von
Sandy2015

Hallo,
kurz zu mir: Im Jahr 2012 wurden bei mir 3 Bandscheibenvorfälle festgestellt. Mein damaliger Orthopäde sagte mir: "Das wird wieder"...Worauf ich nach ein paar Monaten wieder arbeiten gegangen bin. Ich arbeite bei einem Paket-Transportunternehmen, bei dem ich 3 Paketfahrzeuge beladen habe. Gewichte bis 45 kg sind mittlerweile normal, hinzu kommen zum Schluss Gewichte bis 70 kg. Soweit so gut...
Nachdem die Schmerzen nicht besser geworden sind, sondern immer mehr zugenommen haben, bin ich zu einem anderen Orthopäden gegangen. Dieser hat mir, nach Röntgen und MRT, mitgeteilt, dass ich meinen Job nicht mehr ausüben kann.
Bei mir besteht ein extremes Hohlkreuz, chronische Ischialgien, 3 Bandscheibenvorfälle, Osteochondrose, Diskose, Nearthrosbildung etc...
Die Diagnose hat der Medizinische Dienst ebenfalls bestätigt. Nachdem ich von meinem Orthopäden mitgeteilt bekommen habe, dass ich in meinem Job nicht mehr arbeiten kann, habe ich sofort bei der Deutschen Rentenversicherung einen Antrag auf berufliche Reha gestellt. Dieser ist dem Grunde nach auch bewilligt worden. Jetzt habe ich am 7.10. das erste Gespräch mit meiner Reha-Beraterin.
Zu meiner Person: Ich bin 44 und habe keine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei mir machen sich natürlich Existenzängste breit, da es, aufgrund der bestehenden Diagnose, kaum möglich ist, einen dauerhaften Arbeitsplatz zu bekommen. Die Empfehlung vom Orthopäden und dem MDK lautet: Eine Tätigkeit im Sitzen, mit der Möglichkeit zum häufigen Haltungswechsel...Das ist fast unmöglich...Ich habe mich jetzt selbständig schon einmal bei der Deutschen Angestellten Akademie vorgestellt und dort einen Eignungstest für einen kaufmännischen Beruf gemacht, der positiv ausgefallen ist. Ich möchte auf jeden Fall bis zur Rente arbeiten, aber ich kann keinerlei körperliche Tätigkeiten mehr ausführen, dies war in meinem alten Job nur noch durch die tägliche, mehrfache Einnahme von Tabletten möglich und die Schmerzen waren trotzdem immer vorhanden.
Welche Erfahrungen habt ihr, in Bezug auf die Bewilligung einer Umschulung? Wie stehen die Chancen?
Danke für Eure Antworten

von
Schorsch

Die Wahrscheinlichkeit, dass man Ihnen trotz Ihrer 44 Lebensjahre eine qualifizierte Berufsausbildung finanziert, ist zwar nicht gering.

Problematisch wird es dann, wenn Sie nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung einen Arbeitsplatz suchen.

Die Arbeitgeber können nämlich unzählige jüngere Bewerber, teilweise sogar mit praktischer Berufserfahrung, einstellen.

Warum sollten sie sich also ausgerechnet für einen fast 50-Jährigen Berufsanfänger entscheiden?

Vor 20, 30 Jahren sah es noch besser aus, weil händerringend Facharbeiter gesucht wurden.

Der heutzutage immer wieder genannte Fachkräftemangel steht in einem krassen Widerspruch zu den vielen Millionen (Langzeit)Arbeitslosen in unserem Land.

Oder befinden sich unter denen keine Fachkräfte?

von
Sandy2015

Zitiert von: Schorsch

Die Wahrscheinlichkeit, dass man Ihnen trotz Ihrer 44 Lebensjahre eine qualifizierte Berufsausbildung finanziert, ist zwar nicht gering.

Problematisch wird es dann, wenn Sie nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung einen Arbeitsplatz suchen.

Die Arbeitgeber können nämlich unzählige jüngere Bewerber, teilweise sogar mit praktischer Berufserfahrung, einstellen.

Warum sollten sie sich also ausgerechnet für einen fast 50-Jährigen Berufsanfänger entscheiden?

Vor 20, 30 Jahren sah es noch besser aus, weil händerringend Facharbeiter gesucht wurden.

Der heutzutage immer wieder genannte Fachkräftemangel steht in einem krassen Widerspruch zu den vielen Millionen (Langzeit)Arbeitslosen in unserem Land.

Oder befinden sich unter denen keine Fachkräfte?

Hallo Schorsch,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Mir ist durchaus bewusst, dass es viele Fachkräfte gibt, die trotz guter Ausbildung keinen Arbeitsplatz finden.
Für mich persönlich stellt jedoch, aus körperlicher und beruflicher Hinsicht, eine Umschulung die einzige Möglichkeit dar, wieder dauerhaft integriert zu werden und bis zur Rente arbeiten zu können.
Wenn ich bereits jetzt davon ausgehe, dass ich später trotzdem keinen Arbeitsplatz finde, dann sollte ich bei der Rentenversicherung eine Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen und zu Hause bleiben...
Aber dazu bin ich einfach nicht bereit.
Liebe Grüße

von
Schorsch

Zitiert von: Sandy2015

....dann sollte ich bei der Rentenversicherung eine Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen und zu Hause bleiben...
Aber dazu bin ich einfach nicht bereit.

Aufgrund Ihrer Schilderungen ist es außerdem zweifelhaft, dass Sie überhaupt die medizinischen Voraussetzungen für eine EM-Rente erfüllen.
Diese sind nämlich sehr streng.

Bleibt nur abzuwarten und Daumen drücken.

MfG

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Sandy,
keiner im Netz kann Ihnen eine Prognose darüber geben, ob eine Ausbildung bewilligt werden kann. Die Zusammenarbeit mit dem Reha-Fachberatungsdienst wird dies zeigen. Sie erhöhen die Chancen in jedem Falle, wenn Sie sich kundig machen, welche Berufe für Sie gesundheitlich in Frage kommen und sich fragen, was Ihren Neigungen entspricht. Vielleicht sprechen Sie ja auch bereits jetzt Arbeitgeber und die Arbeitsverwaltung an, das hat den Charme, dass der Arbeitgeber, der Sie später einstellt jetzt bereits sagen kann, was für PC-Programme er einsetzt oder darüber hinausgehende Kenntnisse für den Arbeitsplatz wichtig sind.
In die Ausbildung wird dies dann mit eingebaut und sowohl AN wie auch AG sind dann dauerhaft zufrieden.
Freundliche Grüße

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.09.2015, 07:29 Uhr]