von
Rapunzel

Moin moin,

wie ich feststelle, habe ich doch ein bewegtes Leben mit vielen unterschiedlichen Zeiten der Berufstätigkeit, bezahlten Praktika, Semesterferienjobs, Schule und Hochschulausbildung.

Ich habe eine Excel erstellt und links mit Zeilennummern versehen.
http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/201510fragerekfqntp2x30.png
(hellblau sind Schul/Hochschulzeiten, hellrot Pflichtbeitragszeiten)

Frage 1: Wie ist zum Beispiel Zeile 17 und 23 zu bewerten (rote Zahlen). Gibt es dafür Regeln? Ist die Pflichtbeitragszeit die 'höherwertige', wenn es im selben Monat auch Anrechnungszeiten gibt? Oder hat das Jahr dann plötzlich 14 Monate?

Frage 2: Anerkennungszeiten für Schulbildung und Hochschulbildung.
Zählt hier Gymnasium, Höhere Berufsfachschule und Studium alles zu den 96 Monaten? Gibt es eine Altersgrenze - ich habe irgendwo etwas von 'bis zum 25. Lebensjahr' gelesen.

Frage 3: Damit mein Abschluss an der Höheren Berufsfachschule anerkannt wurde, musste ich ein Vorpraktikum machen (Zeile 27+28 ... Beitragspflichtige Zeit). Es hat sich ein Monat Lücke zwischen Schule und Praktikum gebildet. Ist das eine Übergangszeit?

Schonmal vorab vielen Dank

von
Jonny

Zeile 17 ist ein beitragsgeminderter Monat, er zählt nur einmal! Und als Schulzeit bekommt er keinen besseren Wert als aus den Beiträgen.
Zeile 23 ebenso. Aber als Fachschulzeit könnte er einen besseren Wert erhalte, wohlgemerkt Könnte
Schul-, Fachschul- und Hochschulzeiten zählen maximal 96 Monate. Auf das Lebensalter kommt es nicht an.
Frage zur Übergangszeit, m. E. Wohl nein. Wozu auch?
Meint jedenfalls Jonny

von
Rapunzel

Zitiert von: Jonny

Zeile 17 ist ein beitragsgeminderter Monat,

Hallo Jonny,

mit dem *beitragsgeminderten Zeit* hast du mir schon sehr geholfen.

Übrigens war es in Zeile 23 tatsächlich eine 2jährige 'Höhere Berufsfachschule' (als Wahlfach mit zusätzlichen Fächern zur Fachhochschulreife ... denn ich hatte nur 10.Kl Gym). Und damit dieser Abschluss aus Schleswig-Holstein anerkannt wurde, benötigte es ein einjähriges Praktikum um zum Fachhochschulstudium zugelassen zu werden. Ich habe schon an anderer Stelle gelesen, dass auch das Praktikum nicht rentenversicherungsfrei sei - deshalb habe ich auch nciht damit gerechnet, dass es eine 'Übergangszeit' wird.
Die 'Fachschulausbildung' war aus meiner Sicht nicht 'Berufsbildung', sondern 'Schulbildung'. Eine dreijährige duale Ausbildung hab ich mit 17 begonnen und abgeschlossen ... eventuell sind damit gewisse Zeiten eh belegt.
Die Zeile 26 dann also ein 'Lücke' ... mir widerstreben Lücken!

Ich werde also meine Tabelle mit neuen Spalten versehen ... und habe mir einmal folgendes Schema aufgebaut, um die ganzen Begriffe einzuordnen.

IST ES KORREKT?
==============================
Nach BeitragsDICHTE (zur Grundbewertung der Entgeltpunkte)

[] BEITRAGSZEITEN / Berücksichtigungszeiten
* Tatsächliche Beitragszeit (Pflichtbeitrag Arbeitnehmer)
* Berufliche Ausbildung (beitragsgeminderte Pflichtbeitrag)
* beitragsgeminderte Zeiten
- versicherungspflichtigen selbständigen Tätigkeiten
(Hebammen, Künstler | oder freiwillige Entscheidung)
- Fiktive Beitragszeiten (wie z.B. Kindererziehung)

[] BEITRAGSFREIE ZEITEN (= Berücksichtigungszeiten)
* Anrechnungzeiten (Schul-Hochschule, max 92M)
- Ersatzzeiten (Kriegsdienst etc.)
- Zurechnungszeiten (Zeiten mit Rentenbezug)

[] FREIWILLIGE BEITRAGSZEITEN
? freiwilliger Beiträge zur Erfüllung (vollwertiger) Beitragszeiten

[] LÜCKEN
* Zeiten ohne jegliche Anrechnung

Nach BeitragsHÖHE
... erfolgt die Berechnung der Rente
max 3J der Schulzeiten fließen ein
====================================
Für mich persönlich sind nur * und ? relevant
====================================

von
Jonny

Viel Vergnügen bei der Berechnung mit Excel. Wird wohl kaum gelingen. Dazu braucht es etwas mehr
ist sich sicher
Jonny

von
Rapunzel

Zitiert von: Jonny

Viel Vergnügen bei der Berechnung mit Excel. Wird wohl kaum gelingen. Dazu braucht es etwas mehr
ist sich sicher
Jonny

Da bin ich mir auch ganz sicher - auch wenn ich mit Formeln umgehen kann (Datumsformate in der Datenverarbeitung sind toll) .... Ich will aber auch ganz sicher nicht die Höhe der Rente ausrechnen - dafür gibt es schicke Software *sicherbin*. Ich will nur die Zeiten den entsprechenden Kriterien zuordnen.

