von
Visionaurach

Ich werde in Kürze mit knapp 61 Jahren arbeitslos werden und beabsichtige, parallel zum Bezug von Arbeitslosengeld I einen Minijob anzunehmen, um die Anrechnung der (ggf. 24 Monate) Arbeitslosigkeit für die Rente sicher zu stellen. Ist dieser Minijob mit einem Nettoverdienst mit 165 EUR dafür ausreichend? Was muss ich noch beachten? Herzlichen Dank!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Visionaurach,

für die 45jährige Wartezeit wird der Bezug von Arbeitslosengeld 1 in den letzten 2 Jahren vor Rentenbeginn nicht berücksichtigt. Der Zeitraum der Ausübung eines Minijobs wird dagegen für die 45 Jahre berücksichtigt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie die Versicherungspflicht bei Aufnahme des Minijobs nicht abwählen.
Ob Sie einen "vollen" Minijob mit einem monatlichen Entgelt von 450 Euro oder mit einem geringeren Entgelt ausüben macht für die Wartezeit keinen Unterscheid. In jedem Fall sollten Sie aber die Beschäftigungsaufnahme der Agentur für Arbeit melden; dort kann es durchaus für Ihre Leistungsansprüche relevant sein, ob Ihr Verdienst nur 165 Euro oder mehr beträgt.

von
Ju

Damit Ihre Frage sinnvoll beantwortet werden kann, sollten Sie angeben, wie viele Monate Ihnen noch auf die Wartezeit von 45 Jahren fehlen.

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte kann für Jg. 1956 erst mit 63 + 8 Monate beginnen. Sie müssen sollten sich somit Gedanken machen, wie Sie die Lücke zwischen Ende Arbeitslosengeld und Rentenbeginn ggf. überbrücken werden.

von
Schade

Und wenn es gar nicht um die 45 Jahre geht brauchen Sie aus dem Minijob gar keine Beiträge weil aus dem ALG Beiträge gezahlt werden die bei allen anderen Mindestversicherungszeiten mitrechnen.

Stellen Sie die Frage bitte genauer.

von
W*lfgang

Zitiert von: Visionaurach
Ist dieser Minijob mit einem Nettoverdienst mit 165 EUR dafür ausreichend?
Visionaurach,

grundsätzlich ja, die anderen Beiträge haben das bereits erschöpfend dargestellt.

Bei nur 165 EUR ist Ihr RV-Anteil aber bereits etwas höher, als die sonst üblichen 3,7 % - Mindestbemessungsgrundlage für Sie sind 175 EUR. Der Arbeitgeber zahlt seine 15 % von den 165, Sie hingegen müssen Ihren RV-Beitrag an 175 ausrichten und den AG-Beitrag entsprechend 'ergänzen'. Sind nur 1,50 EUR mehr, ist marginal ...wichtig, dass Sie damit die 45 Jahre erreichen.

Gruß
w.
PS: Nettoverdienst ? Wie hoch soll denn das angebliche Brutto sein? Ein Minijob ist grundsätzlich Netto = Brutto, bis auf die pauschale Lohnsteuer von 2 %, die der AG abziehen darf. Seine sonst üblichen Pauschalabgaben von 28/30 % + Mini-Beitrag zur Unfallversicherung darf er nicht vom Brutto abziehen ...aber, zwischen nicht dürfen und tatsächlichen Minijob-Einkünften liegen leider manchmal Welten.