von
jupp

Hallo !
Ich möchte zum 01.01.16 eine Altersrente beziehen in Höhe von 2/3 und im Rahmen dieser Hinzuverdienstgrenze weiterarbeiten. Werden dann ab Rentenbeginn weiter von mir Rentenbeiträge vom Lohn verlangt oder nicht und was passiert mit den Beiträgen die der Arbeitgeber weiterzahlen muss ?

von
Rob

Als Bezieher ein Altersteilrente unterliegen Sie weiterhin der Rentenversicherungspflicht. Die Beiträge aus der Beschäftigung sind daher weiter von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber zu entrichten und erhöhen eine spätere Altersvollrente.

von
hinten wie von vorne

Da Sie keine Vollrente beziehen werden (und vermutlich auch noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht haben werden, sonst ergäbe sich die Konstellation/Frage nicht), unterliegt die Tätigkeit (weiter) der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, d. h. Sie und Ihr Arbeitgeber haben Ihre Beitragsanteile aus dem erzielten Brutto-Entgelt zu entrichten.
Mit Erreichen der Regelaltersgrenze fällt die Anrechnung des Hinzuverdienstes weg (§ 34 SGB VI) und Sie erhalten eine Vollrente. Aus den Beiträgen, die ab Rentenbeginn bis zur Regelaltersgrenze entrichtet wurden, werden Zuschlagsentgeltpunkte zur Vollrente gemäß § 76d SGB VI ermittelt.
Dann dürfen Sie hinzuverdienen, so viel Sie wollen. Beiträge als Arbeitnehmer müssen Sie dann nicht mehr zahlen.

von
qwertz

Die Möglichkeit der Zahlung als Teilrente ist bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze möglich.
Sollten Sie vor Erreichen der Regelaltersgrenze eine AltersTEILrente beziehen, sind Sie bei zeitgleicher Ausübung einer mehr als nur geringfügig entlohnten Beschäftigung weiterhin in der gesetzlichen Rentenversicherung ganz "normal" versicherungspflichtig. AG und AN zahlen weiterhin ihre Beiträge.

Wenn Sie in die Altersvollrente (irgendwann) wechseln, werden die daraus gezahlten Beiträge DANN berücksichtigt.

von
jupp' Sohn

Mal ne Zwischenfrage, was ist dann hier der Unterschied zu dem Rentner der die Rente in voller Höhe beantragt und dann aufgrund seines Hinzuverdienstes die Rente gekürzt bekommt z.B. 2/3.
1. Muss dieser auch Beiträge selber zu Rente zahlen ?
2. Wenn dieser dann wieder weniger verdient und die 450 Euro Grenze einhält, bekommt dieser auch eine höhere Rente gezahlt ?

von
senf-dazu

Diese Regelungen könnten sich im Lauf des kommenden Jahres ändern:
https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=55&tx_ttnews%5Btt_news%5D=12900&cHash=d38a13bf2988e3aa501ad912a4dc3480

Geplant ist u.a., dass auch nach der Regelaltersgrenze weiter Rentenbeiträge gezhlt werden könenn und diese dann jährlich den Anspruch erhöhen.
Auch soll die Hinzuverdienstregelung deutlich flexibler werden.

Also aufpassen, was sich da noch ergibt!

von
qwertz

Zitiert von: jupp' Sohn

Mal ne Zwischenfrage, was ist dann hier der Unterschied zu dem Rentner der die Rente in voller Höhe beantragt und dann aufgrund seines Hinzuverdienstes die Rente gekürzt bekommt z.B. 2/3.
1. Muss dieser auch Beiträge selber zu Rente zahlen ?
2. Wenn dieser dann wieder weniger verdient und die 450 Euro Grenze einhält, bekommt dieser auch eine höhere Rente gezahlt ?

Entsprechend der derzeitigen Rechtslage liegt der Unterschied im Versicherungsstatus.
Jemand, der eine AltersVOLLrente bezieht, ist in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei (§ 5 Abs. 4 Nr. 1 SGB VI).
Und damit die Arbeitgeber nicht auf die Idee kommen nur Altersvollrentner einzustellen um Lohnnebenkosten zu sparen, zahlen diese ihren Anteil dennoch (§ 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI).

Sobald der Arbeitnehmer/Altersrentner
- sein Hinzuverdienst soweit mindert, dass er nur noch eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausübt (und damit ebenfalls versicherungsfrei wird) - derzeit 450,- EUR mtl -
oder
- die Regelaltersgrenze erreicht
wird ab Folgemonat die Altersvollrente (wieder) gezahlt zzgl. des o.g. Zuschlages (siehe "hinten wie von vorne")