von
Rosanna

Hallo Ralf Horst,

" Happy, das ist doch wohl ein wenig weit hergeholt. "

Weshalb? Die Aussage von @Happy ist auf jeden Fall richtig.

" Wenn ein 56 jähriger 2004 anfragt, können die Voraussetzungen des §237 nie erreicht werden, wenn er 2008 den Antrag stellt. "

?

Wie es bereits @happy und auch andere erklärt haben, müssen bei der AR wegen Arbeitslosigkeit mehrere Voraussetzungen erfüllt sein.
Unter Anderem: in den letzten 10 Jahren (also ab dem 50. LJ.) mindestens 8 Jahre Pflichtbeiträge!

Haben Sie sich 2004 als 56-Jähriger bezüglich DIESER Altersrente erkundigt, hätten Sie genau das befolgen sollen, damit überhaupt ein Anspruch auf DIESE AR entstehen kann: weitere Pflichtbeitragszahlung, zumindest bis die 8 Jahre "voll" sind, statt freiwilliger Beitragszahlung. Natürlich muß auch ALO zum Zeitpunkt des Rentenbeginns vorliegen UND mind. 52 Wochen ALO nach Vollendung eines Lebensalters von 58 + 6 Monate.
Und bis zur Ausübung der selbst. Tätigkeit (ab 56?) Pflichtbeiträge, damit bis zum 60. Lebensjahr die 8/10 -Belegung mit Pflichtbeiträgen noch erfüllt werden kann.

MfG Rosanna.

von
Ralf Horst

sorry rosanna,

vielleicht drücke ich mich nicht richtig aus:

Man hat mir vermutlich versehentlich in 2004 zu frw. Beiträgen geraten, die ich bis heute brav bezahle - sogar mehr als die Pflichtbeiträge.

Nur hat das Kind einen anderen Namen.

von
Rosanna

Hallo Ralf Horst,

ich möchte und kann nicht ausschließen, dass Sie 2004 falsch beraten wurden.

Aber IN DER REGEL geht die Beratung bei der Rentenversicherung in folgende Richtung:

Wenn ich mich recht erinnere, haben Sie sich als 56- Jähriger 2004 nach Arbeitslosigkeit selbständig gemacht.

Damit Sie die Anwartschaft für eine ERWERBSMINDERUNGSRENTEnicht verlieren, wurde Ihnen vermutlich die freiwillige Beitragszahlung empfohlen. Was wohl auch vollkommen korrekt ist.

Sie hätten sich wahrscheinlich auf Antrag auch pflichtversichern können, was aber evtl. den Nachteil hätte, dass Sie aus dieser Pflichtversicherung erst wieder herauskommen, wenn die Selbständigkeit beendet worden wäre.

Nun sind wir bei der DRV keine Hellseher und auch Sie konnten im Prinzip 2004 noch nicht wissen, was in den nächsten 4 Jahren (bis 60) auf Sie zukommt.

Für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit nach § 237 SGB VI werden/können in den wenigsten Fällen so weit im voraus Ratschläge erteilt werden. Denn Sie wußten ja 2004 auch noch nicht, ob Sie bei Rentenbeginn SÄMTLICHE ANDEREN VORAUSSETZUNGEN wie Arbeitslosigkeit ab 58,5 J., ALO zum Rentenbeginn, überhaupt erfüllen.

Anders sieht es bei anderen vorzeitigen Altersrenten aus, wenn z.B. "nur" die Wartezeit von 35 Versicherungsjahren zu erfüllen ist und ab einem bestimmten Alter diese AR dann gezahlt werden kann.

Wenn ALLE vor dem 17.11.1950 Geborenen auf die Barrikaden gehen würden, weil man sie nicht persönlich darüber aufgeklärt hat, dass sie, um die AR für schwerbehinderte Menschen ab dem 60. Lebensjahr abschlagsfrei zu erhalten, am 16.11.2000 mind. 50 % schwerbehindert oder berufs- oder erwerbsunfähig sein mussten, hätten wir bei der DRV ein echtes Problem. Dies ist jetzt etwas überspitzt gesagt! :-))

ALLES läßt sich im Leben leider (oder Gott sei Dank) nicht vorausplanen. Sie können auch jahrzehntelang in Ihre Kfz-Versicherung oder eine andere private Versicherung bezahlt haben und diese letztendlich nie in Anspruch nehmen müssen.

Als ich zu arbeiten anfing, gab es auch noch die Altersrente für ALLE Frauen ab dem 60. Lebensjahr. Jetzt ist bei Jahrgang 1951 ENDE mit dieser Altersrente und ich muß bis 65 weiterarbeiten (da ich dann 45 Pflichtbeitragsjahre habe > Altersrente für besonders langjährig Versicherte).

