von
steffi

guten tag,

ich schreiben für eine freundin, die dazu nicht in der lage ist.

der mann meiner freundin ist 47 jahre und liegt im sterben. er würde aktuell eine emr von 1300 € brutto erhalten. der antrag läuft noch.

die beiden sind seit 1989 verheiratet.

meine freundin bekommt emr, knapp 900€ im monat und ist 48 jahre.
es sind keine kinder vorhanden.

mit was für einer witwenrente kann meine freundin rechnen?
die frage wird jetzt schon gestellt, da meine freundin nicht weiß, ob sie die wohnung, auto usw. halten kann.

besten dank!
steffi

von
W*lfgang

Hallo steffi,

nach den Altersdaten ist keiner von beiden vor 1961 geboren ist - demnach gilt 'neues' Hinterbliebenenrentenrecht.

Sofern das von beiden alle Einkommensarten sind, sieht es so auch:

In den ersten 3 Monaten erhält Sie 100 % seiner Rente, also brutto 1300 EUR.

Ab 4. Monat geht es um 55 %, 715 EUR. Die eigene Brutto-Rente wird mit einem pauschaliertem Netto-Betrag (pauschaler Abzug von 14 %, gilt nur für die Witwenrentenberechnung) in Anrechnung gebracht - ich gehe aber davon aus, dass die 900 EUR eigene EM-Rente bereits der Auszahlungsbetrag ist, insofern passt das schon so grob.

Wenn eigenes Einkommen/die Rente einen Freibetrag von aktuell 771 EUR überschreitet, ist die Witwenrente zu kürzen, daher:

900 - 771 = 129 'zuviel'. Davon werden 40 % ermittelt = 51 EUR, das ist der Kürzungsbetrag für die Witwenrente:

715 - 51 = 664 EUR ausgezahlte Witwenrente.

Sofern Ihre Freundin im eigenen Rentenkonto Kinder angerechnet bekommen hat, wird die Rente des Verstorbenen um Zuschläge erhöht, für das erste Kind 58 EUR, für alle weiteren 29 EUR - max. aber nur bis auf 100 % seiner Rente/1300 ...insofern kann auch nach neuem Hinterbliebenenrentenrecht die Witwenrente 60 % erreichen oder sogar höher ausfallen. ABER, nur so lange keine anderen Vermögens- und Kapitaleinkünfte zusätzlich zu berücksichtigen sind.

> die frage wird jetzt schon gestellt, da meine freundin nicht weiß, ob sie die wohnung, auto usw. halten kann.

Berechtigt - ich hatte kürzlich den Fall einer Kollegin, wo absehbar war ...nun, Mann ist inzwischen im Hospiz verstorben - da muss man unvoreingenommen herantreten, letztendlich geht es dabei immer um die finanzielle Zukunft des Überlebenden/ggf. der minderjährigen Kinder ...Trauern muss man dann allein, auch wenn das einen Berater sicher nicht ganz unberührt lässt – der kann nur Wege aufzeigen, was nach einem Schicksalsschlag im Portemonnaie zu erwarten ist und anschließend die notwendigen Anträge auf den Weg bringen.

Rat: Suchen Sie mit Ihrer Freundin die nächste Beratungsstelle auf und lassen das noch mal punktgenau abgleichen.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Nach Ihren Schilderungen findet hier das neue Hinterbliebenenrentenrecht Anwendung, welches seit Anfang 2002 gilt. Die große Witwenrente beträgt danach 55 Prozent ab dem 4. Monat (vorher 100 Prozent) der Versichertenrente, auf die der verstorbener Ehepartner Anspruch gehabt hätte oder die er bereits bezogen hat.
Werden neben der Hinterbliebenenrente weitere Einkünfte (wie z.B. eine eigene Erwerbsminderungsrente) bezogen/erzielt, werden diese lediglich oberhalb eines bestimmten Freibetrags (z. Zt. 771,14 EUR) zu 40 Prozent auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.
Ausgegangen wird dabei von den Nettoeinkünften, die durch den Abzug von Pauschalwerten vom Bruttowert ermittelt werden. Bei der Erwerbsminderungsrente wird die maßgebliche „Nettorente“ durch Abzug einer Pauschale von 14,0 % (bei Leistungsbeginn der Erwerbsminderungsrente vor 2011 von 13,0 %) ermittelt.
Wir empfehlen Ihnen ebenfalls, dass sich Ihre Freundin von einer Beartungsstelle ihrer Rentenversicherung beraten lässt.

von
steffi

hallo wolfgang/ experten,

vielen dank für die hilfreiche antwort!
das hat vorerst sehr geholfen!

viele grüße
steffi