von
Lara

Liebe Experten,
ich habe gelesen, dass man 2-mal im Jahr die Hinzuverdienstgrenze um das doppelte überschreiten darf, gilt
das auch bei der Witwenrente? Oder wie das bei Überstundenauszahlung aus?
Vielen Dank für Ihre Mühe

von
bekiss

Maßgeblich für die Witwenrente ab 01.07.2007 (voraussichtlich) ist das RV-pflichtige Bruttojahresarbeitsentgeltaus dem Jahre 2006 geteilt durch die Anzahl der Kalendermonate, in denen es erzielt ist. Zunächst wird das Einkommen durch Abzug eines je nach Einkommensart unterschiedlichen Prozentsatzes pauschalisiert auf ein fiktives Nettoeinkommen heruntergerechnet.

Der Pauschalabzug beträgt zum Beispiel bei Arbeitsentgelt 40 Prozent, bei Arbeitsentgelt aus geringfügiger Beschäftigung 20 Prozent, bei Arbeitseinkommen (Selbständige) 39,8 Prozent und bei Beamtenbezügen 27,5 Prozent). Dann gibt es einen Freibetrag. Die Witwen- beziehungsweise Witwerrente wird nur dann in voller Höhe gewährt, wenn das so ermittelte eigene Erwerbs- beziehungsweise Erwerbsersatzeinkommen einen bestimmten Freibetrag nicht erreicht. Seit dem 1.7.03 beträgt dieser bei Wohnsitz in den alten Bundesländern mtl. 689,83 Euro, in den neuen mtl. 606,41 Euro. 40 Prozent des den Freibetrag übersteigenden Einkommens wird von der Witwen-Rente abgezogen.

Erst bei einer eventuellen nächsten Einkommensüberprüfung (voraussichtlich im Jahr 2008) würde dann das RV-pflichtige Bruttojahresarbeitsentgeltaus dem Jahre 2007, geteilt durch die Anzahl der Kalendermonate, in denen es erzielt ist, herangezogen.

Eine ausführliche Broschüre finden Sie dazu unter http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_15182/SharedDocs/de/Inhalt/04__Formulare__Publikationen/02__info__broschueren/03__rente/wie__viel__k_C3_B6nnen__rentner__hinzuverdienen,property=publicationFile.pdf/wie_viel_k%C3%B6nnen_rentner_hinzuverdienen

von
Knappe

Das zweimalige Überschreiten bis zum doppelten der maßgeblichen Hinzuverdienstgrenze gilt nach den §§34, 96a SGB VI nur bei den Altersrenten vor Vollendung des 65.Lebensjahres und den Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

Bei der Witwenrente findet eine Einkommensanrechnung nach §97 SGB VI statt.
Beim erstmaligen Zusammentreffen von Witwenrente und Einkommen wird nach dem Günstigkeistprinzip entweder das monatliche Durschschnittseinkommen des Vorjahres oder das laufende monatliche Einkommen zugrunde gelegt.
Änderungen beim Einkommen (Erhöhungen) - nach dem erstmaligen Zusammentreffen - sind erst vom Zeitpunkt der nächsten Rentenanpassung zu berücksichtigen (§18 d SGB IV).
Eine monatliche Gegenüberstellung von erzieltem Einkommen und der Einbehaltung der maßgeblichen Hinzuverdienstgrenze, wie bei den Altersrenten vor Vollendung des 65.Lebensjahres und den Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit - findet bei den Hinterbliebenenrenten nicht statt.

von Experte/in Experten-Antwort

Ich schließe mich hier inhaltlich den Ausführungen von "bekiss" und "Knappe" an. Die angesprochene Regelung gilt in der Tat allein für das Zusammentreffen von Rente aus eigener Versicherung und Erwerbseinkommen gemäß §§ 34 Abs. 2 u. 3, 96a und 313 SGB VI. Aus verschiedenen (auch gesetzessystematischen) Gründen ist sie nicht auf die Einkommensanrechnung auf Renten wegen Todes, für die primär das monatliche Vorjahreserwerbseinkommen maßgebend ist, übertragbar.