von
Christian B.

Guten Tag,
kurz zu meiner Situation.
Ich habe seit einiger Zeit einen Antrag auf Beitragserstattung meiner Rentenbeiträge laufen. Die Voraussetzung Beamter auf Lebenszeit, 24 Monate aus der gesetzlichen Rentenversicherung raus und Recht auf freiwillige Versicherung per Antrag ausgeschlossen, erfülle ich.

Nun zu den Wartezeitmonaten. Per Telefon wurde mir bekannt gegeben, dass ich bei 57 Monaten liege und somit die 60 Monate unterschreite.
Ich habe nun einmal meinen relativ überscihtlichen Versicherungsverlaug durchgrechnet und komme auf 52 Monate durch Wehrdienst, Ausbildung, Arbeit und Arbeitslosigkeit.

Zusätzlich komme ich auf 18 Monate "geringfügiger nicht versicherungspflichtiger Beschäftigung" die alle von 2001-2006 liefen.
Nun meine Frage: Mit welchem Faktor werden diese Monate in Wartezeit umgerechnet. In einem Forum fand ich den Beitrag, dass 12 Monate "geringfügiger nicht versicherungspflichtiger Beschäftigung" mit 4 Monaten Wartezeit zu buche schlagen. Ist das korrekt?

Freue mich über eine Antwort

von
Christian B.

Um meine Frage noch etwas zu erweitern. Mit welcher Bearbeitungszeit kann man im Regelfall rechnen und wie ist der Ablauf? Prüfung, Bescheid und direkte Zahlung?
Der Antrag läuft seit 03.02.16, wurde von mir am 04.03.16 komplettiert und ist aufgrund keinerlei Anhänge wirklich sehr übersichtlich

von
W*lfgang

Zitiert von: Christian B.
Ist das korrekt?
Christian B.,

grob ja, stimmt die 'Umrechnung', wenn Sie die maximale Einkommensgrenze beim Minijob/damals noch 400 EUR ausgeschöpft haben ...3,4 Monate waren es 'damals' meines Wissen für ein volles Jahr/4800 EUR.

Allerdings, wenn die aktuelle telefonische Auskunft sagt, Sie haben nur 57 Monate, dürften die 'umgerechneten' Minijobzeiten da schon drin sein – oder?

Nebenbei, wenn Sie die Beitragserstattung wählen, wird Ihr Versicherungskonto gelöscht – auch alle Ausbildungszeiten (Schule/Studium) gehen verloren/Wartezeiten weg. Sind Sie sicher, dass Sie immer bis zum Alter Beamter sein werden? ...oder nicht doch – wenn es passt – in ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zurückwechseln werden/Nachversicherung in die DRV folgt?

Okay, momentan locken ein paar 1000 EUR Beitragserstattung ...gegen eine spätere Rente, die ggf. sogar in voller Höhe ohne Abzug bei der Pension möglich wäre. Sie sollten vor der Erstattung mehr Rat einholen (Dienstherr / DRV-Beratung), bevor die Sache rechtskräftig wird.

Gruß
w.

von
Lis

Zitiert von: Christian B.

Um meine Frage noch etwas zu erweitern. Mit welcher Bearbeitungszeit kann man im Regelfall rechnen und wie ist der Ablauf? Prüfung, Bescheid und direkte Zahlung?
Der Antrag läuft seit 03.02.16, wurde von mir am 04.03.16 komplettiert und ist aufgrund keinerlei Anhänge wirklich sehr übersichtlich

Das kommt darauf an, ob wirklich alles da ist, ob Ermittlungen beim Arbeitgeber geführt werden müssen und sicherlich auch auf die Auslastung der Mitarbeiter.
Die Frage kann Ihnen also keiner wirklich beantworten.
Ansonsten wird es aufgestellt, geprüft und mit versandt des Bescheides auch des Geld angewiesen.

MfG Lis

von
Christian B.

Danke für die ausführliche Antwort
Ich gehe davon aus, dass diese Zeiten mit einberechnet sind, komme dich doch durch Arbeit und Zivildienst und Arbeitslosigkeit auf exakt 49 Monate und 123 Tage. Die 18 Monate Minijob müssen also mit einem Schlüssel eingerechnet worden sein, den ich aber leider nicht kenne.
Die Zeiten der Minijobs waren allerdings zum großen Teil Einzeltage im Höchstfall mal 28 Tage am Stück
Ich vermutte, dass das bei der DRV systemisch errechnet wird und gehe davon aus, dass somit die 57 Monate stimmen !?

