von
Klaus Meinken

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bitte kurz um eine Worterklärung :
Ich möchte gegen die Ablehnung meines Rentenantrages Widerspruch einlegen, verstehe aber ein Wort des Bescheides nicht ganz sicher. Und zwar wird dort geschrieben " Der ärztliche Berater der sozialmedizinischen Abteilung ". Aus dem Zusammenhang heraus würde ich vermuten, es handelt sich meinen Rentengutachter ? Ich musste zu einem Facharzt für Chirurgie , der angestellt ist bei der DRV Oldenburg-Bremen . Dieser erstellte mein Gutachten.

Oder sind bei der DRV zusätzlich zu den Ärzten, die das rentenmedizinische Gutachten erstellen , weitere Ärzte beratend tätig ?.

Vielen Dank ,
Meinken

von
Schorsch

Der hausinterne sozialmedizinische Dienst der DRV wertet alle vorliegenden Befundberichte der behandelnden Ärzte und der Gutachter aus und gibt dann eine abschließende Stellungnahme ab, die über Rentenbewilligung oder Ablehnung entscheidet.

MfG

von
KSC

Ich verstehe nicht wofür diese Begriffserklärung für Sie wichtig ist.

Bei einem Widerspruch gegen eine abgelehnte Rente geht es doch allein darum daruzulegen warum Sie mit Ihren Beschwerden und Krankheiten nicht mehr arbeiten können.

Ob der Mensch bei der DRV, der die Berichte ausgewertet hat sich nur ärztlicher Berater, Gutachter oder sonstwie nennt, erscheint mir für Sie doch vollkommen unwichtig zu sein, oder?

Sie sollten sich nicht mit Nebensächlichkeiten abmühen....

von
Klaus Meinken

Schon mal herzlichen Dank für die Antworten ! Ich wollte gar nicht so ins Detail. Aber mein Problem ist folgendes : Ich habe mein sozialmedizinisches Gutachten gelesen . Im Ablehnungsbescheid wird aber sehr gegenteilig geurteilt, und das ausdrücklich aufgrund der Beurteilung des " ärztlichen Beraters ". Es sind detaillierte Beurteilungen meines Gesundheitszustandes angeführt, die aber im Gutachten nicht stehen. Nach dieser Logik muss es also neben dem Rentengutachter weitere Ärzte geben, die korrigierend eingreifen können in das Ergebnis des Gutachtens. Nur , telefonisch bekam ich die Auskunft, die gebe es nicht. Ich bin etwas verwirrt und würde diesen Umstand gern klären, ehe ich meinen Widerspruch formuliere.

Mit vielem Dank, Meinken

von
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[quote=268018]
Schon mal herzlichen Dank für die Antworten ! Ich wollte gar nicht so ins Detail. Aber mein Problem ist folgendes : Ich habe mein sozialmedizinisches Gutachten gelesen . Im Ablehnungsbescheid wird aber sehr gegenteilig geurteilt, und das ausdrücklich aufgrund der Beurteilung des " ärztlichen Beraters ". Es sind detaillierte Beurteilungen meines Gesundheitszustandes angeführt, die aber im Gutachten nicht stehen. Nach dieser Logik muss es also neben dem Rentengutachter weitere Ärzte geben, die korrigierend eingreifen können in das Ergebnis des Gutachtens. Nur , telefonisch bekam ich die Auskunft, die gebe es nicht. Ich bin etwas verwirrt und würde diesen Umstand gern klären, ehe ich meinen Widerspruch formuliere.

Mit vielem Dank, Meinken

Hallo Klaus Meinken,

dann legen sie erstmal Fristwahrend mit Hinweis das " die Begründung folgt nach Akteneinsicht" den Widerspruch ein und bitten gleichzeitig um Einsicht in die medizinische Akte.
Dann wissen sie genau welche Befunde, von welchen Ärzten für die Entscheidung herangezogen wurden.
Widersprüche kann man selbst einlegen, sinnvoller ist aber die Einschaltung eines Fachanwalts für Sozialrecht oder des SOVD, die eigene Anwälte beschäftigen und das Widerspruchsverfahren für sie durchführen.

von
Klaus Meinken

Nochmals Danke für die Bemühung !
Aber ich habe schon Einsicht genommen, genau seitdem ist mir gar nichts mehr klar.
Also im Gutachten steht " leichte Arbeit, 3-6 Stunden. "
Im Ablehnungsbescheid steht : "Lt. ärztlichem Berater des Sozialmedizinischen Dienstes mittelschwere Arbeit, vollzeitig "
Darum die Frage : Wer ist der ärztliche Berater ?

