von
Hans

Ich arbeite seit zwei Jahren in den neuen Bundesländern. Ist es richtig, dass meine Rentenpunkte mehr wert sind, als wenn ich im Westen arbeiten würde? Ich bekomme einen Aufschlag auf die Rentenpunkte. Wenn ich dann aber später als Rentner wieder zurück in den Westen gehe, werden meine (erhöhten) Ost-Rentenpunkte mit dem Rentenwert West multipliziert. Wenn ich also einen Job habe, bei dem ich im Westen genausoviel verdienen würde, mache ich unter dem Strich plus, nur weil statistisch im Osten weniger verdient wird. Sehe ich das richtig?

Hans

von
roadrunner

da hat es aber einer eilig

von
Hans

soll das eine Antwort sein?

von
Ajax

Ich schaue neben dem stressigen, zeitaufendigen Job, den ich habe ins Forum (nebenbei) und trage dazu bei, wenn ich weiterhelfen oder gute Tipps geben kann. Manches will auch recherchiert werden! Aber der Ton macht die Musik und heute (und in diesem Fall) habe ich beruflich sehr viel zu tun !!!

von
Vorsicht

Die im Osten erzielten Verdienste werden hochgerechnet und dann später als Entgeltpunkte (Ost)mit dem dann gültigen aktuellen Rentenwert (Ost) multipliziert. Auch wenn sie dann im Westen wohnen. Allein das ist im Vergleich zum gleichen Verdienst im Westen schon ein Plus.

von
Vorsicht

nachzulesen in § 64 i.V.m. § 254b SGB VI

von
LS

User Hans, Ihre Darstellung bedarf einer Ergänzung.
a) Rentenpunkte im Osten sind nicht grundsätzlich mehr Wert als im Westen.
b) Es gibt keinen Aufschlag auf die Rentenpunkte

Zutreffend ist, das
-1,0000 erzielte Punkte in den alten Bundesländern mit dem Rentenwert 26,56,
-1,0000 erzielte Punkte im Beitrittsgebiet aber nur mit dem Rentenwert 23,34
Multipliziert werden.
Allein daraus können Sie erkennen, dass Ihre Aussage so nicht stimmt.

Allein um auf die gleiche Rente zu kommen wie im Westen, müsste Ihr Verdienst im Beitrittsgebiet um 12,12% über dem Durchschnitt liegen, um die 3,22€ Rentenwertdifferenz auszugleichen.

Erst dann, wenn er noch höher angesiedelt ist, bringt der Verdienst im Beitrittsgebiet diesen Effekt.

Wenn Sie aber im Beitrittsgebiet weiterhin den gleichen Verdienst erzielen wie vorher in den alten Bundesländern, führt dies über die vorzunehmende Hochrechnung zu mehr Punkten als vorher, genau in dem Verhältnis, wie der Faktor als Ausgleich zum Bundesdurchschnitt, der ja überwiegend im Beitrittsgebiet noch nicht erreicht wird, für die Hochrechnung festgelegt wird.

Erzielte Punkte im Osten werden auch nach Rückkehr in die alten Bundesländer nicht mit dem Wert West multipliziert und dies so lange nicht, wie es die Rentengleichheit noch nicht gibt.

Und so lange dies der Fall ist, kann auch ein gleich hoher Verdienst im Westen nicht zu gleich hohen Punkten führen, Sie erhalten immer etwas weniger Punkte.

Die Realität ist aber, dass im Durchschnitt im Beitrittsgebiet nicht der Verdienst wie in den alten Bundesländern erzielt wird, das ist ja der Wunsch aller Beschäftigten im Beitrittsgebiet, wird aber wohl noch einige Jahre auf sich warten lassen.

von
Wolfgang

zum Chat:

https://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/DRVB/de/Navigation/Beratung/Online__Beratung__node,https=1.html__nnn=true

Gruß
w.

von
Vorsicht

...das Niveau steigt mal wieder....

von
unglaublich

... dass sich das Märchen von der höheren Ost-Rente und den betrogenen Wessis immer noch so dauerhaft hält... da kann ich nur mit dem Kopf schütteln und raten, weniger Bild zu lesen!

von
Hans

Warum sollte die Buschzulage abgeschafft worden sein, wenn die Muschi- (oder Muttizulage) noch gezahlt wird.

von
no name

Ich finde Ihre Ausdrucksweise - mit Verlaub! - unter aller Kanone.