Zu Ihren Anmerkungen. Ich hatte berist eine Renteninformation erhalten, da mir fälschlichweise 11 MOnate an Arbeitslosigkeit zuviel "berechnet" wurden und ich bei der DRV bei 68 MOmnaten lag. Nach einem Schreiben der Jobagentur und einer Kontenerklärung wurde dies auf 57 Monate korrigiert.

Der bisherige Rentenbetrag ist derart niedrig, dass ich lieber jetzt in jungen Jahren die paar Tausend Euro nutze um wieder ein Stück Welt zusehen als im Alter 40-50 Euro mehr im MOnat zu haben, zumal ich tatsächlich nicht vorhabe, dem Staatsdienst den Rücken zu kehren.

Da Sie sich gut auszukennen scheinen: eine Kontenklärung ist erfolgt, der Antrag liegt komplett vor. Wie ist der weitere Verlauf? Erfolgt nun als nächstes ein Bescheid und dann direkt die Zahlung?
Liebe Grüße
Christian

von
Christian B.

Zitiert von: Lis

Zitiert von: Christian B.

Um meine Frage noch etwas zu erweitern. Mit welcher Bearbeitungszeit kann man im Regelfall rechnen und wie ist der Ablauf? Prüfung, Bescheid und direkte Zahlung?
Der Antrag läuft seit 03.02.16, wurde von mir am 04.03.16 komplettiert und ist aufgrund keinerlei Anhänge wirklich sehr übersichtlich

Das kommt darauf an, ob wirklich alles da ist, ob Ermittlungen beim Arbeitgeber geführt werden müssen und sicherlich auch auf die Auslastung der Mitarbeiter.
Die Frage kann Ihnen also keiner wirklich beantworten.
Ansonsten wird es aufgestellt, geprüft und mit versandt des Bescheides auch des Geld angewiesen.

MfG Lis

OK danke, vielleicht bin ich auch einfach wieder zu ungeduldig, aber aufgrund der Übersichtlichkeit der Sache dachte ich es könnte schnell gehen;) Wobei mir zumindest vor 12 Tagen gesagt wurde, dass es nur noch von einem Vorgesetzten gprüft werden muss :)

von
Lis

Bitte nicht mit einzelnen Tagen anfangen ;-)
Wenn zum Beispiel eine abhängige Beschäftigung und der Zivildienst in einem Monat zusammen treffen, wird dieser nur als 1 Monat zur Wartezeit gezählt.
Ich sag mal ganz grob: den Versicherungsverlauf durchschauen, ob alle Zeiten enthalten sind und die Höhen des Entgelts stimmt. Alles andere macht der PC ;-)

Ich hatte noch vergessen, den Postweg und internen Postweg zu erwähnen.
Aber wenn Ihnen schon gesagt wurde, dass es nur noch geprüft werden muss, dann kann es nicht mehr lange dauern bis der Bescheid bei Ihnen eintrudelt.

MfG Lis

von
W*lfgang

Zitiert von: Christian B.
Wie ist der weitere Verlauf? Erfolgt nun als nächstes ein Bescheid und dann direkt die Zahlung?
Christian B.

sowohl als auch. Natürlich erhalten Sie noch einen Bescheid - als Beamter wissen Sie, mit welchen Mitteln Sie den noch aushebeln können ;-) - nach Rechtskraft sollte das Geld auf Ihrem Konto sein/wenn die DRV nicht schneller agiert/vor Rechtskraft.

Gruß
w.

von
Christian B.

Zitiert von: Lis

Bitte nicht mit einzelnen Tagen anfangen ;-)
Wenn zum Beispiel eine abhängige Beschäftigung und der Zivildienst in einem Monat zusammen treffen, wird dieser nur als 1 Monat zur Wartezeit gezählt.
Ich sag mal ganz grob: den Versicherungsverlauf durchschauen, ob alle Zeiten enthalten sind und die Höhen des Entgelts stimmt. Alles andere macht der PC ;-)

Ich hatte noch vergessen, den Postweg und internen Postweg zu erwähnen.
Aber wenn Ihnen schon gesagt wurde, dass es nur noch geprüft werden muss, dann kann es nicht mehr lange dauern bis der Bescheid bei Ihnen eintrudelt.

