von
Angi

Hallo,
ein Bekannter ist schwerbehindert und arbeitet in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Allein von seinem Alter her könnte er eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragen. Das will er aber nicht, weil er noch weiter arbeiten möchte. Jetzt habe ich gelesen, dass er Rente beziehen und trotzdem arbeiten kann, weil das Entgelt was er in der WfbM verdient im Gegensatz zu Entgelt aus einer "normalen" Beschäftigung nicht angerechnet wird. Stimmt das?

von
KSC

Ja das stimmt - aber es könnte sein, dass die Werkstatt dann seinen "Werkstattlohn" kürzt, wenn er zusätzlich Rente bezieht.

Das muss er allerdings dort beim Sozialdienst erfragen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Angi,

nach § 34 Abs. 2 S. 4 Nr. 2 SGB VI gilt das Entgelt, das ein behinderter Mensch vom Träger einer WfbM erhält, nicht als Arbeitsentgelt im Sinne der Hinzuverdienstgrenzenprüfung. Dieses Entgelt wird also tatsächlich nicht bei einer evtl. vorzeitigen Altersrente angerechnet.

Wie von „KSC“ bereits angemerkt, sollte aber auch aus meiner Sicht zunächst mit der WfbM geklärt werden, welche Auswirkungen ein Altersrentenbezug auf die Tätigkeit in der WfbM haben könnte.

von
Wolf Dieter

Ihr Bekannter bezieht wohl zur Zeit eine Erwerbsminderungsrente. Wenn er gerne noch weiter in der Werkstatt arbeiten möchte könnte gerade das Weiterarbeiten über das 60 . Lebensjahr hninaus noch zu einer Erhöhung seiner Altersrente führen. Ein Wechsel in eine Altersrente zum frühesten Zeitpunkt kann auch zum Verlust des Werkstattplatzes führen, weil der Sozialhilfeträger dann mit dem Verweis auf die willentliche Entscheidung für den Ruhestand seine Kostenzusage widerrufen kann.( Ziel der Werkstattförderung ist die Eingliederung in Arbeit.) Die Sozialhilfeträger fördern in der Regel längstens bis zur regulären Altersrente.