Mit vielen Grüßen , Meinken

von
Schorsch

Zitiert von:

Darum die Frage : Wer ist der ärztliche Berater ?

Zitiert von:

Der hausinterne sozialmedizinische Dienst der DRV wertet alle vorliegenden Befundberichte der behandelnden Ärzte und der Gutachter aus und gibt dann eine abschließende Stellungnahme ab, die über Rentenbewilligung oder Ablehnung entscheidet.

Der "ärztliche Berater" ist der hausinterne sozialmedizinische Dienst der DRV und der darf durchaus anderer Meinung sein.

MfG

von
Klaus Meinken

Hallo Schorsch,
Das ist die Auskunft, die ich suchte, danke. Merkwürdig erscheint es mir dennoch. Der Gutachter war ja auch ein angestellter Arzt der DRV .
Das macht dann aber Widersprüche schier unmöglich, oder ? Und ich bin ganz vorsichtig, aber wie ist man dann vor Willkür geschützt ? Ich habe keinerlei Anhaltspunkt, weshalb der ärztliche Berater dem ärztlichen Gutachter widerspricht . Der Name des Beraters ist mir auch nicht bekannt , und es gibt von ihm keine schriftlichen Ausführungen, die in meiner Akte zu finden sind. Verblüfft bin ich , aber ich danke . Zumindest verstehe ich jetzt den Vorgang etwas besser.

Mit freundlichen Grüßen, Meinken

von
Klaus Meinken

Hallo Schorsch,
Eben abgeschickt, werden meine Fragen immer größer. Das bedeutet ja, die sozialmedizinische Begutachtung könnte man sich schenken ? Und müsste ich als Antragsteller nicht wenigstens erfahren, wer weshalb die Entscheidungen trifft ? Also wenn der Berater zu anderen Urteilen kam als der Gutachter, wohlgemerkt beide hausinterne Mitarbeiter, dann müsste der doch auch so etwas wie ein Gutachten erstellen, quasi ein Gegengutachten ?
Ich habe meine Akte gut gelesen, aber da ist nur das eine Gutachten, dem im Ablehnungsbescheid vehement widersprochen wird. Ist das wirklich ein normaler Vorgang ? Ich mag es noch ncht glauben. Fühle mich immer hilfloser. Muss gegen etwas widersprechen, das nicht mal in meiner Akte drin ist.
Tja, bin ratlos, ehrlich gesagt.

MFG Meinken

von
=//=

Wenn nur 1 Gutachten vorliegt, kann es schon sein, dass ein anderer Arzt - meistens der Chef des Sozialmedizinischen Dienstes - eine abschließende Beurteilung abgibt, und zwar unter Einbeziehung aller anderen ärztlichen Berichte, Klinikberichte o.ä.

Legen Sie Widerspruch ein mit der Begründung, dass im Ablehnungsbescheid nicht der Beurteilung laut dem ärztlichen Gutachten gefolgt wird. Am Besten ist es allerdings, gerade bei Rentenablehnungen, einen Sozialverband o.ä. mit dem Widerspruch zu betrauen.

von Experte/in Experten-Antwort

Wir schließen uns den Antworten von „Schorsch“ und „=//=“ an. Legen Sie fristgerecht den Widerspruch ein und begründen Sie diesen damit, dass die medizinische Einstufung Ihrer Leistungseinschränkung nicht zu dem Ergebnis des Gutachtens passt.

von
Klaus Meinken

Guten Morgen,
Ich bedanke mich nochmal bei allen Antwortern . Habe gestern doch kurz eine Anwältin draufgucken lassen, sie war nicht viel weniger verwirrt als ich. Nach ihrere Aussage muss zumindest klar ersichtlich sein, wer schlussendlich die Entscheidung gegen das sozialmedizinische Gutachten getroffen hat. Aber das ist nicht der Fall. Sie würde normalerweise meinen, "ärztlicher Berater des Sozialmedizinischen Dienstes " sei nur eine andere Bezeichnung für den Gutachter. Aber das ist ja bei mir ausgeschlossen,es sei denn, mein Bescheid ist schlicht fehlerhaft.
Ich werde jetzt, wie auch hier geraten, den Widerspruch ausdrücklich begründen mit Hinweis auf das widersprechende Gutachten und die Rechtsunsicherheit.

Vielen Dank, Meinken