von
Anja

Liebe Forumsteilnehmer,

als Arbeitnehmerin in der chemischen Industrie habe ich folgende Fragestellung an euch:

Was haltet ihr von der Chemietarifförderung II "Modell 13 Euro plus" als Teil der betrieblichen Altersversorgung, bei der für jede 100 Euro, die ein Arbeitnehmer für seine Altersvorsorge aufwendet, dieser vom Arbeitgeber einen Aufstockungsbeitrag von 13 Euro erhält? Das eingezahlte Geld wird derzeit jährlich mit knapp 3 % verzinst.

Dabei wird das eingezahlte Geld vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abgezogen, was zu einer Verminderung des steuerpflichtigen Bruttogehalts führt, wodurch der Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben spart.

Ein niedrigeres Bruttogehalt bedeutet aber gleichzeitig weniger Arbeitslosengeld, Krankengeld, Erwerbsminderungsrente und Altersrente, was natürlich von Nachteil wäre.

Hier 2 Links zu diesem Modell, welches dort als gut befunden wird:
https://www.igbce.de/presse/pressearchiv/v-50-19-09-2001-altersvorsorge-ausgebaut-modell-13-euro-plus/1090
https://www.bavc.de/bavc/web/web.nsf/id/li_ib_032011_st4.html

Und hier 1 Link zu einer Internetseite, auf der eine Entgeltumwandlung sehr kritisch gesehen wird:
http://blog.progress-dresden.de/bav/

Denkt ihr, es ist wirklich sinnvoller, Geld aus dem Nettogehalt in eine private Rentenversicherung einzuzahlen, als die Chemietarifförderung II "Modell 13 Euro plus" ins Anspruch zu nehmen?

Ich freue mich schonmal auf eure Antworten.

Liebe Grüße
Anja

von
Fastrentner

In diesem Forum geht es speziell um die gesetzliche Rente und nur im Allgemeinen um Betriebsrenten.
Konkrete Aussagen, insbesondere zu bestimmten Produkten, dürfen Sie von Expertenseite hier nicht erwarten.
Diesbezüglich müssen Sie etwas Geld in die Hand nehmen und Ihre konkrete Frage einer Verbraucherzentrale stellen, die produktbezogene Tipps geben.

von
Klugpuper

Entgeltumwandlung ist erst günstig (in der Einzahlphase) und später teuer (in der Auszahlphase).

Der AG gibt was dazu, daher lohnt es sich zu überlegen. Kommt auf das konkrete Produkt an.

Die grob 20 Euro, die man an SV-Abgaben weniger hat durch die Entgeltumwandlung (in Höhe von 100 Euro) müsste man eigentlich zusätzlich ansparen.

Ob das Paket dann noch so verlockend ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

von
Genervter

Bei dem Luxus von 3% Verzinsung und den üppigen Betriebsrenten in der Chemiebranche überlegen Sie noch, wie Sie diesen Luxus noch optimieren können?
Da kann ich nur den Kopf schütteln.
Bleiben Sie auf dem Teppich und genießen Ihre Vorteile gegenüber den überwiegend schlechter gestellten Arbeitnehmer.
Ich glaube nicht, dass Sie hier im Forum hilfreiche Optimierungstipps erhalten werden. Im Übrigen ändert sich ab 2018 und 2019 das Betriebsrentenrecht. Das sollten Die in Ihre Überlegungen einfließen lassen.

von
Fortitude one

Hallo Anja,

ich kenne den Chemietarifförderung II "Modell 13 Euro plus" nicht, hört sich aber gut an. Eine private Altersvorsorge würde ich jeden empfehlen. Ihr Argument bezüglich des niedrigen Bruttogehalt kann ich nicht nachvollziehen. Selten schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Ausserdem ist der Chemietarif mit einer der Besten. Wie ich aus sichere Quelle weiß, ist die Bezahlung (Gehaltsstruktur) in dieser Branche sehr gut. Sollten Sie es nicht tun, werden Sie es vielleicht später bereuen.

Ich bin sehr froh darüber, dass ich zu meiner Rente eine kleine Betriebsrente erhalte.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Anonym

Liebe Anja,

die Rentenversicherung darf nur allgemeine Fragen zur Altersvorsorge beantworten. Produktspezifische Fragen, die in Richtung Empfehlung gehen, können und dürfen nicht beantwortet werden. Die Rentenversicherung darf dir nur die Funktionsweise des Produktes empfehlen. Aber keine Wertung abgegeben. Diese Entscheidung musst Du selbst treffen.

von
W*lfgang

Zitiert von: Anja
Denkt ihr, es ist wirklich sinnvoller, Geld aus dem Nettogehalt in eine private Rentenversicherung einzuzahlen, als die Chemietarifförderung II "Modell 13 Euro plus" ins Anspruch zu nehmen?

Hallo Anja,

'gefühlt'? ...nein. Verglichen mit den 'Konditionen' in der DRV (ich lass das versicherungspflichtige Entgelt so wie es ist/für weitere Rentenansprüche) ist das durchaus auf Augenhöhe, mit dem Chemie-Bonus +13 sogar etwas besser - damit können Sie dann die höheren KV/PV-Beiträge aus der Betriebsrente finanzieren :-)

Privatrente? ...fangen Sie an zu suchen, der diese Konditionen DRV/Chemie aktuell überbieten kann.

