von
Frage

Guten Tag,

ich erhalte seit 2014 eine große Witwenrente nach neuem Recht (55%), von der ich auch lebe. Nun plane ich mein Haus zu verkaufen und in eine Mietwohnung zu ziehen. Geplanter Erlös des Hauses zwischen 150.000 und 180.000EUR.

Muß ich den Erlös der Rentenversicherung mitteilen, wird das Geld von Verkauf auf meine Witwenrente angerechnet?

Danke und Gruß

von
Steuerzahler

Nein .....warum auch .....was geht die das an .......Sie haben ja keinen Job angenommen der sich auf Ihr monatliches Einkommen auswirkt!

Das ist nur fürs Finanzamt von Interesse und da dies nach 10 Jahren eh steuerfrei ist....gehen die auch leer aus.....

von
Rentner mit Hinzuverdienst

Zitiert von: Steuerzahler

Nein .....warum auch .....was geht die das an .......Sie haben ja keinen Job angenommen der sich auf Ihr monatliches Einkommen auswirkt!

Das ist nur fürs Finanzamt von Interesse und da dies nach 10 Jahren eh steuerfrei ist....gehen die auch leer aus.....


Es ist aber nicht einzusehen, dass Erwerbseinkommen angerechnet wird, Erlöse aus Hausverkauf und Wohnungsvermietung aber nicht.
Das sehen namhafte Bundestagsabgeordnete genauso und haben bereits entsprechende Änderungen angeregt.
Wer weiß, vielleicht wird das bereits nach der nächsten Bundestagswahl berücksichtigt.

LG

von
Konrad Schießl

Nicht ganz klar was hier geändert werden soll.Sie schreiben doch selbst, Erlös aus Hausverkauf
wird nicht auf eine Witwenrente angerechnet.Dagegen Einkünfte aus Vermietung und Ver-
pachtung schon.

MfG.

von
Steuerzahler

[quote=267257]
Nicht ganz klar was hier geändert werden soll.Sie schreiben doch selbst, Erlös aus Hausverkauf
wird nicht auf eine Witwenrente angerechnet.Dagegen Einkünfte aus Vermietung und Ver-
pachtung schon.

MfG.
[/quote

Was auch nicht einzusehen ist .....das ein Hausverkauf nach 10 Jahren steuerfrei ist......ein Aktienverkauf allerdings nicht......gut früher nach 1 Jahr aber das hätte man heraufsetzen können und nicht ganz abschaffen.......

von
Konrad Schießl

Auch wenn es nur um die Anrechnung auf eine Witwen/Witwerente ging, sind Bemerkungen zur
Steuer erlaubt..
Bei den mäßigen Gewinnen bei Kapitalerträgen und Aktien spielt wohl die frühere Steuerfreiheit nach
einem Jahr keine besondere Rolle mehr.
Bin nach wie vor der Meinung, dass auch vermögende Unternehmer den Steuersatz von ebenfalls
25% Abgeltungssteuer nicht verdient haben, dies hat uns Meister Steinbrück eingebrockt
, sollte längst geändert werden.

MfG.

von
Steuerzahler

Zitiert von: Konrad Schießl

Auch wenn es nur um die Anrechnung auf eine Witwen/Witwerente ging, sind Bemerkungen zur
Steuer erlaubt..
Bei den mäßigen Gewinnen bei Kapitalerträgen und Aktien spielt wohl die frühere Steuerfreiheit nach
einem Jahr keine besondere Rolle mehr.
Bin nach wie vor der Meinung, dass auch vermögende Unternehmer den Steuersatz von ebenfalls
25% Abgeltungssteuer nicht verdient haben, dies hat uns Meister Steinbrück eingebrockt
, sollte längst geändert werden.

MfG.

Naja mäßig ist relativ......es kommt nur auf den Kaufzeitpunkt und eben der Verkaufszeitpunkt an....und eben auf das was man kauft...wie bei Immobilien .......schauen Sie sich einschlägige Tabellen an!

Was Unternehmer betrifft geben ich Ihnen vollkommen recht!

von
Rentner mit Hinzuverdienst

Zitiert von: Konrad Schießl

Nicht ganz klar was hier geändert werden soll.

Na, genau DAS:
Zitiert von: Konrad Schießl

Erlös aus Hausverkauf
wird nicht auf eine Witwenrente angerechnet.Dagegen Einkünfte aus Vermietung und Ver-
pachtung schon.

Warum Bezieher von Erwerbseinkommen rentenrechtlich schlechter gestellt werden als Hausverkäufer, Erben und Lotteriegewinner, ist nicht nachvollziehbar.

