von
Julia H.

Ich bin Russin (51) mit russischer Staatsangehörigkeit, wohnhaft in Moskau, und mein Ehemann, der vor kurzem mit 58 Jahren gestorben ist, war Bundesbürger. Vielleicht weil Deutsch für mich keine Muttersprache ist, verstehe ich überhaupt nicht, ob ich Recht auf die Witwenrente habe. Ich bin berufsfähig und habe keine minderjährige Kinder, unsere Ehe dauerte viereinhalb Jahre. Falls ich das Recht darauf habe (später haben werde), was kann ich aus Moskau tun?

von
Wolfgang Amadeus

Hallo Julia,

wenn Dein Mann wenigstens für 5 Jahre Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt hat, hast Du Anspruch auf Witwenrente.

Bis zum 3. Kalendermonat nach dem Tod wird die volle Rente gezahlt, dann nur noch 60 % (wenn Ihr nach 2001 geheiratet habt 55 %).

Ab dem 4. Kalendermonat nach dem Tod gibt es außerdem die sogenannte Einkommensanrechnung, das bedeutet, dass sich, wenn Du z.B. noch berufstätig bist, die Witwenrente vermindern kann. Allerdings gibt es dazu einen Freibetrag (zur Zeit monatlich 693,53 €).

Das alles nur als kleine Grundinformation.

Auf jeden Fall ist es wichtig, so bald wie möglich einen Antrag auf Witwenrente zu stellen.

Hast Du noch Bekannte in Deutschland (eventuell auch Verwandte Deines Mannes)? Dann könntest Du vielleicht jemanden bevollmächtigen, für Dich den Rentenantrag zu stellen.

Oder Du machst es über eine deutsche Vertretung in Rußland.

Oder Du schreibst formlos an die Deutsche Rentenversicherung und bittest darum, Dir die Antragsformulare zuzuschicken, allerdings ich muss sagen, es ist nicht leicht, diese Formulare selbst auszufüllen, zumal wenn man nicht besonders gute deutsche Sprachkenntnisse hat.

Experten-Antwort

Wie Wolfgang Amadeus bereits ausführte, sollten Sie baldmöglichst einen Antrag auf Witwenrente stellen.
Sie könnten sich auch formlos an den deutschen Rentenversicherungsträger wenden, damit Ihnen die entsprechenden Antragsvordrucke zugesandt werden.