Weniger Beiträge = weniger Rente. Das war schon immer so und wird auch so bleiben, auch für die Leute, die im Osten arbeiten.
Genaugenommen werden Ihre Entgeltpunkte nicht mit einem Zuschlag erhöht. Das Arbeitentgelt, das Sie erzielen und die Beitragsbemessungsgrundlage ist, wird mit einem Faktor an Westniveau angepasst. Das Durchschnittsentgelt, mit dem die EP errechnet werden, ist schließlich auch Westniveau. Die Entgeltpunkte, die Sie daraus erhalten, werden aber trotzdem - egal wo Sie später wohnen - mit dem aktuellen Rentenwert (Ost) vervielfältigt. Und der ist bekanntlich niedriger als der aRw West. Somit haben Sie trotzdem nicht mehr Rente.

Wieso auch, im Osten gibts weniger Geld, weil das Leben dort auch weniger kostet - warum sollten Sie dann mehr Rente bekommen?
Logisch gedacht -

von
Angela

soviel Herzlichkeit im 60.Jahr des Bestehens unseres Landes.... Traurig! Traurig! Wirklich nachgedacht kann unser Willi gar nicht haben. Denn wenn er dort gelebt und gearbeitet hätte, würde er derartig kurzsichtige Populisten verfluchen.

von
Willi

ok,war bischen hart,aber mal die gegenfrage,wie findest du denn das,dass wir hier alle für unsere rente hart gearbeitet haben u. lass dir mal eine rentenberechnung machen,was nach über 43 jahren dabei noch rauskommt,findest du das auch gerecht,dass wir immer weniger bekommen,für andere?ich habe gerade eine berechnung bekommen,da wirds dir übel .

von
Gerhard

...finde ich eine ziemlich dämliche Handhabung! Was heisst hier im Osten verdienen sie weniger als im Westen?! Das mag sicher auf einige Regionen zutreffen. Aber genau so gut trifft es eben auch auf einige Regionen im Westen zu! Nicht alle Arbeitnehmer im Westen arbeiten in Stuttgart ...
wie werden denn die Renten der "Westler" "aufgewertet", die in kritischen Westregionen wohnen, wo man froh sein kann, eine Zeitarbeit zu bekommen! Nicht zu vergessen, dass einige Jahre nach der Wende viele alteingesessene Westarbeitnehmer ihren Arbeitsplatz an einen "Bruder/Schwester" aus den Neuen Bundesländern abgeben musste, weil der Firmenchef den momentanen monetären Vorteil mit spitzem Bleistift berechnet hatte??

Gruß Gerhard

von
OK

Gerhard,

sehr sehr richtig !!!!!

von
Angela

Wollen wir dann also für jede Region einen Extrarentenwert und dann jährlich prüfen, ob´s noch passt....und dann die Sprüche: Warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht...

Manches läßt sich nicht bis ins Detail regulieren oder politisch durchsetzen. Es wird bei jeder Regelung (gefühlte) Verlierer und Gewinner geben.

MfG

Experten-Antwort

Um auf Ihre Sachfrage zu kommen:

Ihre nach dem 18.05.1990 im Beitrittsgebiet zurückgelegten Beitragszeiten werden im Rentenfall mit dem aktuellen Rentenwert (Ost) vervielfältigt (§ 254 d SGB VI). Zunächst könnte man also eine niedriger Rente vermuten. Durch die Anwendung der Anlage 10 (Anhebungsfaktoren für das im Beitrittsgebiet erworbene versicherungspflichtige Entgelt) ergeben sich dennoch geringfügig höhere Rentenanwartschaften. Also steht unter dem Strich immer noch ein, wenn auch kleines, Plus.