von
Elmar

Meine Krankengeldzahlungen laufen am 15.05.16 aus. Der Mitarbeiter der Krankenkasse sagte, ich solle mich beim Arbeitsamt melden, obwohl ich noch im Beschäftigungsverhältnis bin. Würde ich dann ALG1 bekommen? Wenn ich nun einen Antrag auf EU Rente stelle (lt. Gutachten kann ich nur 3 Std. arbeiten. In meinem Betrieb ist das nicht möglich) wird der nicht nicht zum 15.05.16 fertig sein. Wo und wie bekomme ich dann Unterstützung bis zur Bewilligung? Danke

von
MWXZ

Hallo Elmar,
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von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Elmar,

auch ich bin der Auffassung, dass Sie sich bei Aussteuerung des Krankengeldes zunächst bei der Agentur für Arbeit melden sollten. Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld kann u. U. auch bei einem (noch) bestehenden Arbeitsverhältnis möglich sein, wenn Sie Ihr Arbeitgeber aufgrund Ihrer aktuellen Leistungseinschränkungen nicht beschäftigen kann.

Soweit Sie allein deshalb nicht arbeitslos ist, weil sie wegen einer mehr als sechsmonatigen Minderung ihrer Leistungsfähigkeit keine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigungen unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes ausüben können, bzw. wenn Sie einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen, käme für die Zeit bis zur Entscheidung des Rentenversicherungsträgers über die Minderung der Erwerbsfähigkeit ein Anspruch auf Arbeitslosengeld aufgrund der sog. Nahtlosigkeitsregelung (§145 SGB III) in Frage.

Die genauen Voraussetzungen/Möglichkeiten müssen Sie jedoch mit Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit klären. Eine weitergehende Beratung zur Frage eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld ist im Rahmen dieses Forums zur Rentenversicherung und Alterssicherung leider nicht möglich.

von
Herz1952

Hallo Elmar,

erfahrungsgemäß sollten Sie sich ca. einen Monat vor Ablauf beim Arbeitsamt melden.

Ansonsten hat der Experte schon alles erklärt.

Wenn Sie sich zu früh melden, wird wahrscheinlich das Krankengeld gesperrt. Dies ist im allgemeinen höher als das ALG I.

Es kann auch sein, dass Sie die KK auffordert, einen Rentenantrag zu stellen. Nutzen Sie die Frist (10 Wochen) am besten voll aus.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Es kann auch sein, dass Sie die KK auffordert, einen Rentenantrag zu stellen. Nutzen Sie die Frist (10 Wochen) am besten voll aus.

Wie schön, dass mir damals keiner so einen "klugen Tipp" gegeben hat.

Wenn sich das Rentenverfahren in die Länge zieht, ist man dankbar, wenn man so einen Tipp nicht befolgt hat.

Krankengeld und Arbeitslosengeld_1 laufen nämlich bekanntlich irgendwann aus.
Also sollte es im eigenen Interesse liegen, den Rentenantrag so früh wie möglich zu stellen.

von
Hermine

Zitiert von: Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Es kann auch sein, dass Sie die KK auffordert, einen Rentenantrag zu stellen. Nutzen Sie die Frist (10 Wochen) am besten voll aus.

Wie schön, dass mir damals keiner so einen "klugen Tipp" gegeben hat.

Wenn sich das Rentenverfahren in die Länge zieht, ist man dankbar, wenn man so einen Tipp nicht befolgt hat.

Krankengeld und Arbeitslosengeld_1 laufen nämlich bekanntlich irgendwann aus.
Also sollte es im eigenen Interesse liegen, den Rentenantrag so früh wie möglich zu stellen.


.....außerdem dürfen die Krankenkassen nur zum Reha-Antrag auffordern aber nicht zum Rentenantrag!

von
Herz1952

Hallo Hermine,
Hallo Schorsch,

Ob Rehaantrag oder Rentenantrag könnte für das KG das gleiche sein. Ich lag damals kurz auf der Intensivstation und ein leitender Mitarbeiter einer größeren Krankenkassen Filiale aus Frankfurt lag neben mir. Dieser hat mir den Tipp gegeben mit der Fristausnutzung. Weis jetzt auch nicht mehr genau, ob es bei Reha Aufforderung war, ich nehme jetzt an, dass es so war.

Allerdings hat bei mir die KK beim Hausarzt nachgefragt, dass ich doch schon von der Reha zurück sein müsste. Zu dieser Zeit stand aber noch die Operation an. Er hat nur gesagt, dass ich vielleicht noch ein Spenderherz bräuchte. Dann hat die KK Ruhe gegeben.

In Reha/Anschlussheilbehandlung kommt man, ob es nur ein Stent ist, der eigensetzt werden muss und dann ist (praktisch) alles soweit in Ordnung, oder man hat eine lebensgefährliche Bypass-OP hinter sich gebracht. Ich hatte meine AHB so weit wie möglich nach hinten geschoben und hätte diese sogar beinahe wegen Magen- Darmproblemen in der ersten Woche abgebrochen. Aber dann war es sehr erholsam. Das Herz hat aber noch ca. ein Jahr gebraucht bis es sich, soweit überhaupt möglich, erholt hatte. Nicht mal mehr halbe Herzleistung ist geblieben.

Ich hatte damals einen freien Rentenberater, weil mir das ganze einfach zu viel war. Ich konnte mich kaum mehr als eine viertel Stunde konzentrieren. Dieser hat mir geraten, ca. 1 Monat vor Ablauf KG den Rentenantrag zu stellen und damit gleich zum Arbeitsamt zu gehen. Außerdem war ich weiter AU geschrieben, durfte aber die Bescheinigungen nicht abgeben. Hing mit diesem Nahtlosigkeitsparagraphen zusammen.