Ich verstehe noch nicht, wie sich die *beitragsgeminderten* Monate auf die Grundbewertung auswirken.

Die zwei aufgezeigten Jahre sind nur ein Teil ... während meines Studiums hatte ich ständig (auch rentenversicherte) Jobs in den Semesterferien ... auch mal als Tutor mit 800DM nebenbei ... ich bin mir nicht im Klaren, bei welchen Jobs es sich überhaupt lohnt nachzuweisen, dass der Monat rein 'schulisch' oder 'beitragsvoll' oder 'beitragsgemindert' war.

Viele Grüße von Rapunzel ... die sich grad die Haare rauft

von
Argon

Zitiert von: Rapunzel

Ich verstehe noch nicht, wie sich die *beitragsgeminderten* Monate auf die Grundbewertung auswirken.

Fordern Sie sich eine Rentenauskunft MIT Berechnungsanlagen an.
Die steht dann alles drin: Nicht nur das Ergebnis sondern auch die Herleitung.

von
Rapunzel

Zitiert von: Argon

Fordern Sie sich eine Rentenauskunft MIT Berechnungsanlagen an.
Die steht dann alles drin: Nicht nur das Ergebnis sondern auch die Herleitung.

Danke, hab ich gemacht. Eine SozMeldung mit abweichenden Betrag habe ich auch beigelegt ("0200" von 1999). Und eine zweite Rentennummer, die ich während des Sprachaufenthalts erhalten habe (vermute dort Beiträge von einem Praktikum).

Die Problematik mit den Monaten mit zwei abweichenden Bewertungen werde ich mir nochmal mit der Rentenauskunft ansehen und hab auch schon einen Termin für die Kontenklärung für Mitte Januar.
(dann hab ich hoffentlich Klarheit, ob ich auch das zweite Studium zum Master 2009-2013 angeben soll).

Für weiteren Input bin ich aber gerne zu haben - ich kann nur dazulernen!

Schönen Abend.

von Experte/in Experten-Antwort

"Jonny" hat Ihre ersten Fragen bereits richtig beantwortet.

Soweit Sie während der Semesterferien versicherungspflichtig beschäftigt waren, werden zeitgleich nur dann Anrechnungszeiten wegen schulischer Ausbildung anerkannt, wenn die zeitliche Inanspruchnahme durch das Studium (außerhalb der Ferien) höher war, als die zeitliche Inanspruchnahme durch den Job (§ 58 Abs. 4a SGB VI). Die zeitgleiche Anerkennung von Anrechnungszeiten und Beitragszeiten muss sich dabei nicht immer positiv auf die Leistungshöhe auswirken. Eine pauschale Aussage ist hierzu jedoch nicht möglich.

von
****

"dann hab ich hoffentlich Klarheit, ob ich auch das zweite Studium zum Master 2009-2013 angeben soll)."

Die GRV ist doch kein Wunschkonzert.
Az'n werden grundsätzlich erstmal nur vorgemerkt, ob und wie sie bei der Berechnung einer späteren Rente bewertet werden richtet sich nach dem dann geltenden Recht.
Wenn sie jetzt Schul und Studienzeiten nicht angeben kann der RV-Träger nicht feststellen ob die Höchstanrechnungsdauer von 8 Jahren nicht bereits überschritten ist, die Nachzahlungsmöglichkeit des §207 SGB 6 endet aber mit Vollendung des 45 Lj.

PS Sie glauben doch wohl nicht, dass Zeiten die endlich aus der Bewertung rausgeflogen sind in Zukunft wieder mit EP bewertet werden?!

von
W*lfgang

Zitiert von: Rapunzel
Die Zeile 26 dann also ein 'Lücke' ... mir widerstreben Lücken!
Rapunzel,

Lücken können manchmal 'besser' sein, als der zwanghafte Nachweis sich auf die Berechnung negativ auswirkender Zeiten. Gut, das Rentenkonto sieht 'schön' aus ...und, ja es wäre richtig/gesetzeskonform (!), alle relevanten Zeiten anzugeben - manchmal befällt einen aber auch situationsbedingte Demenz bei bestimmten Fragen zur Kontenklärung ;-)

Beachten Sie daher auch den Hinweis von ****, dass möglicherweise sinnvolle Nachzahlungsmöglichkeiten mit Alter 45 enden.

Gruß
w.

von
Jonny

Zitiert von: W*lfgang

Lücken können manchmal 'besser' sein, als der zwanghafte Nachweis sich auf die Berechnung negativ auswirkender Zeiten.