MfG Lis

Die Tage habe ich auch nur aufaddiert, weil die "geringfügigen Beschäftigungen" sehr viele Einzeltage (Einsatz im Callcenter) betrafen und ich mir irgendwie erklären wollte, wie die DRV auf die 57 Monate kommt, oder ob gar deren Computersystem etwas nicht mit eingerechnet hat, was bei der Prüfung noch festgestellt werden könnte. Ich gehe aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon aus, dass das eigentlich so stimmen muss wie mitgeteilt. Nur komme ich eben bei 18 Monaten geringfügiger Beschäftigung = ca 6 Wartezeitmonate plus die 53 anderen Monate auf eine andere Summe als die die mir genannt wurde.
Eigentlich wollte ich mit der Sebstrechnung nur vermeiden, dass ich beim nächsten Brief der DRV enttäuscht bin, dass die Zahlung evtl doch noch abgelehnt werden könnte.;)

@ Wolfgang
Rechtskraft tritt ab wann ein?

von
Schade

Wenn man Ihnen vor 12 Tagen gesagt hat, dass es bei Chef zur Prüfung liegt, wird es bald erledigt sein.

Als Beamter wissen Sie doch, dass Ihr Vorgang gewiss nicht der einzige ist, den man dort zu bearbeiten hat.

Und als Beamter haben Sie doch auch ein gesichertes Einkommen, so dass die Welt nicht davon untergehen wird, ob Ihr Bescheid nur 3 Wochen früher oder später rausgeht.

Aber vielleicht sind Sie ja Lehrer, die ticken meist leicht anders wenn es um Verwaltungshandeln geht....

Gedulden Sie sich, zumal eh keiner im Forum weiß ob es noch 8 Tage oder 8 Wochen geht.

von
W*lfgang

Zitiert von: Christian B.
@ Wolfgang Rechtskraft tritt ab wann ein?
...wir müssen uns noch mal ernsthaft unterhalten, ob Ihnen die Ernennungsurkunde/Beamter nicht zu schnell via vorbeifahrendem DHL-Container in den Briefkasten geworfen worden ist ;-)

Gruß
w.
...1 Monat, nach fristgerechter Zustellung

von
Christian B.

:) :)

Wolfgang ich danke Ihnen, wusste ich tatsächlich nicht

Schade, das mit dem Einkommen stimmt wohl aber bei anstehnden REnovierungsmaßnahmen freut man sich natürlich über überraschende "Zuschüsse", zumal ich von der Rückerstattung zufällig von einem Kollegen erfuhr, der sehnsüchtig auf seinen versprochenen Kasten Bier wartet ;)
Danke vorerst an euch Alle für die Hilfe

von
****

Ihnen ist schon klar, dass die in der RV erstatteten Zeiten, später bei der Ermittlung der ruhegehaltsfähigen Dienstzeiten nicht mehr mitgerechnet werden und somit zu negativen Auswirkungen auf die Berechnung der Pension kommen kann. Unter Umständen werden Ihnen auch Jahre fehlen falls sie vorzeitig in den Ruhestand möchten.
Über die möglichen Auswirkungen einer Erstattung erkundigen Sie sich am besten bei ihrer Versorgungsdienststelle.

von Experte Experten-Antwort

Hallo Christian B.,

die Zeiten der geringfügigen versicherungsfreien Beschäftigung werden insgesamt in Wartezeit-Monate umgerechnet. Dabei werden Monate, die bereits mit anderen Zeiten belegt sind, nicht berücksichtigt.

Es handelt sich um eine sehr komplexe Berechnung, die ich nur nachvollziehen könnte, wenn ich alle Ihre Zeiten kennen würde. Dies würde aber den Rahmen dieses Forums sprengen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Berechnung maschinell erfolgt. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Monate aus der geringfügigen versicherungsfreien Beschäftigung bei den 57 Monaten enthalten sind.

Sie bekommen auf jeden Fall einen rechtsmittelfähigen Bescheid. Die Erstattungssumme wird direkt auf das von Ihnen im Antrag angegebene Konto überwiesen.