Es wäre natürlich Mist gewesen, wenn die Rentensache länger gedauert hätte. Dies hätte allerdings auch sein können, wenn ich den Renten Antrag schon 4 Monate vorher gestellt hätte. Dann wäre wohl das KG eingestellt worden, ich hätte sofort zum Arbeitsamt gemusst. ALG I hätte ich auch nur 1 Jahr bekommen. Dann wäre auch eine Lücke entstanden. An Arbeiten war nicht mehr zu denken. Ich hätte auch sofort Widerspruch eingelegt, wenn der Arbeitsmarkt nicht mehr verschlossen gewesen wäre. Ich hatte ja innerhalb von 6 Monaten meinen Rentenbescheid auf volle AM. Anschließend bekam ich nur durch Vorlage der weiteren Atteste voll EM-Rente auf unbestimmte Dauer (unter 3 Std. arbeitsfähig, tatsächlich allerdings überhaupt nicht). Im Prinzip hat sich mein Gesundheitszustand nicht wesentlich geändert. Ich war nur öfter Gast im Krankenhaus um die "Nebenkriegsschauplätze" behandeln zu lassen. Ich war leider so "berühmt" geworden, dass mich ein Arzt der "Intensiv" noch nach 2/3 Jahren noch kannte. Ich selbst hatte zu viele Ärzte gesehen und konnte mich nur noch an die "wichtigsten" erinnern.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Reha-Gutachter den Gesundheitszustand, bzw. die Aussichten etwas schön reden. Sie unterliegen einem gewissen Erfolgszwang.

Ich war aber medizinisch anderweitig aufgeklärt. Allerdings dachte man damals noch an den Einsatz von Herzmuskelstammzellen. Diese Hoffnung hat sich allerdings zerschlagen.

von
W*lfgang

Zitiert von: Herz1952
Wenn Sie sich zu früh melden, wird wahrscheinlich das Krankengeld gesperrt. Dies ist im allgemeinen höher als das ALG I.
Herz1952,

stimmt so nicht. Wenn bereits das Schreiben der KK vorliegt, wann das Krankengeld endet, enthält es auch den Hinweis auf die Meldung zum Arbeitsamt. Das sollte man/frau dann auch umgehend machen.

Das AA ist erst leistungspflichtig, wenn das KG ausläuft - und bis dahin zahlt die Kasse auch. Das AA wird natürlich umgehend den eigenen med. Dienst einschalten, bei Feststellung Leistungsvermögen unter 3 Std. wird das ALG nach 145 SGB 3 gezahlt (bis über den EM-Antrag entschieden ist) oder nach 139 (hatten wir doch grade die Tage hier die Unterschiede angesprochen), wenn noch ein Leistungsvermögen von mehr als 3 Std. vorliegt - dann wird aber regelmäßig ein LTA-Antrag verlangt.

> Elmar: zunächst können Sie noch in Ruhe abwarten, KG läuft, ALG - je nach Alter – wird vmtl. 12 - 24 Monate zustehen ...so lange diese Leistungen höher sind, als Rente abwarten. Wenn Sie allerdings nur einen sehr Anspruchszeitraum ALG haben (6 Monate), würde ich doch spontan über den EM-Antrag nachdenken (das kann Verfahren kann schon mal locker 6 Monate überschreiten).

Gruß
w.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Ich lag damals kurz auf der Intensivstation und ein leitender Mitarbeiter einer größeren Krankenkassen Filiale aus Frankfurt lag neben mir.

Hoch interessant.
Leider haben Sie vergessen zu erwähnen, ob dieser Herr geschnarcht hat und welche Farbe seine Schlafanzüge hatten. ;-)

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

ich glaube, der hatten keinen Schlafanzug. Er kam vom Kardiologen zur Auswertung eines Langzeit-EKG und wurde sofort in Zivil eingeliefert und durfte nicht mal mehr aufstehen. Er hatte nämlich Aussetzer bei den Herzschlägen. Drei Tage später habe ich ihn wieder gesehen und gefragt, warum er denn immer noch da sei. Er hätte doch einen Herzschrittmacher, dann sei doch alles Gut.

Er meinte, dass er als Ausdauersportler nachts einen Ruhepuls von 40 Schlägen/Minute hätte. Der Schrittmacher war aber auf mindestens 60/Min. programmiert. Dumm gelaufen. (smile).

An dieser Art Rhythmus Störung könne man eigentlich nicht sterben, sondern nur wenn man "dumm" hinfällt, wenn man kurz ohnmächtig wird, das wäre dann auch "dumm gelaufen".

So habe ich ganz nebenbei "Kardiologie-Vorlesungen" gehabt als der Oberarzt ihn bei der Einlieferung aufgeklärt hat. (smile).

von
Herz1952

Hallo W*lfgang,

ich wurde damals nicht mehr vom Medizinischen Dienst des AA untersucht. Außerdem traue ich keiner Krankenkasse mehr, nachdem mir rechtswidrig das Krankengeld gesperrt werden sollte.

Ich war eigentlich auch noch 3 - 6 Std. arbeitsfähig lt. Rentenbescheid (volle AM-Rente, verschlossener Arbeitsmarkt. Ich war wegen meiner Krankheit AU, ohne die Bescheinigungen abzugeben. Eine LTA wurde mir auch nicht "angeboten". Hätte ich auch nicht machen können.

Ich weis auch nicht, ob der Rentenbescheid früher als innerhalb der 6 Monate ausgestellt worden wäre, wenn sich ein Gutachten nicht um 2 Monate verzögert hätte.

Es gibt halt Sachen......