Das sind ja ganz neue Erkenntnisse. Könnte ich mal ein Beispiel dafür haben?
Ich dachte immer eine Lücke würde den Gesamtleistungswert senken und eine - selbst nicht zu bewertende Zeit - ihn erhöhen.
Welche anerkannte Zeit soll sich denn negativer auswirken als eine Lücke?
Bin gespannt auf W*lfgangs Anwort
Jonny

von
W*lfgang

Zitiert von: Jonny
(...)
Jonny,

füllen Sie die max. 96 Monate AZ/Ausbildung auf mit weiteren unbewerteten Studienzeiten und machen in späterer Zeit noch eine eigentlich zu bewertende Fachschulausbildung - würde die noch bewertet werden, oder wegen Kappung/Höchstdauer überschritten untern Tisch fallen?

Gruß
w.

von
W*lfgang

Nachtrag:

Auch im Rahmen der 'Mindestentgeltpunkte bei geringem Arbeitsentgelt' rechnet es sich schon mal, 'einfach mal die Klappe zu halten/ich hab da noch eine alte VK gefunden' ...was nach nur lausigen 11 Monaten späterem Rentenbeginn nach letzter Rentenauskunft zum Verlust von gut 100 EUR führte - dumm gelaufen, da nur damit der 75 % Wert einen Hauch überschritten worden ist.

Natürlich rechtlich einwandfrei! Aber ...nein, wir wollen doch niemanden zum 'Schummeln' animieren. Rentenberechnung im Detail kann schon mal 'Fragezeichen' aufwerfen ...

Gruß
w.

von
Jonny

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Jonny
(...)
Jonny,

füllen Sie die max. 96 Monate AZ/Ausbildung auf mit weiteren unbewerteten Studienzeiten und machen in späterer Zeit noch eine eigentlich zu bewertende Fachschulausbildung - würde die noch bewertet werden, oder wegen Kappung/Höchstdauer überschritten untern Tisch fallen?

Gruß
w.

Ja, nach Ansicht der RV-Träger würde sie unter den Tisch fallen. Das Gesetz sagt dazu nichts genaues. Ob vielleicht doch die Fachschule vorrangig zum Zuge kommt, wird gerade von den Gerichten entschieden.

Was die Mindestentgeltpunkte angeht, weil der Schnitt durch "neue" hohe Beiträge kaputtgeht, stimme ich zu. Allerdings mit 11 hohen Beiträge 100 € monatlich zu verlieren ist schon ein sehr krasser Fall. Das wären immerhin knappe 3 1/2 MindestEP die ja nur mit sehr geringen Beiträgen zustande kommen. Und dann der Ausreißer mit 11 Höchstbeiträgen aus einer alten VK vor 1973?
Ja, Rentenberechnung im Detail wirft wirklich viele Fragen auf, so auch Verbindliche Entscheidungen des großen Bundesvorstandes der DRV-Bund.
Schönen Abend noch wünscht
Jonny

von
W*lfgang

Zitiert von: Jonny
Ja, Rentenberechnung im Detail wirft wirklich viele Fragen auf
Jonny,

da sind wir beisammen, dass es da noch viele/einige 'Seltsamkeiten' gibt - auch wenn es sehr geringe Einzelfälle betrifft und der Gesetzgeber nicht jeden 'Pfurz' von hintenrein erkennen kann/regeln muss.

Wünsche Ihnen Gute Nacht ...Ihren Gedanken zu folgen ist interessant - können natürlich Andere nicht verstehen, die grad erst ins SV-Haifischbecken geworfen worden sind ;-)

Gruß
w.

von
Rapunzel

Nen Abend,
ja, Haifischbecken trifft es ganz gut.

Ich habe einfach am Anfang dieses Masterstudiums sehr gut verdient (war aber unzufrieden mit dem Job selbst). Wir konnten uns an dieser Uni die Anzahl der Module pro Semester sehr individuell gestalten. Außerdem von Do-Sa Vorlesung mit äußerst wenigen Präsenzzeiten. Aber sie haben recht, ich hoffe, ich habe noch meine Stundenauflistung (ich habe weiterhin über 40h gearbeitet habe und nebenbei noch mit der Hälfte der Module abstudiert). Dann gab es aber auch andere Zeiten - die auch in das Masterstudium fallen - in denen ich ziemlich krank war (auch 6 Wo Fortzahlung) und danach die einmonatige Lücke und danach 7 Monate Regenerierung mit nur einen kleinen Job ... in dieser Zeit hatte ich nur zwei Module. Hört sich nach entspannte Monate an ... waren es aber nicht.
Die Zeit mit dem geringen Job (und Regenerierung) würde wohl in die max92 fallen.
Ich würde eben auch gerne wissen, was mich erwartet und die notwendigen Unterlagen schon mitbringen - ist doch verständlich, oder?
Das Leben ist halt nicht nur schwarz oder weiß ...
Einen schönen Abend