von
Sabine P.

Mein Vater hat kürzlich eine Renteninformation erhalten. Wir haben festgestellt, dass nicht alle seine Wehrdienstzeiten (neue Bundesländer) enthalten sind. Er hat 2 Zeiten in den 80ger JAhren (einmal wenige Tage, einmal 3 Monate), die fehlen. Während dieser Zeit hatte er Reservistendienst und Mobilmachung und hat von seinem Arbeitgeber ganz normal weiter Gehalt/Lohn gekriegt (so wie bei Entgeltfortzahlung).
Wenn wir jetzt diese Zeiten nachtragen lassen, ist das dann positiv für seine Rente?
Die durchgängige Lohnzahlung ist im Versicherungsverlauf enthalten.

Experten-Antwort

Während der Zeiten des Reservistenwehrdienstes im Beitrittsgebiet bestand regelmäßig Versicherungs- und Beitragspflicht.
Es sind also keine Wehrdienstzeiten sondern nur Arbeitszeiten/Beitragszeiten und sind nicht extra als solche vermerkt.

von
Wehrübung

Das ist regelmäßig bei Wehrübungen im Westen nicht anders. Hat der Arbeitgeber die Beschäftigung nicht ab- und nach Beendigung der Wehrübung wieder neu angemeldet, werden die gemeldeten Tage der Wehrübung auch nicht besonders berücksichtigt.

von
Sabine P.

Genau, es erfolgte keine Ab- und Anmeldung und auch keine extra Bezahlung dieser Zeit (Wehrsold o.ä.).
Es gibt also keinen "Aufschlag" auf Zeiten/Entgeltpunkte aber es ist auch nicht schädlich, das Büchlein mit den Wehrzeiten an die Deutsche Rentenversicherung zu schicken - oder ist das dann gänzlich überflüssig? Wichtig ist mir hier, dass wir nix falsch machen...

von
LS

Kurzfristige Einberufungen die nur den Sinn hatten, die Wehrdienttauglichkeit aufzufrischen, wurden in der ehemaligen DDR nach der Durchschnittslohnverordnung vergütet, sind sinsofern keine Wehrdienstzeiten im klassischen Sinn, wofür man pro Monat 0,0625 Entgeltpiunkte bekommt.
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Eine Lücke im Versicherungsverlauf dürfte aber nicht entstanden sein, denn es hätte der Durchschnittsverdienst berücksichtig werden müssen.
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Wenn keine Verdienste eingetragen wurden, müsste das über die Archivstellen nachgeholt werden.

von
Sabine P.

Nein, es gibt hier keine Lücke im Versicherungsverlauf. Der AG hat einfach weitergezahlt, und so ist es auch im VVL. Ich hatte halt gehofft, dass - ähnlich wie bei Kindererziehungszeiten - evtl. eine Erhöhung der Beiträge erfolgt. Dies ist aber offenbar nicht der Fall?
Falls wir das Büchlein bei der DRV zur Überprüfung einreichen, kann sich hier aber auch nichts nachteilig auswirken, oder?

Experten-Antwort

Es gibt keine Erhöhung, wird sich aber auch nicht nachteilig auswirken.
Während Wehr- bzw. Reservistenübungen bestand (in der ehem. DDR genau wie in der Bundesrepublick Deutschland) das Arbeits- bzw. Beschäftigungsverhältnis einfach weiter. Sie bestätigen zudem auch, dass der Arbeitgeber nicht ab- und wieder angemeldet hat. Rentenversicherungsrechtlich ist es daher nicht von Belang, ob Ihr Vater bei der NVA an den Übungen teilgenommen oder im Betrieb gearbeitet hat. Selbst wenn Sie das Buch einsenden, wird keine Änderung bzw. Ergänzung am Versicherungsverlauf vorgenommen, da ja dass vorrangige Beschäftigungsverhältnis bei der Rente zu berücksichtigen ist.

von
LS

Bitte prüfen, ob die bisher für die kurzfristige Wehrdienstzeit eingeordneten Verdienste je Monat mindestens 0,0625 Entgeltpunkte (EP) erbringen.
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Ist das der Fall, keine Einreichung erforderlich, ergeben sich jedoch weniger (EP) je Monat, Buch einreichen und DRV entscheiden lassen.