von
mona

Hallo,
1968 erlitt ich einen unverschuldeten Arbeitsunfall, der bglich anerkannt wurde und wofür ich 2 Jahre lang eine kleine Rente bezogen hatte. Danach sollte ein Dauerrentenbescheid in Höhe von 10 % erteilt werden, der nie erteilt wurde. Nun haben sich im Laufe der Jahre die unfallbedingten Beschwerden verschlimmert, eine HWS-OP steht an. Kann ein Verschlimmerungsantrag gestellt werden? Ist es sinnvoll, eine Unfallrente zu beantragen? Bin inzwischen 61 Jahre alt, habe vom Vers.-Amt seinerzeit 40 %, inzwischen 50 % GdB erhalten, kann also mit 63 in Rente gehen. Allerdings bin ich aufgrund der unfallbedingten Beschwerden kaum mehr belastbar. Ist es sinnvoll einen Kurantrag wg. der unfallbed. Beschwerden zu stellen?
Für eine konkrete Antwort wäre ich dankbar.
mona

von
Rosanna

Hallo Mona,

selbstverständlich können Sie IMMER Anträge stellen, sowohl den "Verschlimmerungsantrag" bei der BG als auch einen Reha-Antrag bei der DRV.

Ob Ihnen allerdings Leistungen gewährt werden, kann hier im Forum natürlich niemand vorhersagen.

Mit der Unfallrente wird es bestimmt schwierig, 40 (!) Jahre nach dem Arbeitsunfall eine Verschlechterung festzustellen! Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt... ;-))

MfG Rosanna.

Experten-Antwort

Siehe Beitrag von "Rosanna".

von
mona

Hallo Rosanna, Hallo Experte,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Leider ist mir ein kleiner Zahlendreher passiert. Der Unfall war nicht 1968 sondern 1986. Aber trotzdem glaube ich auch, dass die BG sich zum heutigen Zeitpunkt, nach inzwischen 20 Jahre -trotz damaliger Anerkennung - nichts mehr davon annimmt. Das ist auch nicht unbedingt mein Hauptproblem. Vielmehr habe ich inzwischen erleben müssen, dass einige Ärzte, mich nicht behandeln wollen, da sie der Meinung sind, dass meine aktuellen Beschwerden unfallbedingt sind und ich damit zu einem BG-Unfallchirurgen gehen muss. Andere Ärzte wollen wiederum keinen Zusammenhang sehen und bagatellisieren die Beschwerden. Natürlich habe ich auch Angst vor der neurochirurgisch dringend angeratenen OP und natürlich habe ich auch Angst, danach nicht mehr Arbeiten gehen zu können, im Rollstuhl sitzen zu müssen etc - und dass, obwohl ich mit 61 Jahren finanziell durch eine Altersrente abgesichert sein werde. Auf eine BG-Rente bin ich gottseidank nicht angewiesen. Wäre ich gesund, so könnte ich allemale mein Geld zum Lebensunterhalt mehr als gut verdienen. Aber leider bin ich durch meine "unfallbedingten Schmerzen etc." in meiner Arbeitsfähigkeit inzwischen stark eingeschränkt. Ich befürchte auch in meinem Fall, dass sich die zuständigen Leistungsträger die Verantwortung zur Zahlung von Behandlungen, Kur etc. gegenseitig zuschieben und ich mit meinen Beschwerden auf der Strecke bleibe, d. h. auf lange Sicht hingehalten werde. Ich werde den Rat von Rosanna annehmen und in die Offensive gehen. Nach dem Motto: "wer nicht wagt, der nicht gewinnt". Allerdings ohne mir dabei zu große Hoffnungen zu machen. Ich möchte an dieser Stelle nicht unbedingt die BG als Leistungsträger anprangern auch nicht den Rentenversicherungsträger. Richtig ist, dass zunächst geprüft werden muss, ob ein Leistungsbezug rechtens ist oder nicht. Allerdings kann ich aus meiner Sicht, Erfahrungen und Erleben sagen, dass ich von Gutachtern, Ärzten etc. um "meine Rechte" gebracht wurde. Es war für mich schlimmer als "Simulant" dazustehen, als wenn man mit mir eine evtl. Behandlungsstrategie ausgemacht und mit offenen Karten gespielt hätte. Diese Haltung führte schließlich bei mir dazu, dass ich mich unverstanden zurück zog und in all`den Jahren meine Beschwerden -ohne meine Rechte einzufordern- geduldig ertrug, in der Hoffnung, dass es noch irgendwann wieder besser wird. Doch leider hat sich alles ins Gegenteil bewegt. Wahrscheinlich hatte man seinerzeit (1986) noch nicht diese Untersuchungsmöglichkeiten (MRT) wie zum heutigen Zeitpunkt. Inzwischen wissen wir ja, dass Röntgenbilder alleine recht wenig aussagen. Trotzdem vielen Dank für die Tipps. Auch das Forum ist sehr interessant und man merkt plötzlich, dass man mit seiner Problematik nicht alleine ist.
Mona