von
Klara Sprudel

Guten Tag,

ich beziehe eine volle befristete Erwerbsminderungsrente und habe zusätzlich einen Minijob, bei dem ich weit unter 450,00 Euro verdiene.

Nun zahle ich freiwillig von dem Gehalt des Minijobs die zusätzlichen 3,7% Rentenversicherungsbeiträge.

Meine Frage: Meine Erwerbsminderungsrente ist sowieso nicht hoch und wenn ich es richtig verstanden habe, falls ich weiterhin EM-Rente beziehe, wird die Altersrente irgendwann die gleiche Höhe habe wie die jetzige EM-Rente.

Die Altersrente wird ja durch ein Entgeltpunktesystem berechnet, d.h. wenn ich es richtig verstanden habe wurde für meine EM-Rente auch mein früheres höheres Einkommen angerechnet bzw. hochgerechnet.

Wenn ich nun in den nächsten Jahren regelmäßig Rentenversicherungsbeiträge zahle - also die 3,7% von meinem gering entlohnten Minijob – könnte es sein, dass ich durch diese Beiträge meine spätere Altersrente noch verringere? Ich habe vor der EM-Rente ja mehr verdient durch meine damalige Vollzeitbeschäftigung.

Ich hoffe, ich habe meine Frage verständlich erklärt - vielen Dank für Ihre Antworten.

von
asdfg

Zitiert von: Klara Sprudel

könnte es sein, dass ich durch diese Beiträge meine spätere Altersrente noch verringere?

Die Berechnung der Entgeltpunkte für die Altersrente könnte - für sich allein betrachtet - geringer ausfallen als bei der jetzigen EM-Rente.
Sollten Sie allerings nahtlos von der EM-Rente in die Altersrente wechseln, greift ein sogenannter Besitzschutz, wodurch bei der Altersrente mindestens die Entgeltpunkte maßgeblich sein werden, die auch bisher bei der EM-Rente maßgeblich waren.

von
KSC

Normalerweise macht es keinen bis wenig Sinn für einen EM Vollrentner aus dem Minijob die 3,7% zu zahlen.......

von
Schießl Konrad

Wäre nur verschenktes Geld.

Da nunmehr automatisch die 3,7% abgezogen werden-früher musste man dies schriftlich beantragen-
müssen Sie dem Arbeitgeber schriftlich mitteilen, dass Sie keine Aufstockung wünschen.

MfG.

von
Batrix

Zitiert von: KSC

Normalerweise macht es keinen bis wenig Sinn für einen EM Vollrentner aus dem Minijob die 3,7% zu zahlen.......

Und wenn Klara sich jetzt von der Vers.-Pflicht befreien lässt und irgendwann die BEFRISTETE EM-Rente nicht weiterbewilligt wird?

Im laufenden MiniJob kann sie dann die Befreiung auf jeden Fall nicht mehr zurücknehmen... und ggf. würde dann irgendwann der Anspruch auf eine neue EM-Rente entfallen. Ich wäre da also vorsichtig mit solch verallgemeinerten Aussagen!

Ergänzung:
Sollten Sie den MiniJob schon seit vor 2012 haben und damals die Versicherungspflicht über den Arbeitgeber beantragt haben, können Sie jetzt nicht aufhören, diese Anteile zu zahlen. Die Versicherungspflicht endet in diesem Fall erst mit Aufgabe der Beschäftigung.

von
Herz1952

Hallo Klara Sprudel,

egal, wann Sie den Minijob angetreten haben, dürfen Sie während des bestehenden Arbeitsverhältnisse nicht den "Status" wechseln.

Sie müssten Ihre Arbeitsverhältnis kündigen (beenden). Danach können Sie Ihre Arbeit wieder aufnehmen und die Versicherungsfreiheit (also ohne Eigenbeteiligung) wählen.

Am besten, Sie rufen bei der Minijob-Zentrale und erkundigen Sie sich wegen einer evtl. "Karenz-Zeit". Aber die Zentrale dürfte Ihnen die Vorgehensweise nicht verbieten.

von
Klara Sprudel

Vielen Dank für Ihre Antworten, die doch etwas unterschiedlich ausfallen. Ich bin mir immer noch unsicher, was ich tun soll. Mein Gesundheitszustand hat sich nicht gebessert, d.h. jedoch leider nicht gleich, dass auch die EM-Rente weiterbewilligt wird.

Es wäre daher für mich wichtig, dass hier noch ein Experte der Rentenversicherung antwortet.

Vielen Dank dafür im voraus.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Klara Sprudel,

wenn Sie innerhalb von 24 Kalendermonaten nach Ende des Bezugs der Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit erneut eine Rente erhalten dann kann wegen des Besitzschutzes sich die Ihre Rente nicht verringern. Allerdings ist es fraglich, ob und wie sich die Beiträge rentensteigernd auswirken. Dennoch wäre es zu kurz gedacht auf die Aufstockung (falls überhaupt möglich) zu verzichten. Grundsätzlich wird nach Wegfall der Erwerbsminderungsrente eine darin enthaltene Zurechnungszeit zur Anrechnungszeit. Damit sollten normalerweise die Voraussetzungen einer künftigen späteren weiteren EM-Rente zumindest für diesen Zeitraum aufrechterhalten werden.
Wir empfehlen Ihnen aber wegen der Vielzahl möglicher Varianten sich unbedingt einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle zu besorgen und sich im Einzelfall über die Möglichkeit und die Vor- und Nachteile zu erkundigen.

von
W*lfgang

Zitiert von: Batrix
(...)
änzend:

Das Hauptargument von Batrix schlechthin, die Option auf erneute EMRT nach möglichem 'Verlust' der EM-Rente mit dem versicherungspflichtigen Mini-Job aufrecht zu halten - und dafür die paar EUR zu investieren, auch wenn der Rentenzuwachs letztendlich gleich Null sein wird.

3,7 % von max. 450 sind gerade mal 16,65 EUR - soviel Risikoabsicherung sollte das einem Wert sein, zumal das Einkommen aus Minijob noch niedriger ist/der 'Abzug' noch viel geringer ausfällt.

Gruß
w.

von
Klara Sprudel

Danke an alle, die sich die Mühe gemacht haben, mir zu antworten.
Ich denke, am besten ist es, die Beiträge weiter zu zahlen und abzuwarten, ob die EM-Rente weiterbewilligt wird.