LG

von
zelda

Hallo,

wenn die Witwenrente nach neuem Recht gezahlt wird, so sind ist auch Vermögenseinkommen anzurechen, hierzu zählen auch private Veräußerungsgeschäfte z.B. aus Immobilien (§ 18 a Absatz 4 Nr. 3 SGB IV).

Zu beachten ist hier allerdings folgendes:
1. Als Einkommen gilt der Gewinn aus dem Verkauf, nicht der Verkaufserlös selbst
2. Eine Anrechnung erfolgt nur, wenn die Spekualtionsfrist von 10 Jahren nicht eingehalten wurde oder das Haus im Jahr der Veräußerung und den beiden Jahren zuvor nicht ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.

Hier sind die Quellen:

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB4_18AR6.4 und

http://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/Raa/Raa.do?f=SGB4_18AR6.4.2&a=true

sowie

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__23.html

Maßgebend ist also, wie das FA dedn Verkaufserlös bzw. den - gewinn bewertet und dann im Steuerbescheid niederlegt.

Sofern tatsächlich eine Anrechnung bei der Witwenrente erfolgen sollte, so wird für die folgenden 12 Kalendermonate nach dem Verkauf jeweils ein Zwölftel des Gewinns als Einkommen angerechnet.

MfG

zelda

von
Frage

Es handelt sich um eine selbst genutzte Immobilien, in der sich seit 22 Jahren wohne. Somit dürfte dann, lt. Beitrag "Zelda" keine Anrechnung erfolgen, richtig?

Danke für die Antworten!

von
Herz1952

Zitiert von: Frage

Somit dürfte dann, lt. Beitrag "Zelda" keine Anrechnung erfolgen, richtig?

Stimmt!
Allerdings wird "Zelda" für eventuelle Irrtümer und Falschinterpretationen Ihrerseits keinerlei Garantie übernehmen.:-)

In diesem Forum darf jeder Hobby-Experte wichtig klingende Texte veröffentlichen.
Sogar ich.....:-)

Alles Gute für Sie!

von
zelda

@Herz1952

Es ist noch schlimmer, noch nicht einmal die "richtigen" Experten übernehmen eine Garantie für den geschilderten Einzelfall.

@Frage

Maßgebend ist hier allein, wie das Finanzamt den Hausverkauf einschätzt, also ob hieraus Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften nach § 23 EStG entstanden sind. Die DRV wird sich dann an den Steuerbescheid halten.

Nach der Schilderung befindet sich das Haus bereits seit 22 Jahren im Eigentum der Witwe bzw. ggf. des Erblassers. Damit dürfte nach meiner (unmaßgeblichen) Meinung die Spekualtionsfrist des § 23 (1) Nr. 1 EStG abgelaufen sein und damit keine Gewinne aus einem privaten Veräußerungsgeschäft entstehen. Damit würde sich auch eine Anrechnung auf die Witwenrente erübrigen.

Vorsichtig genug ausgedrückt Herz1952 ???

MfG

zelda

Experten-Antwort

Hallo Frage,

bei den Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften nach dem Recht ab dem 01.01.2009, die für die Einkommensberechnung bei Hinterbliebenenrenten nach neuem Recht zu berücksichtigen sind, handelt es sich beispielsweise um Gewinne aus der Veräußerung von Grundstücken, Immobilien und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen (zum Beispiel Erbbaurecht), bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt.

Steuerpflichtige und damit auch der Einkommensanrechnung nach § 97 SGB VI unterliegende Veräußerungsgewinne im Sinne des ab 01.01.2009 geltenden Rechts liegen vor, wenn der aus den privaten Veräußerungsgeschäften erzielte Gesamtgewinn wenigstens 600,00 EUR im Kalenderjahr beträgt.

Die 10-Jahresfrist ist in Ihrem Fall deutlich überschritten, daher findet keine Anrechnung des Einkommens aus dem Hausverkauf statt.

von
torri

hallo experte, auch wenn frage und antwort hier schon älter, ist nochmal interessant: die fragestellerin schrieb ja, dass sie die immobilie selber bewohnt hat. dann ist der 10jahreszeitraum doch eh nicht relevant, oder? denn in SSGB IV §18a und SsTG §23 steht doch auch, dass bei eigenen vorherigen wohnzwecken die 10jahre nicht gelten. was hat hier dann vorrang: 660 Euro/jahr oder nichtgeltung der zehn jahre wegen bisheriger eigener wohnzwecke? torri