von
Harald F.

Hallo,

leider habe ich bis in mein 28.Lebensjahr hinein studiert; für diese überlange Studienzeit zahle ich gem §207 SGB VI Beiträge nach.

Von meinem Arbeitgeber erhalte ich Ende des Monats wieder eine Prämie; er will diese immer möglichst "sozialabgaben-günstig" gestalten, indem er mir z.B. Zuschüsse zum Fitnessstudio zahlt (dort gehe ich aber nicht hin). Ich dagegen lege großen Wert auf eine gute Absicherung (weswegen ich ja unter anderem auch für meine Studienzeiten nachzahle).

Meine Frage ist jetzt wie folgt: Kann mein Arbeitgeber auch einfach die Zahlungen für meine Studienzeiten übernehmen? Dann dürften ja auch nicht nochmals Sozialabgaben anfallen - und meinem Wunsch bezüglich zusätzlicher Absicherung wäre auch entsprochen.

Geht das?
Oder ist diese Konstellation nicht möglich? Denn einen Belegt oder ähnliches wird der Arbeitgeber für die Einzahlung ja vermutlich nicht erhalten.

Danke im voraus für die Beantwortung dieser vermutlich eher ungewöhnlichen Frage.

von
Schade

Beantragen Sie die Nachzahlung, wer dieses Geld dann an die DRV einzahlt - Sie oder der Arbeitgeber - ist aus DRV Sicht völlig egal.

von
Klugpuper

Wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber Geld zukommen lässt, ist dies Entgelt und somit grundsätzlich steuerpflichtig und auch abgabenpflichtig.

Es gibt gewisse Ausnahmen, die steuerfrei und auch abgabenfrei behandelt werden. Da müsste Ihr Arbeitgeber seinen Steuerberater kontaktieren. Dessen Kopf sollten Sie sich nicht zerbrechen, zumindest nicht ohne Honorar.

Experten-Antwort

Die Nachzahlung von Ausbildungszeiten nach § 207 SGB VI setzt einen Antrag von Ihnen als Versicherter voraus. Mit welchem Geld (Herkunft) Sie dann die Zahlung nach der Bewilligung durch den Rententräger zahlen, interessiert diesen nicht. Wenn der Arbeitgeber Ihnen Sonderzahlungen leistet, muss entschieden werden, ob diese dem Entgelt zuzuordnen sind. Ich wüsste nicht, warum dann für diese Sonderzahlungen keine Sozialversicherungsabgaben zu leisten wären. Zu prüfen wäre eine eventuelle steuerliche Absetzbarkeit als Vorsorgeaufwendung. Sollte bei Ihnen eine Entgeltumwandlung rechtlich möglich sein, sprechen Sie Ihren Arbeitgeber diesbezüglich an. Hier können Sie über die 4 Prozent-Regelung (Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung West) SV-Beiträge „sparen“.

von
Harald F.

Zitiert von:

...Zu prüfen wäre eine eventuelle steuerliche Absetzbarkeit als Vorsorgeaufwendung. Sollte bei Ihnen eine Entgeltumwandlung rechtlich möglich sein, sprechen Sie Ihren Arbeitgeber diesbezüglich an. Hier können Sie über die 4 Prozent-Regelung (Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung West) SV-Beiträge „sparen“.

Danke an Schade, Klugpuper und den Experten für die Antworten.

Nochmalige Nachfrage an den Experten: Habe ich richtig verstanden, dass diese Einzahlungen an die DRV auch Zahlungen für Vorsorgeaufwendungen sind, die unter die 4-Prozent-Regelung fallen?
Das wäre für mich möglich und das ist eine der Regelungen, die mein Arbeitgeber gerne "nimmt" - natürlich vor allem in die bAv.

Experten-Antwort

Die 4-Prozent-Regelung (Entgeltumwandlung) gilt nur für die betriebliche Altersvorsorge. Einzahlungen zum Ausgleich der Rentenminderung können jedoch als Vorsorgeaufwendung steuerlich geltend gemacht werden. Ob bei Ihnen hier noch Potential vorhanden ist, klären Sie bitte mit einem Steuerberater.

von
Harald F.

Zitiert von:

Die 4-Prozent-Regelung (Entgeltumwandlung) gilt nur für die betriebliche Altersvorsorge. Einzahlungen zum Ausgleich der Rentenminderung können jedoch als Vorsorgeaufwendung steuerlich geltend gemacht werden. Ob bei Ihnen hier noch Potential vorhanden ist, klären Sie bitte mit einem Steuerberater.

Danke!