Noch zum Schluß: Es gibt vergleichsweise wenig Ablehnungen bei der AR wegen Arbeitslosigkeit. Und wir suchen absolut nicht, ob wir etwas finden, was sich negativ auf den Antragsteller auswirkt. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, weshalb sollte der Versicherte dann die Rente nicht erhalten??? Das ist wirklich Schmarrn....

MfG Rosanna.

von
Happy

Ich finde meine Frage zwar nicht weit hergeholt, aber Rosanna hat mir (wie schlon so oft) den Gedanken aus dem Kopf gezogen ;-))
Also, wenn Sie im jahr 2004 tatsächlich zu einer freiw. Weitervericherung beraten wurden und wirklich keinen Hinweis auf den evtl. Anspruchsverlust zu ALO-Rente hingewiesen wurden, dann versuchen Sie einen Beratungsfehler geltend zu machen! War das jetzt deutlich genug?
Ansonsten bleibt mir nur zu schreiben, hätte der Hund da nicht hingemacht, wäre ich auch nicht reingetreten!!!

Viel Erfolg
Happy

von
Wolfgang

> Für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit nach § 237 SGB VI werden/können in den wenigsten Fällen so weit im voraus Ratschläge erteilt werden. Denn Sie wußten ja 2004 auch noch nicht, ob Sie bei Rentenbeginn SÄMTLICHE ANDEREN VORAUSSETZUNGEN wie Arbeitslosigkeit ab 58,5 J., ALO zum Rentenbeginn, überhaupt erfüllen.

Hallo Rosanna,

ich wage es, dem mal zu widersprechen - dass man (nur) 4 Jahre vor einem potentiellen Rentenbeginn, nicht alle Voraussetzungen kalkuliert. Die 96/120 Pflichtversicherung ist ein entscheidendes Kriterium für diese Rente. Gebe ich diese Bedingung (leichtfertig) auf, wo ich dabei bin, sie zu erfüllen/sie über den Weg der Antragspflichtversicherung erreichen zu können - und aufgrund der wirtschaftlich ungewissen Lage vielleicht wieder alo werde, schieße ich mir (oder dem Berater ;-) doch nicht nur in ein Knie, wenn da was falsch gelaufen ist ...nach Jahrzehnten nur 4 Jahre vor einer Rente.

Gruß
w.

von
Rosanna

Hallo Wolfgang,

ich möchte eigentlich nicht schon wieder über den Sinn oder die Richtigkeit einer Beratung debattieren. Natürlich sind 4 Jahre nicht unbedingt lange.

Aber ERFAHRUNGSGEMÄSS erkundigen sich die Wenigsten in diesem Alter nach der Altersrente wegen ALO, wenn sie in diesem Alter (56) eine selbständige Tätigkeit aufnehmen! Das ist nun mal so.

Man kann einen Versicherten in dieser Lage natürlich auch über SÄMTLICHE VORAUSSETZUNGEN FÜR SÄMTLICHE RENTENARTEN beraten. Aber, sorry, ich persönlich halte nichts davon, denn 1. welcher Berater hat 3 Stunden Zeit, um alles durchzusprechen? Und 2. welcher Versicherter hat die Auffassungsgabe, alles zu behalten? Dies ist naturgemäss für einen Laien gar nicht möglich. Dafür gibt es Rentenauskünfte, Renteninformationen und und und... wenn man etwas bestimmtes wissen will, kann man den DRV-Mitarbeiter konkret darauf ansprechen.

Ich hatte auch schon Versicherte, die wurden von Beratern in der Service-Stelle so lange zugequatscht (sorry für den Ausdruck), dass sie am Ende gar nichts mehr verstanden und völlig falsche Entscheidungen getroffen haben.

Ob bei @Ralf Horst eine falsche oder nicht ausreichende Beratung stattgefunden hat, wissen Sie so wenig wie ich; ich habe es ja nicht ausgeschlossen.

Aber mein obiger Beitrag stellt auch nur MEINE MEINUNG dar. Ich möchte Sie lediglich bitten, diese nicht immer (öfter) in alle Einzelheiten zu zerpflücken. :-)) Ich lasse Ihnen auch Ihre Meinung. Okay?

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag,

VG Rosanna.

von
Wolfgang

> ... wenn man etwas bestimmtes wissen will, kann man den DRV-Mitarbeiter konkret darauf ansprechen.

Hallo Rosanna,

welcher Normal-Versicherte weiß denn heute noch, was er wissen muss ?!

...nee, mehr 'pfück' ich jetzt nicht, auch wenn mir ziemlich auf die Zunge beiße ;-))

Gruß
w.

von
KSC

laßt es doch bitte alle gut sein!

Ralf Horst kennt jetzt die Wege.
Er wird sich im Rahmen dieser Wege durch Widerspruchs und/oder Klageverfahren kämpfen.

Und am Ende weiß er ob er gewonnen hat.

Und alles weiter führt hier zu nichts mehr.