von
Rauschi

Zum Thema Versorgungsausgleich habe ich zwei Anliegen/Fragen. Zur Situation: Bin seit 1987 geschieden. Bei der Scheidung wurde meiner Ex-Frau ein Versorgungsausgleich in Höhe von DM 277,- zugesprochen. Nun habe ich schon verschiedentlich gelesen, daß der Versorgungsausgleich mit jeder Rentenanpassung fortgeschrieben bzw. erhöht wird. Wie hoch wird der in meinem Fall denn jetzt ungefähr ausfallen (nach 20 Jahren)??? Und noch eine Frage: Ich war während meiner Ehe erst in der LVA als Arbeiter rentenversichert und später als Beamter. Wird der Versorgungsausgleich nur bei meiner Pension oder Rente abgezogen (also der gesamte Betrag bei einem der beiden) oder wird der Betrag aufgeteilt oder wird sogar der Betrag zweimal (also der volle Betrag bei der LVA-Rente und der volle Betrag bei meiner Pension) abgezogen?? Darüber konnte mir bisher niemand eine Auskunft geben? Vielleicht können Sie mir weiterhelfen!

von
Schiko.

Will dies mal aus meiner sicht rechnerisch darlegen.
Die festgelegten 277 DM. entsprachen ab 1.7.1987
bei verrechnung von DM. 36,18 für einen entgelt-
punkt 7,6562 EP. Nämlich 36,18 x 7,6562 = 277,--.

Fallen zum ausgleich der ehejahre vor dieser zeit
jahre der rentenversicherung und teilweise bereits
jahre der verbeamtung wusste dies sicher der richter.

Vermute also, die 7,6562 EP. sind eine feststehende
größe. Derzeit gilt 26,13 RW. x 7,6562 = 200,06 an
rente.

Ab 1.7.07 26,27 RW. x 7,6562 = 201,18 rente.
Es werden also immer die entgeltpunkte übertragen
für sie eben aus nacheinander folgenden verdiensten
als angestellter und späterer beamter.
Entsprechend werden ihrem früheren ehemann die
7,6562 EP. abgezogen bei seiner späteren rente.

Glaube also nicht , dass aufgeteilt wird, bei beamten
gibt es ja in diesem sinne keine entgeltpunkte, des-.
halb vermutlich abzug bei der rente.

MfG.

von
Regina

Zur zweiten Frage:
Schauen Sie mal in Ihr Scheidungsurteil bzw. das Urteil über die Durchführung des Versorgungsausgleiches. Im Tenor steht kurz und knapp drin, was passiert.

Zur ersten Frage:
Nehmen wir an Ihre Ehezeit endet im November 1987. Dann würde meines Wissens der (damals) aktuelle Rentenwert von 36,18 DM angesetzt werden.

Bei einer Übertragung von 277 DM wären das also (277 geteilt durch 36,18; gerundet auf vier Stellen): 7,6562 Entgeltpunkte (EP)

Diese 7,6562 EP wurden Ihrem Versicherungskonto entnommen und dem Versicherungskonto der Ex-Frau übertragen.

Würde Ihre Ex-Frau jetzt Rente bekommen wären die 7,6562 EP nicht mehr 277 DM wert, sondern müßten mit dem derzeit aktuellen Rentenwert multipliziert werden.

Ab dem 01.07.2007 beträgt der aktuelle Rentenwert (West) 26,27 Euro. Multipliziert mit den 7,6562 EP ergibt sich daraus ein Wert von 201,13 Euro.

Das ganze wirkt sich aber nicht nur bei Ihrer Ex-Frau aus, auch bei Ihnen selbst. Früher hätten Sie selbst für 7,6562 EP nur 277 DM erhalten, jetzt erhalten Sie dafür 201,13 Euro.

Ich hoffe ich konnte ein wenig weiterhelfen.

http://rente.wordpress.com/

von Experte/in Experten-Antwort

Wie „Schiko“ und „Regina“ schon erwähnten wird der Betrag des Vorsorgungsausgleichs in Entgeltpunkten (EP) errechnet (hier: 277,- DM : 36.18 (EP bei Ehezeitende nach 30.06.1987) = 7,6562 EP. Diese EP werden bei jeder Rentenanpassung ebenfalls angepasst – heute also: x 26,13 = 200,06 EUR wert. Waren Sie bei Ehezeitende schon Beamter, dann wird der Versorgungsausgleich nach dem „Quasi-Splitting“ (1587b Abs. 2 BGB) errechnet. Ihre Versorgungsstelle behält diesen Betrag bei Ihrer Pension. ein.

von
Rauschi

Vielen Dank für die Antwort. Sie schreiben, daß der Versorgungsausgleich bei meiner Beamten-Pension einbehalten wird. Aber wie sieht es mit der Altersrente der LVA aus, die ich mit 65 Jahren noch erhalten werde. Wird der VA von dieser Rente auch einbehalten, oder bekomme ich diese Rente dann in vollem Umfang ausbezahlt, weil der VA mit der Beamten-Pension bereits abgegolten ist???

von
biroglu senol

ICh wollte gerne wissen was Kosten veranschk´lag über Frührente

von Experte/in Experten-Antwort

Beim Quasi-Splitting wird nur ein Leistungsträger zuständig für die Durchführung des Versorgungsausgleiches und das ist bei Ihnen die Versorgungsstelle, d.h. Ihre Altersrente erhalten Sie später ungekürzt

von Experte/in Experten-Antwort

Könnten Sie Ihre Frage etws näher erläutern "veranschk`??".