von
Rene

Hallo,
ich habe aufgrund fortschreitender Hörbehinderung immer größere Probleme am Arbeitsplatz.

Die Krankenkasse verweigert mir zusammen mit dem MdK notwendge Operationen um mein Hörvermögen zu verbessern.
Der Sachbearbeiter schrieb, das sei zu teuer, ich soll innerbetrieblich eine einfachere Arbeit suchen, bei der man nichts hören muß.
Weil ich nach 1961 geboren bin, sei ich dazu verpflichtet.

Jetzt hat letzte Woche mein Chef zu mir gesagt, wenn ich nicht bald meine Hörprobleme in den Griff bekomme, muß er sich mit mir was einfallen lassen.
Was die Krankenkasse will interessiert ihn nicht, er erwägt auch eine Entlassung.
Ich muß aber eine ganze Familie ernähren !

Bitte sagen Sie mir was ich tun soll ??????

von
Yvette

Lässt sich durch die OP das Hörvermögen wirklich verbessern? Falls Ja, würde ich gegen die Kasse klagen. Parallel dazu würde ich bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Teilhabe stellen.

von
Krämers

Also das alleinige Argument der Krankenkasse die OP sei " zu teuer " und wird darum nicht übernommen zieht ja nun mal gar nicht. Da sollte die Kasse schon andere Argumente vorbringen, um damit auch z.b. vor Gericht durchzukommen...

Meinen bescheidenen med. Kenntnissen nach sind aber Operationen IM Ohr um einen Hörschaden wieder herzustellen fast unmöglich und werden darum auch nur sehr selten vorgenommen. Der med. Nutzen so eine OP ist zumindest sehr umstritten.

Ich denke darin wird wohl letztlich auch die Ablehnung solch einer - meist - sinnlosen OP seitens dees MDK und der Krankenkasse begründet sein bzw. werden. Natürlich müsste man mehr Details ihres Einzelfalles und der Art der Erkrankung wissen um dies genauer beurteilen zu können.

Ansonsten können Sie nur mit weiteren HNO fachärztlichen Berichten ihres behandelnden HNO Arztes ( falls er so eine OP unterstützt und dort eine Möglichkeit der Behebung ihrer Hörprobleme sieht ) gegen die Entscheidung der Verweigerung der Kostenübernahme der OP angehen. Am besten ziehen Sie dazu auch gleich einen Fachanwalt für Medizinrecht zu Rate der ihr Anliegen dann auch gleich gegenüber der Kasse dann versucht rechtlich durchzusetzen. Wenn ein Anwalt eingeschaltet wird kommt meistens neue Bewegung in eine festgefahrene Sache und die Gegenseite wird sich dann sehr genau überlegen ob Sie weiterhin an der Ablehnung festhält oder nicht doch nachgibt. Letztlich wäre auch eine Klage vor dem Sozialgericht denkbar. Die Erfolgsaussichten dazu muss aber der Anwalt dann beurteilen.

Andere Möglichkeiten sehe ich da leider nicht.

Grundsätzlich wäre auch die Stellung eines EM-Rentenantrages duchaus in ihrem Falle möglich. Die Erfolgschancen kann natürlich niemand ohne genaue med. Kenntnisse ihres Einzelfalles beurteilen. Dann bekämen Sie vielleicht eine teilweise ( halbe ) EM-Rente und könnten noch entsprechend der Hinzuverdienstgrenze dann hinzuverdienen. Zusammen kämen Sie dann womöglich auf ihr altes Gehalt. Auch ein Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben wäre eine weitere Möglichkeit.

Und leider ist es so, das wenn Sie ihre dem Arbeitgeber vertraglich geschuldete Arbeitslestung - warum auch immer - nicht mehr erbringen können und er ihnen auch keinen Teilzeitarbeitsplatz oder eine andere ( leichtere ) Arbeit zur Verfügung stellen kann oder will, könnte er Sie dann auch kündigen.

von
Elisabeth

Ich könnte noch eine zusätzliche Möglichkeit schreiben, die ich gewählt habe. Ich weiß nicht, in welcher Kasse du bist, für meine Kasse ist der Bund zuständig. Als mir die notwendige Heilmaßnahme von der Kasse abgeschmettert wurde, habe ich einen Petitionsausschuss gestellt. Der hat die Bundesversicherungsanstalt um Stellungnahme geben. Die Geschichte ist noch nicht entschieden, aber da mir die Bundesversicherungsanstalt dem Grunde nach recht gegeben hat, bin ich schon 3 Schritte weiter.

von
Herr Degerloch

Die Jahrgänge nach 1961 haben in solchen Fällen wirklich nichts zu lachen.

Vielleicht fällt es aber diesen Leuten jetzt früher ein, daß sie sich politisch mehr für ihre Interessen engagieren sollten.

Experten-Antwort

Hallo,

Ihre Frage lässt sich mangels Hintergrundinformationen nicht beantworten. Inwieweit Ihre Hörprobleme mit einer Operation lösbar sind müssen Sie mit Ihrem Arzt besprechen, hierzu können wir Ihnen keine Auskunft geben. Sollte deswegen aber eine Umsetzung im Betrieb erforderlich sein, kann die DRV eventuelle anfallende Kosten im Rahmen von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben übernehmen. Um die Voraussetzungen zu prüfen, ist es erforderlich den entsprechenden Antrag zu stellen. Bei Bewilligung hilft Ihnen dann der Fachberater der DRV weiter.