von
MÜLLER

Bei mit steht evtl. eine Scheidung an. Nun meine Frage: Kann man sich die Auswirkungen des Versorgungsausgleichs auch vor Verfahren beim Gericht von der Rentenversicherung mal ausrechnen lassen. Wäre wichtig für die nächsten Schritte.

von
MSC

Meines Wissens besteht diese Möglichkeit nicht.

Grundsätzlich stellt sich mir nun die Frage, warum man sich zwar scheiden lassen möchte, aber nur, wenn es finanziell passt. Entweder es klappt in der Ehe oder halt nicht und man sollte da einen klaren Schlussstrich ziehen (meine Meinung).

Alternativ können beide Ehepartner natürlich auch vorm Familiengericht den gesetzlichen Versorgungsausgleich ablehnen.

von
rosebud

Ja, diese Möglichkeit besteht zumindest in der gesetzl. Rentenversicherung (vgl. § 109 Abs. 5 SGB VI). Die notwendigen Anforderung beim Ehegatten bzw. Rentenversicherungsträger sollte über den bevollmächtigten Rechtsanwalt erfolgen. Schwierig wird es, wenn weitere Anrechte bei anderen Versorgungsträgern (wie z. B. Beamtenversorgung, Betriebsrente, private Versicherungen) bestehen und Sie einen Rechtsanwalt beauftragt haben, der nur unzureichende Kenntnisse hinsichtlich der Regelungen zum Versorgungsausgleich hat - was leider häufig vorkommt -.

von
W*lfgang

Hallo MÜLLER,

ja, auf Anforderung erhalten Sie von der DRV eine fiktive Berechnung - setzten Sie dazu einfach ein 'Scheidungsdatum' für den Endzeitpunkt fest. So lange sich die künftigen Ex'en noch einig sind, geht das auch einfach wechselseitig/jeder erhält die Berechnung des anderen ...dann am besten gemeinsam in die nächste Beratungsstelle marschieren. Andernfalls erhält man auch ohne Zustimmung des Anderen dessen VAG/Rente berechnet, der Aufwand bis zum Ergebnis ist aber etwas höher.

Wenn es um betriebliche Altersversorgungen geht, kann man auch das grob anhand der letzten Jahresabrechnung einschätzen und Beamtenversorgung ist auch nicht so schwer - zumindest nicht in dem Büro, wo ich sitze ;-) ...wenn natürlich das Beschäftigungsleben atypisch 'wild' mit allen möglichen Versorgungsarten, gar noch nennenswerten privaten, gelaufen ist, dann doch lieber ergänzend einen Fachanwalt kontaktieren. Dass der VAG in der DRV selbst anhand aktueller Rentenkonten/Rentenauskünfte schon pi*Auge eingeschätzt werden kann, muss man den hier mitlesenden KollegInnen ja nicht erklären :-)

> MSC: Grundsätzlich stellt sich mir nun die Frage, warum man sich zwar scheiden lassen möchte, aber nur, wenn es finanziell passt.

Einige Versicherte stellen aber diese Frage, bevor sie einen gerichtlichen Schlussstrich ziehen. Im Blick sind dabei z. B. auch Immobilien, was für wenn und wie kann ich es mit der künftigen/gekürzten Rente unterhalten. Oder schlicht die Frage des angemessenen/freiwilligen Unterhalts ...was würde es mich sonst (im Alter) kosten bzw. die Scheidung selbst/verbranntes Geld für beide.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Frau/Herr „MÜLLER“,

um im Vorfeld eines beabsichtigten Scheidungsverfahrens prüfen zu können, wie sich ein Versorgungsausgleich auswirkt, räumt das Gesetz (§ 109 Abs. 5 SGB VI) den Betroffenen grundsätzlich einen Anspruch auf Auskunft ein.
Auf Antrag ist eine Auskunft über die auf die Ehezeit/Lebenspartnerschaftszeit entfallende Rentenanwartschaft zu erteilen. Auch über den Ehegatten beziehungsweise dem Lebenspartner ist auf Antrag eine solche Auskunft zu erteilen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Rentenversicherung