von
Hans

Hallo zusammen!

1. Ist die Höhe des gemeldeten Entgeltes während des Zeitraumes der beruflichen Ausbildung im rv-rechtlichen Sinne relevant?

2. Ist die Speicherung eines vollen Monats "beruflicher Ausbildung" vorteilhafter für den Versicherten, als bspw. nur eines Drittels des Kalendermonats (d. anderen 2/3 dann normale Pflichtbeitragszeit)? Oder ist dies komplett irrelevant, da angefangene Azubi Monate rv-rechtlich als komplette Monate gelten?

Danke im Voraus!

Experten-Antwort

Ob es sich um einen vollen Kalendermonat oder um einen Teilweisen handelt, ist nicht relevant. Die Höhe schon, da Sie entscheidend ist, für die spätere Rentenhöhe. Je höher das Entgelt, desto höher ist nachher auch die Rente.

von
Hans

Hallo Experte!

Vielen Dank für die qualifizierte und (wie immer) rasche Antwort!

Trotzdem "eine" Nachfrage:
1. Ist das höhere Entgelt als Azubi "vorteilhafter" für den Versicherten als ein "normaler" Pflichtbeitrag?
2. Wird nun NUR die Azubi Vergütung für den betreffenden Monat von der RV berücksichtigt oder das Gesamtentgelt für den betreffenden Monat?

Bsp:
bis zum 15. d. Monats Azubi: 300,-
ab 15 bis 30. d. Monats Ang. Gehalt: 1100,-

Wird nun eine
a.) zeitliche und
b.) entgeltliche Abgrenzung von der RV vorgenommen?

von
Wolfgang

Hallo Hans,

das Einkommen der _gesamten_ beruflichen Ausbildung (alle Entgeltpunkte der Ausbildungszeit) ist für die vergleichenden Berechnung maßgebend. Insofern 'drückt' natürlich das erhöhte/zusätzliche Beschäftigungseinkommen für den letzten Monat den ausgleichenden Punktwert etwas, 'Verlust' liegt unter 50 Cent mtl.

Gruß
w.

von
Schiko.,

Das sind für dieses monat
1400 RV. pflichtiges ein-
kommen.

MfG.

von
Hans

Verstehe ich Euch jetzt richtig?

Es ist also so, dass ein für den betreffenden Monat niedrigeres Entgelt (z.B. 600,-) vorteilig gegenüber einem höheren Entgelt (z.B. 1400,- ) für den Versicherten auswirken würde???

von
Brille

Hallo Hans!

Im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung (§71 SGB VI) und deren 'Begrenzung' (§74 SGB VI) ist so einiges möglich - wie es sich in Ihrem konkreten Fall tatsächlich auswirkt werden Sie aber erst am Tag 'X' Ihrem individuellen Rentenbescheid entnehmen können - künftige Rechtsänderungen inbegriffen!

Desweiteren ist die Diskussion müßig, da Sie bitte immer vollständige und richtige Angaben gegenüber dem Leistungsträger machen - eine Wahl des 'günstigeren Rechtes' (sag ich es oder sag ich es nicht...!).

von
Brille

eine Wahl des 'günstigeren Rechtes' (sag ich es oder sag ich es nicht...!) GIBT ES NICHT!

(hat noch gefehlt - Entschuldigung!)

von
Hans

Danke für den Beitrag!

Ich glaube, ich muß hier sagen, dass es sich um den von mir geschilderten Fall NICHT um einen Realfall handelt!

Im Zuge einer Klausur kam dieser Fall, den ich aber nicht wortwörtlich im Kopf habe:

Der Fall:
Versicherter war Azubi bis 15.05 und wird anschließend von seinem Betrieb übernommen. Folge: Azubientgelt bis 15.05, danach Pflichtbeitragszeiten auf Grund des Angestelltenverhältnisses. DRV erhält Meldung vom AG des V über Pflichtbeiträge.

Sinngemäße Fragen:
Hat V der DRV zu melden, dass er Azubi war? Welche Pflichten hat V?

Abwandlung d. Falls:
V hat Meldung an DRV vorgenommen, die das Entgelt des o.g. Monats über den Durchschnitt der letzten 12 Monate in Höhe von 600,00 ermittelt hat.
V verdiente aber bis 15.05 300,-, danach bis 30.05 1100,-.
Frage:
Welche Auswirkungen hat die Berechnung der DRV auf den Versicherungsverlauf des V? Ist die Durchschnittsermittlung für V positiv oder negativ?

Ich muss zugeben, bei dieser Fragestellung bzw. bei diesem Fall kam ich ins Schwimmen,deshalb hatte ich Hoffnung, hier jemanden zu treffen, der mir mal sagt, was man darauf (letzte Frage) antworten soll.

von
Nicht zu glauben

Na toll, den Fall gibt es gar nicht! Nur gut, dass keiner die hierfür investierte Zeit der Forumsteilnehmer berechnet...

von
Wolfgang

Versicherungsmathematisch ist das ganz einfach ...wie ich oben schon geschildert habe. Das höhere Entgelt für den halben Monat 'Vollbeschäftigung' verpufft und führt im Endeffekt zu einer (minimal) geringeren Bewertung der gesamten Zeit der beruflichen Ausbildung - in jeder Rentenauskunft mit Berechnungsanlagen nachzulesen, Anlage 3 (Bewertung beitragsgeminderter Zeiten) ist es wohl, schlüsselt sich das auf.

Gruß
w.
Doch, den Grundgedanken von Hans verstehe ich schon - mehr Entgelt, mehr Rente? ...nicht in diesem Fall der Bewertung dieser Zeit (heute zumindest ;-)

von
Brille

Hallo Hans!

Wenn der Fall Gegenstand einer Klausur war, wurde das Thema dann nicht schon vorher im Unterricht behandelt ;-)

Oder wie die DRV zu sagen pflegt: 'das rechnet die Maschine...!'

Experten-Antwort

Die Speicherung eines vollen Kalendermonats ist für den Versicherten grundsätzlich vorteilhafter, da die Ausbildungsvergütung in der Regel, so wie in Ihrem Klausurfall, geringer ist, wie der spätere Lohn. Zwar gilt rentenrechtlich auch hier das Monatsprinzip und im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung gilt der ganze Monat Mai als beitragsgeminderte Zeit. Da aber ab Ende der beruflichen Ausbildung das (höhere) Entgelt des Folgezeitraumes für die Zeit bis zum Ende des Ausbildungsmonats (hier: Mai) diesem anteilig als Beitragszeit zuzurechnen ist, ändert sich zwar nicht die Bewertung der Ausbildungsmonate, aber die Entgeltpunkte als Beitragszeit, die hiervon abzuziehen sind fallen höher aus und führen daher zu geringeren zusätzlichen Entgeltpunkten.