von
Krümel

Meine Erwerbsminderung wurde abgelehnt. Habe die Zeiten der letzten 5 Jahre nicht erfüllt...das Gutachten fiel ebenfalls negativ für mich aus.
Meine Idee, nochmals rentenrechtlich prüfen. Nun habe ich
weiter zurückgerechnet und bin bei 2009-2013. Es sind hier mehr als 3 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt worden. Krank wurde ich auch erstmals 2009.
Da mir das neur. psych. Gutachten nichtinhaltlich vorgelegt werden durfte, habe ich nun im Zuge der Klageeinreichung(Frist) die Gelegenheit gehabt, dies zu lesen. Der Inhalt und das Ergebnis entspricht nicht der Tatsache. Nun zur eigentlichen Frage. Ist es in der Vergangenheit und aus ihrer Erfahrung her sinnvoll, trotz
Klageverfahren, die DRV nochmal anzuschreiben. Das rentenrechtliche Datum mitzuteilen und die Richtigstellung
des Gutachtens zu verlangen. Beides prüft die DRV eventuell nochmals? Könnte man sich dann außergerichtlich einigen? Ich würde die Klage sofort zurück nehmen.
Mein Arzt meinte, daß er das Ergebnis nicht versteht, da
ich schwer krank bin. Hat es Sinn sich noch mal mit der DRV auf dem Schriftweg außergerichtlich zu einigen? Wie sind die Erfahrungen

von
Ja

Ja, so hab ich es auch gemacht.

von Experte/in Experten-Antwort

Für eine außergerichtliche Einigung macht in der Regel das Sozialgericht (im Rahmen des Klageverfahrens) einen Vorschlag auf einen Vergleich (oft auch zur Beschleunigung der Verfahren). Warten Sie also das Klageverfahren ab und stellen Sie ggf. nach einer negativen Entscheidung nochmals einen Antrag auf die Erwerbsminderungsrente. Ob es dann jedoch zur Abänderung der Erstentscheidung kommt, kann nicht vorhergesagt werden.

von
Silvia

Hallo

Sie schreiben, ihre rentenrechtlichen Voraussetzungen seien, laut DRV-Bescheidsmitteilung, nicht erfüllt.

Das sollte zumindest vorab und voraussetzend erneut von Ihnen überprüft und ggf. beweisend dargelegt werden, falls rentenrelevante Zeiten, warum auch immer, nicht berücksichtigt wurden.

Ihnen wird sicher eine Rentenauskunft dazu vorliegen, anhand der Sie einen Abgleich der gespeicherten und für Sie relevanten Daten vornehmen können.

36 Monate innerhalb einer Fünf-Jahresfrist müssen nachgewiesen werden, um damit die rentenrechtlichen Voraussetzungen zu erfüllen.

Unabhängig davon, könnten Sie das Gutachten in seiner Aussagekraft natürlich schriftlich anzweifeln.
Auch dazu sollten Sie beweisende Arzt-/Klinikbefunde und -Berichte oder Vorgutachten vorlegen können, falls es sich im Gutachten um nicht berücksichtigte oder fehlerhaft dargestellte Krankheitsbilder handelt.

Eine Auflistung über die einzelnen strittigen Punkte der von Ihnen zu bemängelnden Niderschrift im Gutachten, könnten Sie Ihrem schriftlichem Widerspruch gleich beilegen und um Beachtung und Korrektur bitten.

Sollte es sich dabei jedoch um persönlich erstellte Aussagen/Meinungen des Gutachters im Zuge des Gutachtens handeln, werden Sie diese leider so akzeptieren müssen, da die Feststellung und Beurteilung/Einschätzung nach eigener Begutachtung zu Ihrem Restleistungsvermögen alleine dem Begztachtenden/Gutachter obliegt.

Gruß Silvia

von
Krümel

gut. und erfolgreich?

Zitiert von: Ja
Ja, so hab ich es auch gemacht.

von
KSC

Wenn 2009 oder 2013 - oder wann auch immer- die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt waren, liegt es an Ihnen und an Ihren Ärzten zu beweisen dass Sie schon damals voll erwerbsgemindert waren. Dass Sie das heute sind, tut kaum was zur Sache.
Ob das gelingt weiß im Forum niemand, es stellt sich aber die Frage warum jemand erst 2016 oder 2017 Rente beantragt, wenn er bereits 2009 oder 2013 so eingeschrönkt war, dass er nichts mehr arbeiten konnte?

Aber das kann das Forum eh nicht klären.

Ond ob der User "Ja" mit seinem Weg Erfolg hatte oder nicht nützt Ihnen in Ihrem Einzelfall auch nichts. Sie haben nur dann eine Chance auf die Rente wenn Sie beweisen können dass EM zu einer Zeit eingetreten ist als Sie in den 5 Jahren davor 36 Pflichtbeiträge hatten.

von
Werner67

Wenn bereits ein Klageverfahren anhängig ist, macht es keinen Sinn, dass Sie sich mit Ihrem Vorschlag an die DRV wenden. Wenden Sie sich mit Ihrem Vergleichsvorschlag direkt an das Gericht!
Allerdings schätze ich Ihre Erfolgschancen sehr gering ein, immerhin lautet Ihr Vergleichsvorschlag: Ihr gebt mir alles, was ich will und dann nehme ich die Klage zurück!?
Damit Sie damit Erfolg haben, brauchen Sie einen stichhaltigen Beweis dafür, dass Sie zu dem von Ihnen angegebenen Zeitpunkt bereits erwerbsgemindert waren.
Problem: ein einfacher Arztbrief der behandelnden Ärzte dürfte dafür kaum reichen; und jeder Gutachter, der heute vom Gericht, von Ihnen oder von der Rentenversicherung eingeschaltet wird, kann in der Regel nur eine Aussage darüber treffen, wie es Ihnen HEUTE geht ...

Sollte die Klage vom Gericht abgewiesen werden, macht es m.E. auch keinen Sinn, denselben Antrag erneut zu stellen - denn wie soll dabei was anderes herauskommen, solange Sie keine neuen Beweise haben?
Wenn Sie der Überzeugung sind, dass das Urteil falsch ist, steht Ihnen allerdings die Möglichkeit offen, Berufung einzulegen.

Gruß
Werner