Wobei so ein 100+ EUR-Beitrag natürlich bis zum Erreichen der Auszahlungsphase eher einen kleinen zusätzlichen Beitrag ergibt. Als Beispiel - Sie hätten noch 30 Jahre bis dahin - ergibt sich bei Rentenbetrag von mtl. 100 EUR auf 30 Jahre (ohne Veränderung der aktuellen Rahmendaten UND ohne Anpassung/Rentenerhöhung) ein mtl. Rentenbetrag von 161 EUR ...vor etwaigem Rentenabschlag, vor KV/PV-Abzug, vor Steuern.

Was sagt die Chemie-Prognose? ...'brutto' oder mit allen 'Abzügen'?

Gruß
w.
PS: Ausgleichszahlung für Rentenminderung könnte auch ein Thema sein, um die gesetzliche Rente zu pimpen, oder zumindest als Vergleichsfaktor heranzuziehen.
https://www.ihre-vorsorge.de/?id=28&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bnews%5D=210&cHash=669424257f9209db486ad5c4b1e08a00&sword_list[]=ausgleichszahlung&sword_list[]=rentenminderung&no_cache=1

von
etaner

Dabei wird das eingezahlte Geld vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abgezogen, was zu einer Verminderung des steuerpflichtigen Bruttogehalts führt, wodurch der Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben spart.

Ein niedrigeres Bruttogehalt bedeutet aber gleichzeitig weniger Arbeitslosengeld, Krankengeld, Erwerbsminderungsrente und Altersrente, was natürlich von Nachteil wäre.

Hallo

Wenn du freiwillig oder pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse bist,lass die Finger davon !!!
Du mußt die entstehende Auszahlungssumme oder auch die entstehende Zusatzrente mit dem vollen Beitragssatz zur GKV verbeitragen.
Das sind mit dem Pflegeversicherungsbeitrag zusammen ca 18 % Abzüge, die zusätzlich zur Versteuerung anfallen.

Wenn du privat krankenversichert bist, kannst du es machen!

Grüße

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Anja, leider können wir als Berater der gesetzlichen Rentenversicherung keine produktbezogene Einschätzung machen. Hierzu kann man sich bei der örtlichen Verbraucherschutzzentrale Rat und Unterstützung einholen. Grundsätzlich ist eine ergänzende Altersvorsorge empfehlenswert. Die Thematik ist jedoch sehr individuell (Lebenssituation, Familienstand, steuerliche Betrachtungsweise, bisherige Vorsorgeprodukte, Vergleiche / Alternativen). Gerne können Sie unseren Service nutzen und sich über Möglichkeiten, innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung vorzusorgen, beraten zu lassen. Wir können Ihnen auch allgemeine Aussagen zur staatlich geförderten Riesterrente geben. Vereinbaren Sie einen persönlichen Termin!

von
=//=

Zitiert von: etaner

Dabei wird das eingezahlte Geld vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abgezogen, was zu einer Verminderung des steuerpflichtigen Bruttogehalts führt, wodurch der Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben spart.

Ein niedrigeres Bruttogehalt bedeutet aber gleichzeitig weniger Arbeitslosengeld, Krankengeld, Erwerbsminderungsrente und Altersrente, was natürlich von Nachteil wäre.

Hallo

Wenn du freiwillig oder pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse bist,lass die Finger davon !!!
Du mußt die entstehende Auszahlungssumme oder auch die entstehende Zusatzrente mit dem vollen Beitragssatz zur GKV verbeitragen.
Das sind mit dem Pflegeversicherungsbeitrag zusammen ca 18 % Abzüge, die zusätzlich zur Versteuerung anfallen.

Wenn du privat krankenversichert bist, kannst du es machen!

Grüße

Genau das mit der Krankenversicherung sollte man nicht außer Acht lassen! Eine Bekannte von mir hat mehrere kleine Betriebsrenten und muss für jede einen Krankenversicherungsbeitrag zahlen (gesetzlich versichert)!

von
=//=

Zitiert von: etaner

Dabei wird das eingezahlte Geld vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers abgezogen, was zu einer Verminderung des steuerpflichtigen Bruttogehalts führt, wodurch der Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben spart.

Ein niedrigeres Bruttogehalt bedeutet aber gleichzeitig weniger Arbeitslosengeld, Krankengeld, Erwerbsminderungsrente und Altersrente, was natürlich von Nachteil wäre.

Hallo

Wenn du freiwillig oder pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse bist,lass die Finger davon !!!
Du mußt die entstehende Auszahlungssumme oder auch die entstehende Zusatzrente mit dem vollen Beitragssatz zur GKV verbeitragen.
Das sind mit dem Pflegeversicherungsbeitrag zusammen ca 18 % Abzüge, die zusätzlich zur Versteuerung anfallen.

Wenn du privat krankenversichert bist, kannst du es machen!

Grüße

Genau das mit der Krankenversicherung sollte man nicht außer Acht lassen! Eine Bekannte von mir hat mehrere kleine Betriebsrenten und muss für jede einen Krankenversicherungsbeitrag zahlen (gesetzlich versichert)!

von
etaner

Das gemeine dabei ist:
Man muß den Arbeitgeberbeitrag + Arbeitnehmerbeitrag + Pflegeversicherungsbeitrag aus der Zusatzversorgung bezahlen.
Zusätztlich natürlich voll versteuern.

Grüsse

von
suchenwi

Kleiner Trost: die Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung werden vorab vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, senken also die ESt/Soli/KiSt(?) etwas.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderausgabe_(Steuerrecht)#Sonstige_Vorsorgeaufwendungen_.28ab_2010.29