Bitte weg. A interessiert das niemanden, B mit der Verschiebung löst sich das Problem mit deinem Kind und gerechtfertigt keine Verschiebung! Einfach schreiben, dass es aus persönlichen Gründen ist.

Ferner bitte um Nachweis, dass der Brief wirklich auch zugestellt wurde.

(Es ist nämlich so, dass die Beweislast bei der Krankenkasse liegt, dir nachzuweisen, dass du diesen Brief erhalten hast. Die können die nur mit einem Schreiben, was folglich dazu führt, dass die nicht weiter auf diesem Pferd rumreiten)

von
Corletto

Es obliegt hier ganz eindeutig
dem Patienten , den Kostenträger der Rehamassnahme ( hier wohl die Krankenkasse ) SCHRIFTLICH und vor allem RECHTZEITIG vom Nichtantreten der Rehamassnahme ( mit einer entsprechenden Begründung - die angeführten Gründe werden wohl NICHT ausreichend das Nichtantreten der Reha begründen können... ) zu verständigen !

Goldene Hochzeit, Kinderunterbringung etc. sind alles keine Gründe um die Reha nicht anzutreten , zumal man ja den Rehabeginn bereits Wochen vorher bereits mitgeteilt bekommt und hier entsprechend hätte reagieren können.

Nur eine Info an die Klinik reicht hier nicht aus und ich denke, es wird problematisch werden, das die KK die Zahlung des Krankengeldes so einfach wieder aufnehmen wird.

Widerspruch würde ich dann aber natürlich sofort einlegen und mir schon mal vorab eine
gute Rechtsberatung besorgen.

Das ganze könnte in jedem Fall äußerst heikel werden.

von
Chris

Ich gehe mal davon aus, dass Sie von der Krankenkasse (und Kostenträger DRV?) schriftlich zur Rehaantragstellung aufgefordert wurden? In diesem Schreiben stehen dann Hinweise zur Antragstellung/ Rücknahme des Rehaantrags usw..

Solange der Antrag aber nicht gänzlich zurückgezogen wurde und die Reha später angetreten werden wird, ist eine Einstellung des Krankengeldes nicht so einfach. Sie sollten der Krankenkasse die Gründe der Verschiebung unverzüglich mitteilen.

von
Rennie

Ich habe die Reha sofort nach Eingang des Termins um Verschiebung gebeten. Die Reha wurde von der BFA bewilligt, nicht von der KK. Für meinen Vater der schwer krebskrank ist und meine Mutter die an schweren Polyneuropathien und Diabetes leidet wäre es nicht zu verkraften gewesen, wenn ich als ihre Tochter nicht an ihrer goldenen Hochzeit teilgenommen hätte. Und meine 14- jährige Tochter 6 Wochen allein zu Hause, ich hätte keine ruhige Minute in der Reha. So weiss ich wenigstens das es sich nur um 3 Wochen handeln wird. Ich hatte die Reha schon 3 Wochen vor Aufforderung der KK eingereicht.

von
Rennie

habe ich noch vergessen, die Rehaklinik hat die KK überhaupt nicht benachrichtigt. Die KK hat bei der Klinik angerufen und nachgefragt ob ich die Reha angetreten habe.

von
Chris

Hat die Krankenkasse denn nach dem Antrag noch ein Schreiben zugesandt, dass das Gestaltungsrecht/Dispositionsrecht eingeschränkt ist?
Dies wird von den Krankenkassen auch noch nach dem Antrag gemacht, soforn der Medizinische Dienst der Krankenversicherung eine Minderung/Gefährdung der Erwerbsfähigkeit (§51/1 SGB V) bestätigt.

von
Corletto

Ihre Gründe in allen Ehren , ABER :

Zitat :
"Ich habe die Reha sofort nach Eingang des Termins um Verschiebung gebeten"

Aber warum haben Sie den Kostenträger der Massnahme , nämlich die DRV dann nicht schriftlich ebenfalls informiert ??

Sie müssen doch in jedem Fall zuerst denjenigen informieren ( hier die DRV ) , der die Reha eingeleitet bzw. zahlt.

Nur die Klinik zu verständigen und dann zu hoffen, das alle andere am Verfahren beteiligten von der Klinik informiert werden, ist doch gelinde gesagt etwas blauäugig gedacht und wiederspricht auch jeglicher Praxis.

Wenn Sie die DRV schriftlich und rechtzeitig um eine Verschiebung / Änderung der Reha gebeten hätten, würde jetzt mit Sicherheit bis zum Antritt der Massnahme weiter das KK-Geld bezahlt werden.

Ist ihr Dispositionsrecht durch die KK eingeschränkt, haben Sie jetzt noch schlechtere Karten als vorher....

von
Corletto

Zitat :
"Mir wurde eine 6-wöchige psychosomtische Reha bewilligt"

Sie schreiben weiterhin , das Sie ihre Tochter maximal 3 Wochen alleine lassen können.

Ich hoffe Ihnen ist schon klar, das wenn Ihnen eine 6 wöchige Reha genehmigt oder besser verordnet wurde, Sie diese nicht nach 3 Wochen beenden/abrechen können ??

Dann hätten Sie nämlich wieder Probleme mit Ihrer Krankenkasse wegen dem KK Geld und auch noch Probleme mit der DRV.

Dazu kommt das auch aus gesundheitlichen Gründen eine nur 3 wöchige Psychosomatische Reha keine
großen Erfolgsaussichten hat.

