von
ArmerStudi

Hallo

ich habe bei der Sparkassenversicherung seit dem 1.12.2003 eine private Rentenversicherung. Monatlich werden 50€ gezahlt. Mit einer jährlichen Erhöhung von ich glaube 5%.

Nun bin ich armer, finanziell-schwachbrüstiger Student und habe in den nicht-so-fetten Jahren die Zahlungen für ein Jahr gestundet und zum Jahreswechsel nachgezahlt.

Angenommen ich möchte die Versicherung nun nicht fortführen, was bleibt mir als Möglichkeit bzw. was wird mir in etwa noch ausgezahlt?

Mir wurde ein Rückkaufswert von rund 400 Euro zum 1.2.07 genannt. Dieser Betrag würde von der SV einbehalten werden, korrekt? Also blieben mir ca. 38*50=1900 € abzgl. 400 also 1300 € als Auszahlung?

Frohes Neues - bin für Antworten dankbar!

von
PJStock

Hallo,

deine Rechnung ist so nicht korrekt- Die Versicherung deckt immer erst einmal Ihre Kosten. Deshalb bekommst Du in den Anfangsjahren auch weniger raus. Deshalb sind die Laufzeiten auch immer sehr lange, da sich das Geld erst "entwickeln" muss. Wenn Dir von der Sparkassenversicherung ein Rückkaufswert von 400 € mitgeteilt wurde, dann ist das der Betrag den Du raus bekommen würdest (vorausgesetzt, die steuerlichen Abzüge sind bereits runter gerechnet, da der Vertrag noch steuerschädlich sein müsste, da er noch keine 12Jahre läuft. Es macht also meiner Meinung nach keinen Sinn, den Vertrag zu kündigen, da Du auf jeden Fall Verlust machen würdest.

Ich würde an deiner Stelle erstmal folgende Möglichkeit prüfen:

- Reduzierung des monatlichen Beitrages auf den Mindestbeitrag
- Aussetzen der Dynamisierung, damit der Beitrag sich nicht erhöht (um 5% im Jahr). Du solltest aber nur 2 Mal widersprechen, da nach dem 3 Mal die Dynamisierung raus fällt und Du Sie später nicht mehr einschließen kannst. Es gibt also ein zurück wenn Sie einmal weg ist.

Ggf. kauf die auch eine Gesellschaft wie CashLife die Rentenversicherung ab, aber da habe ich zu weig Ahnung von.

Hoffe das hat erstmal etwas Licht ins Dunkle gebracht. Sofern noch ne rae ist einfach schreiben.

Gruß
PJStock

von
Nix

Cash Life kauft erst ab einem bestimmten Rückkaufwert (Ich glaube: EUR 5.000,-- Rückkaufwert und Restlaufzeit nicht mehr als 5 oder 10 Jahre)die LV ab. Bei so jungen Verträgen läuft da garNIX.

von
Bernhard

Der Rückkaufswert ist nicht das, was die Sparkassenversicherung behält, sondern das, was bei einer Auflösung der Versicherung ausgezahlt wird.

Wenn von 1900 € Beitrag nach 3 Jahren und 2 Monaten noch 400 € zurückgezahlt werden, beträgt der Verlust 1500 € plus entgangene Zinsen.

Dieser Verlust ist bereits entstanden und vom internen Konto des Versicherungsvertrages abgezogen worden ("Zillmerung", z.B. für Vertreterprovision). Man kann ihn nicht dadurch vermeiden oder verringern, dass man die Versicherung fortführt.

Wenn die Beiträge nicht aufgebracht werden können, und die Versicherungsleistung nicht benötigt wird (und welcher Student braucht denn schon ausgerechnet eine private aufgeschobene Leibrentenversicherung?), dann gibt es nur eine vernünftige Lösung:

Die Versicherung sofort zurückkaufen (auflösen, kündigen) und den Verlust unter "Lehrgeld" verbuchen.

Das ist sehr sinnvoll ausgegebenes Geld, wenn es dazu beiträgt, künftige Verluste dieser Art in Zukunft zu vermeiden und dem Thema "Versicherungen" mit der notwendigen Vernunft und Vorsicht zu begegnen - die meisten Arbeitnehmer fahren damit Verluste ein, die zehn- bis hundertmal so hoch sind und merken es nicht einmal.

Private Altersvorsorge ist primär eine Frage des Sparens und der Kapitalanlage und hat mit privaten Lebens- oder Rentenversicherungen zunächst GAR NICHTS zu tun.

Eine Leibrentenversicherung versichert das biometrische Risiko eines unerwartet langen Lebens, und sollte erst spät im Leben und gegen Einmalbeitrag abgeschlossen werden.

Solange die Sterblichkeit in der eigenen Alterskohorte sehr niedrig ist (solange man also jung ist) und man nicht abschätzen kann, ob man wirklich eine Chance hat, weit länger (mehr als 10 bis 15 Jahre) zu leben, als für den Bevölkerungsdurchschnitt zu erwarten, ist der Abschluß einer Leibrentenversicherung unsinnig.

Die staatliche Propagierung und Förderung von Leibrentenversicherungen ("Riester", "Rürup") dient den Interessen des Staates (Vermeidung von Sozialhilfelasten infolge künftiger Altersarmut), nicht aber denen des einzelnen Bürgers (möglichst rentable Kapitalanlage für individuelles zusätzliches Alterseinkommen). Denken Sie an die Förderung von "Ost-Immobilien" vor gar nicht so langer Zeit, und die oft katastrophalen Ergebnisse!

von
Maria L.

Ein Rückkaufswert von 400 EUR bei Einzahlung von 1900 EUR (abgesehen von Zinsen) erscheint mir sehr niedrig (gelinde gesagt: das ist eine Unverschämtheit). Es gab doch da vor kurzem ein höchstrichterliches Urteil, wonach die Rückkaufswerte von Lebensversicherungen in den ersten Jahren von den Versicherungen viel zu niedrig berechnet werden und nach einer vom Gericht festgelegten Formel erhöht werden müssen. Ich weiß zwar nicht, inwieweit das auch für Rentenversicherungen gilt, aber es wäre eine Nachforschung wert. Denn viele Versicherungsunternehmen berücksichtigen dieses Urteil nicht automatisch, sondern nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch.

Neben einer Beitragsreduzierung oder Kündigung (Rückkauf) der Versicherung gibt es vermutlich auch die Möglichkeit der Beitragsfreistellung, das heißt, es wird nichts mehr eingezahlt, aber die später ausgezahlte Rente ist dann auch entsprechend winzig. Könnte aber sein, daß das für die Rendite genauso negativ ist, weil die Abschlußkosten (Provision etc.), die den Vertrag bei vorzeitiger Kündigung so extrem teuer machen, vermutlich dadurch nicht rückwirkend reduziert werden.

Vielleicht kann die Versicherung ja verschiedene Fälle durchrechnen – es wäre einen Versuch wert, danach telefonisch oder besser schriftlich anzufragen.

Über google fand ich zum Thema Rückkaufswert folgendes:

http://www.gomopa.net/Finanzforum/Urteile-und-Recht/bgh-urteil-zu-rueckkaufswert-20-mio-vertraege-makulatur.html

von Experte/in Experten-Antwort

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich mich als Experte der gesetzlichen Rentenversicherung nicht zu Fragen der privaten Versicherungswirtschaft positionieren kann. Wenden Sie sich bitte für konkrete Auskünfte an Ihren Anbieter.