Zur Bearbeitungszeit kann ich keine generelle Aussage machen. Das hängt von der Vollständigkeit der Unterlagen und vom zuiständigen Sachbearbeiter ab.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 21.03.2016, 12:12 Uhr]

von
Christian B.

Danke für die erneute Antwort,

da ich ohne die "geringfügigen Zeiten" nur auf 53 Monate komme (habe Samstag nochmal nachgerechnet) müssen die 18 MOnate "geringfügig naicht versicherungspflichtig" rechnerisch irgendwie die restlichen 4 ergeben. Da mir am WE aber gesagt wurde, dass bei einer Verwandten alle geringfügigen Zeiten VOR 2013 mit 3 MOnaten pro Jahr im Rentenbescheid angegeben wurden, kommt das bei 1,5 Jahren ja sehr gut hin.

@Experte der Antrag läuft seit 03.02.16 (Erfassung) danach folgte eine KOntenklärung und das Warten auf ein Korrekturschreiben der Jobagentur, Komplett ist er also "erst" seit 3 Wochen. Leider hatte die DRV auch die letzte Seite mit UNterschrift und KOnto "verbummelt", die ich vergangenen Montag nochmal nachfaxen musste,
Allerdings scheint es derzeit sowieso einen Engpass zu geben, da das Computersystem wohl umgestellt wurde und laut Telefonauskunft seit einer Woche nicht wirklich damit gearbeitet werden konnte.
Trotzdem gehe ich mal von einer Klärung in den nächsten 4 Wochen aus und übe mich in Geduld.
Trotzdem gut nochmals zu wissen, dass die 57 Monate so stimmen müssten, wie im System erfasst.

von
Christian B.

Mir war es im Arbeitsprozess halt etwas schleierhaft, dass die Kontenklärung, der Eingang des Antrages und die Auffoerderung die letzte Seite nochmal zu senden nicht in EINEM SChreiben, sondern in 3 verschiedenen erfolgten.
Normalerweise gehe ich bei Erfassung davon aus, dass ein Sachbearbeiter sich das Ganze ansieht und alle Nachforderungen in einem Aufwasch erledigt.
Auch das es geprüft wird und ein Vorgesetzter es dann nochmal prüft war mir neu.
Bei einem Kollegen ging all das wesentlich reibungsloser innerhalb von 3 Wochen. Aber nun gut Arbeitsprozessoptimierung ist ja nicht jedermanns Sache ;)

von
Christian B.

Abschließend noch eine Frage Interesse halber
Ich komm gerade bei den geinrgfügigen Beschäftigungen (wie oben erwähnt) auf unheimlich viele Einzeltage. Ebenso bei einzelnen Zeiten der Arbeitslosigkeit.
Ich gehe aber richtig davon aus, dass z.B. bei 54 Tagen wir taggenau von 1 MOnat und 24 Tagen sprechen?
Beste Grüße

von
W*lfgang

Zitiert von: Christian B.
Ich gehe aber richtig davon aus, dass z.B. bei 54 Tagen wir taggenau von 1 MOnat und 24 Tagen sprechen?
Christian B.

Falscher Ansatz ;-) Nicht die Tage werde in Monate umgerechnet/zusammengefasst, sondern aus dem Minijob-Einkommen aller Zeiten (auch den nur tageweisen aufaddierten) wird ein pauschaler Zeitwert/Wartezeit gebildet.

Technisch werden die ermittelten Zuschlagsentgeltpunkte (allein aus dem Entgelt) durch 0,0313 geteilt, das ergibt die zusätzlichen/pauschalen Wartezeitmonate ...ausgeklammert um Monate, wo im Minijob-Monat schon ein Pflichtbeitrag vorrangig eingebucht ist - jetzt alles klar? :-)

Gruß
w.

von
Christian B.

Das klingt um ehrlich zu sein...kompliziert...aber die ERklärung ist verständlich
Das heißt im Prinzip für mich als Laien ja dann, das selbst wenn ich weiß dass die Entegelte bei 575 Euro (Minijob zu Euro Zeiten) bzw 6996 DM (DM Zeiten) lagen , ich das als Laie gar nicht selbst umrechnen kann...!!??!

von
Christian B.

Bzw müsste ich wissen, wieviel ZUschlagentgeltpunkte wieviel Euro entsprechen..