von
Nichtwisser

Habe hier gelesen, dass jeder der ingendwie lehrend tätig ist, rentenversicherungspflichtig ist.

Kollegen haben dazu versch. Meinungen geäußert.
Manche wußten das und zahlen ihre Beiträge zähneknirschend.
Einige wußten davon genauso wenig wie ich, haben private Versicherungen oder keine.
Andere meinten, die Beiträge seien nicht zumutbar,weil die Honorare immer niedriger werden und lassen es darauf ankommen, "erwischt" zu werden.

Wir, die Nichtwisser, sind nun völlig verunsichert. Es stimmt, die Honorare erlauben kaum eine vernünftige Existenz. Manche wollen ihren Job jetzt aufgeben. Andere wollen es nun ebenfalls "drauf ankommen" lassen. Wie auch immer – wenn da auch noch Nachzahlungen zu bezahlen sind, können wir unsere Existenz nicht mehr sichern.

Daher nun die Frage:
Wie ist ein "Erwischt werden" eigentlich möglich?
Was passiert den Nichtzahlern Schlimmes, wenn sie irgendwann erwischt werden?
Ist bei den Nachzahlungen eine bezahlbare Ratenvereinbarung möglich?
Muß man für die Nachzahlungen seine privaten Rentenversicherungen, Wohneigentum etc. liqudieren?

Wir alle hätten gerne möglichst ausführliche Antworten. Dafür schon einmal recht herzlichen Dank.

PS
Vielleicht könnten sich dazu auch "erwischte Lehrer" äußern?

von
dozent

das ist das gleiche problem wie mit der krankenkasse, wird man bemerkt, so drohen sofort die gesamten ausstehenden summen fällig zu werden, ratenzahlungen sind möglich, man muss sich aber "völlig nackend" machen, der summeneintreiber kommt sofort und man kann nur zur arge 2 wechseln, privatinsolvenz ist vorprogrammiert.
ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass dieser umstand unbekannt sein sollte, dass dozenten rentenversicherungspflichtig werden.
Erkenntnis: sofort diese Angelegenheit von sich aus bereinigen; dann ist man erst einmal sauber. das dilemma kommt aber auf jeden fall.

Experten-Antwort

Hallo Nichtwisser,

das "erwischt werden" ist grundsätzlich immer möglich. So z. B. bei einer Betriebsprüfung oder der Klärung Ihres Versicherungskontos. So gesehen muss nur mal jemand "drüberstolpern"...

Werden Sie erwischt, so wird man die entsprechenden Pflichtbeiträge zuzüglich Säumniszuschläge für mindestens 4 Jahre (bei Vorsatz auch bis zu 30 Jahre rückwirkend) fordern. Eine Ratenzahlung wird dabei sicher nicht ausgeschlossen sein, wobei hierfür allerdings gewisse Voraussetzungen erforderlich und auch nachgewiesen werden müssen.

Da jeder versicherungspflichtige Selbständige aufgrund § 190a SGB VI verpflichtet ist, sich innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit beim zuständigen Rentenversicherungsträger zu melden, wäre bei Verstoß gegen diese Meldepflicht darüber hinaus auch ein Bußgeld in Höhe von bis zu 2500 Euro denkbar (§ 320 SGB VI).

Alles in Allem halte ich es daher für empfehlenswert, die Dozententätigkeit selbst beim Rentenversicherungsträger anmelden und nicht darauf zu warten, "erwischt" zu werden.

von
Hannes

Drastischer geht es wohl durch den Experten für Sie nicht mehr zu erklären; es kommt sowieso "raus, dass habe ich selbst bei einem Berufskollegen erlebt. Die Folgen waren eklatant und genauso wie beschrieben.
Ergebnis: Privatinsolvenz!