von
Angsthase

hallo, beziehe seit 2008 EU-Rente aufgrund von Angststörung/Depression, die Ende Juni 2010 ausläuft..Da es mir zwischenzeitlich besser geht und ich mich mit 41 noch nicht abschreiben möchte, hatte ich vor, nochmal umzuschulen. Das Problem ist, dass ich, bevor ich die EU-Rente bewilligt bekam (mit einer noch verbleibenden Arbeitsfähigkeit von max 6 h täglich), alle Stationen der beruflichen REHA ohne Erfolg durchlaufen habe (Resultat: 2 abgebrochene Umschulungen und andere nicht beendete Maßnahmen). Habe bis 2000 in meinem erlernten Beruf als Sekretärin gearbeitet, seitdem nicht mehr (bis auf Praktika etc.) in den Maßnahmen. Mein Wunsch ist Reiseverkehrskauffrau, obwohl ich weiß, dass das ne harte Branche ist, aber ich halt nicht irgendwas machen will, wofür ich nicht motiviert bin. Das letzte Gespräch in der RV war sehr deprimierend. Sie sagten mir, ich könne das vergessen. Lt. Gutachten von 2008 darf ich ja so gut wie gar nichts machen. Das Problem bei psychischen Geschichten ist aber, dass es sich verändert und man immer Phasen hat, wo es einem besser geht. Als Angebot wurde mir ein TRainingszentrum für psychisch Kranke vorgeschlagen, bei dessen Konzept sich mir die Fußnägel rollen und mich das einfach runterzieht. Man hat aber keine andere Möglichkeit, zu irgendeinem Abschluss/Qualifizierung zu kommen als eben ne Umschulung. Meiner Meinung nach müsste es einfach Teilzeit-Quali-Angebote geben, um dem Gesundheitszustand Rechnung zu tragen. Dann wäre vielleicht auch die Durchhaltequote höher und es würden nicht Gelder in den Sand gesetzt werden..Habe leider bei vielen Maßnahmen die Erfahrung gemacht, dass es einzig und allein um die Quote (Vermittlung) geht und der Mensch die absolute Nebensache ist. Bin über das System sehr frustriert..Von der Rente allein könnte ich nicht leben..Der Vorteil ist quasi, dass man mehr dazu verdienen darf, wenn man denn einen Job findet und man nicht den permanenten Druck hat.Hat vielleicht jemand Erfahrungen gemacht in ähnlicher Richtung..

von
Joschi

Bei allem verständlichen Frust sollte man aber auch immer versuchen realistisch zu bleiben.

Nach der geschilderten Vorgeschichte mit gleich 2 abgebrochenen Umschulungsmassnahmen etc. , würde ich als RV auch keine weitere Umschulung in ihrem Fall bewilligen.

Die Erfolgsaussichten sind wohl sehr gering.

Auch die Gutachten sagen ja dasselbe aus.

Und psychische Erkrankungen schwanken sehr stark, sind aber nie ganz weg und können bei einer entsprechenden Konstellation / Belastung wieder voll ausbrechen !

Dessen sollten Sie sich immer bewusst sein.

Zumal jetzt 41 - nach einer Umschulung also 43 oder 44.

Wer stellt Sie dann in dem Alter, der Vorgeschichte und der Lage auf dem Arbeitsmarkt noch ein ??

Die Antwort wissen Sie ja selbst....

Stellen Sie einen Verlängerungsantrag und suchen Sie sich einen 400€ Job , um überhaupt erstmal ihre Leistungsfähigkeit selbst zu testen.

Vielleicht erledigt sich dann ihr Wunsch nach einer Umschulung ganz von selbst...

Alles Gute für Sie .

von
???

Ziel von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ist nun einmal, die Betroffenen wieder in Arbeit zu bringen. Auch das Ziel einer Umschulung wäre, dass Sie danach diese Tätigkeit ausüben können und keine Rente mehr beziehen. Hierfür ist eine gesundheitlich passende Tätigkeit und die Fähigkeit, diese auch ganztags ausüben zu können, einfach Grundvoraussetzung. Reiseverkehrskauffrau ist sicher ein interessanter Beruf, bei einer psychischen Vorerkrankung ist jedoch eine Tätigkeit mit häufigem, wechselnden Kundenkontakt (und die sind nicht alle in Urlaubslaune) problematisch.