Nicht ohne Grund haben diese psychisch/psychiatrischen Reha,s mindestens eine Dauer von 4, besser jedoch 6 Wochen oder noch länger.

von
Rennie

Da dieses meine erste Reha ist, wußte ich über diese Dinge nichts. Es hat mir auch keiner irgendetwas hierzu gesagt. Auch aus den Anträgen geht nicht hervor, wie ich mich in diesem Fall zu verhalten habe. Die Krankenkasse hat danach ein Schreiben gesandt, aus dem nur hervorgeht dass ich mich melden muss wenn ich die Reha nicht antrete oder abbreche habe ich Mitteilung zu machen. Aus dem Bestätigungsbogen der Klinik geht auch nur hervor, dass ich diesen ausfüllen muss wenn der Termin nicht zusagt. Nichts von Benachrichtigung der KK oder der BFA . Ich muss sagen man steht ganz schön im Regen mit diesen Dingen wenn man sie noch nie genutzt hat. Mit meiner Tochter die Dinge zu ordnen ist recht schwer, da meine Eltern nicht nur krank sondern auch noch 50 km von uns weg wohnen. Wir haben hier auf dem Land nicht die Möglichkeiten wie andere in der Stadt. Verkehrsverbindungen etc, hier braucht man für jeden Weg ob zur Schule oder zum Einkaufen sein Auto.

von
Corletto

Beitrag von Rennie, 28.09.2008, 21:10 Uhr
habe ich noch vergessen, die Rehaklinik hat die KK überhaupt nicht benachrichtigt. Die KK hat bei der Klinik angerufen und nachgefragt ob ich die Reha angetreten habe.

Das finde ich schon sehr seltsam, das Ihre Krankenkasse direkt bei der Rekaklinik anruft und sich erkundigt, ob Sie die Reha überhaupt angetreten haben.

Dies lässt eigentlich nur den Schluß zu, das es schon ihrerseits im Vorfeld mit der Krankenkasse " Probleme " gegeben hat und die KK schon vermutet hat, das Sie die Reha nicht antreten werden und jetzt quasi direkt einen Grund sucht ( und wohl auch gefunden hat - leider - ) Ihnen das KK Geld vorerst zu streichen.

Ich würde direkt - jetzt und gleich ! - zur Krankenkasse fahren und mit dem Sachbearbeiter/in
diese Sache - mit den von Ihnen geschilderten Gründen - sprechen und versuchen die Sache gütlich zu regeln, bevor dann eventuell schäfere Geschütze aufgefahren werden.

Manches Mal handelt es sich bei solchen Sachen auch einfach nur um ein Kommunikationsproblem und lässt sich im 4 Augen Gespräch dann noch lösen.

von
Corletto

Noch ganz WICHTIG :

Sie brauchen auf jeden Fall jetzt
ab 25.9. ( dem Tag des geplantes Rehabeginns ) eine
Krankschreibung ( gelben Schein ) ihrer Ärztin, da Sie sonst nun schon mal gar nicht Anspruch auf Krankengeld hätten !

Ohne Krankschreibung - kein Krankengeld !

von
Rennie

habe bisher keine Probleme mit der KK gehabt, die haben mich einmal zum medizinschen Dienst geschickt, der aber eindeutig festgestellt hat, dass ich krank bin.
Ansonsten gab es nie Probleme. Ist allerdings das erste Mal, dass ich über einen solangen Zeitraum wirklich krank bin und es ist das erste Mal das die KK Krankengeld zahlen muss.
Hinfahren ist nicht drin, die sitzen in Hamburg und Celle beides ca. 2,5 Std. Fahrtwe von mir weg.

von
Corletto

Ja , dann können Sie nur sofort schriftlich - per Einschreiben ! -
der KK die Situation schildern
und um weitere Zahlung des KK Geldes ab 25.9. bitten.

Würde auch gleich dabei schreiben, das falls nicht gezahlt wird, Sie einen Anwalt oder den VDK / Sozialverband einschalten werden.

und wie schon geschrieben , bitte die DURCHGEHENDE Krankschreibung ab 25.9. nicht vergessen +

Alles Gute für Sie.

Experten-Antwort

Als "Experte" der gesetzlichen Rentenversicherung kann ich Ihnen nur raten, sich baldmöglich direkt mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung zu setzen. Aus rentenrechtlicher Sicht kann ich keine Hinweise geben, da die von der Deutschen Rentenversicherung bewilligte Maßnahme zur med. Rehabilitation nicht angetreten wurde.

von
Corletto

Wobei eventuell die nicht angetretene Reha zu einem späteren Zeitpunkt auch die Interessen der Rentenversicherung tangieren könnte.

Nämlich dann, wenn es in nächster Zeit zu einem Antrag auf EM-Rente kommen sollte !

Eine nicht angetretene Reha wird mit Sicherheit das EM-Renten Verfahren nicht unbedingt positiv begleiten und den Entscheid über eine EM-Rente zeitlich nicht unerheblich verzögern ......

Experten-Antwort

Grundsätzlich ergeben sich durch eine nichtangetretene Reha-Maßnahme keine Nachteile - solange die Krankenkasse nicht zur Reha-Antragstellung aufgefordert hat. Denn die Antragstellung ist fällt ja unter das Dispositionsrecht eines jeden Versicherten. Und genauso, wie sich der der Versicherte für einen Antrag entscheiden kann, kann er auf die Teilnahme verzichten. In der Tat ist es nur so wie sie es angesprochen haben, dass bei bei einer nichtangetretenen Reha-Maßnahme für die Prüfung einer Erwerbsminderung (weniger umfangreiche)aktuelle medizinische Unterlagen vorliegen, die zu Entscheidungsfindung wesentlich beitragen und so das Verfahren und die Beabeitungsdauer eines Erwerbsminderungsrentenantrages verkürzen könnten.

von
Rennie

Moment, ich habe die Rahe nur verschoben, sie wird statt am 25.09.08 im Oktober 2008 angetreten.