von
Rentnerin

Ich verstehe nicht warum meine volle EMR die ich bekomme nicht von Anfang an gezahlt wurde.

Vor 6 Monaten habe ich eine teil EMR Bescheid bekommen. Mein Chef hatte keine Stelle für mich und mein Arbeitsvertrag wurde mit dem ersten Tag der teil EMR aufgelöst.
Eine volle Rente wurde sofort ( von meine Ärztin ) beantragt weil mein Gesundheitlicher Zustand sehr schlecht war/ist. Man hat auch die teil in eine volle Rente bewilligt, aber nicht von Anfang an gezahlt sondern erst 6 Mon. später. Hätte die Rente mir nicht von Anfang an voll bezahlt werden müssen.
Ich hatte mich nicht Arbeitslos gemeldet weil ich krank bin und nicht arbeiten kann.
Mir ging es die letzten 6 Monate sehr schlecht aber ich habe nur die halbe Rente bekommen.

von
43545

mit Ihrem Beitrag beweisen Sie, dass es Sie es noch nicht einmal geschaft haben, die zwei Seite des Bescheides durchzulesen.
Die volle Erwerbsminderungsrente ist befristet; daher kann sie frühestens mit Beginn des siebten Monats nach dem Leistungsfall gezahlt werden.

von
Schlaubi123

Lesen Sie einfach ihren Rentenbescheid. Dort ist der Beginn ihrer Rente erklärt worden.
Vermutlich handelt es sich um eine zeitlich befristete Rente. Diese beginnt erst 6 Monate nach Eintritt der vollen Erwerbsminderung.

von
Herz1952

Haben Sie sich nicht gleich nach der Auflösung Ihres Arbeitsverhältnisses beim Amt für Arbeit gemeldet und Ihre Restarbeitskraft "zur Verfügung" gestellt?

Sie hätten den neuen Rentenantrag vorlegen sollen, keine AU-Meldung dem Amt vorlegen sollen, sondern so tun, als würden Sie was suchen. Das Amt hätte keine Vermittlung vorgenommen und Sie hätten vermutlich bis Rentenbeginn (Zahlungsbeginn) ALG I für Ihre theoretische Restleistung bekommen.

So wäre keine 50 % Einkommenslücke entstanden.

Wie war es genau? Ich sehe gerade es müsste so gewesen sein. Sie haben sich nicht arbeitslos gemeldet, weil Sie nicht arbeiten konnten.

Hinterher kann man vermutlich nichts mehr machen. Als kranker Mensch steht man auch in unserem Land alleine da.

Ihre Ärztin wusste auch nicht, wie "Rente geht" und niemand hat Sie beraten.

Wenn die halbe Rente nicht zum Lebensunterhalt (ähnlich wie Hartz 4) gereicht hätte, hätten Sie bei Bedürftigkeit "Hilfe zum Lebensunterhalt" erhalten können. Allerdings müssten Sie erst Ihr "verwertbares Vermögen" bis auf den Freibetrag verbrauchen.

Unter diesen Umständen könnten evtl. umgehend das fehlende (fast) halbe Jahr überbrücken.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Sie hätten den neuen Rentenantrag vorlegen sollen, keine AU-Meldung dem Amt vorlegen sollen, sondern so tun, als würden Sie was suchen. Das Amt hätte keine Vermittlung vorgenommen und Sie hätten vermutlich bis Rentenbeginn (Zahlungsbeginn) ALG I für Ihre theoretische Restleistung bekommen.

Da bereits vor 6 Monaten VOLLE Erwerbsminderung per Bescheid festgestellt wurde, bestand zu diesem Zeitpunkt logischerweise gar kein ALG1-Anspruch mehr.
Zitiert von: Herz1952

Wenn die halbe Rente nicht zum Lebensunterhalt (ähnlich wie Hartz 4) gereicht hätte, hätten Sie bei Bedürftigkeit "Hilfe zum Lebensunterhalt" erhalten können.

Aha, wer"Ähnlich wie Hartz4" bekommt, kann trotzdem noch bedürftig sein und "Hilfe zum Lebensunterhalt" erhalten?

Wie das?

von
H. Gründig

Natürlich steht es im Bescheid drinnen, daß erst 6 Monate später gezahlt wird.

Nichtsdestotrotz ist es im Endeffekt bzw. im Ergebnis nur ein fauler Trick zu Lasten der Rentner Geld einzusparen.

Auch wenn ein anderer Grund vorgeschoben wird.

Insofern ist es in der Tat nicht zu verstehen, warum einfach 6 Monate Rente nicht bezahlt wird.

von
Schlaubi123

Dann lesen Sie dazu einfach den § 101 Abs. 1 SGB VI. Den Rentenbeginn hat der Gesetzgeber so geregelt.

von
43545

Zitiert von: H. Gründig

Nichtsdestotrotz ist es im Endeffekt bzw. im Ergebnis nur ein fauler Trick zu Lasten der Rentner Geld einzusparen.

Dass eine befristete EM-Rente nicht sofort beginnt ist kein Fauler Trick sondern liegt in der Logik der Sache.

Beispiel:
"Mich hat's voll erwischt. Übelste Grippe. Naja, stelle ich mal einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente, schließlich bin ich ja nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt einsetzbar.
Was? Ich müsste erst sechs Monate warten bis ich die Rente bekomme (und zu dem Zeitpunkt dann immer noch erwerbsgemindert sein), weil die Ärzte davon ausgehen, dass mein Gesundheitsbild sich wieder bessern könnte?
War ja klar! Wieder so'n fauler Trick dem Kleinen Mann sein Geld wegzunehmen."

von
W*lfgang

Zitiert von: Herz1952
Wenn die halbe Rente nicht zum Lebensunterhalt (ähnlich wie Hartz 4) gereicht hätte, hätten Sie bei Bedürftigkeit "Hilfe zum Lebensunterhalt" erhalten können. Allerdings müssten Sie erst Ihr "verwertbares Vermögen" bis auf den Freibetrag verbrauchen.
Herz1952,

nochmal zur Erinnerung:

HLU greift erst, wenn volle EMRT, UND aus rein med. Gründen, ansonsten immer Jobcenter.

Halbe EMRT oder 'Arbeitsmarktrente', der/die kann noch arbeiten – also 'Restleistungsvermögen' zur Verfügung stellen und Leistungen aus dem ALG/ALG 2 Topf abrufen.

Gruß
w.

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

vor 6 Monaten hatte Sie Bescheid über Teil-EMR erhalten. Ab dieser Zeit hätte ihr sogar Teil-ALG 1 zugestanden (falls sie noch einen zeitlichen Rechtsanspruch dafür gehabt hätte).

Dass Sie keine Hilfe zum Lebensunterhalt bekommt, sondern evtl ALG II, wäre finanziell für sie sogar vorteilhafter, da hier die Vermögensfreibeträge wesentlich höher sein können. Ich bin in diesem Punkt irrtümlich von "gar keiner Rente" ausgegangen. Hätte ja sehen können, dass sie sich nicht arbeitslos gemeldet hatte.

Fazit: Sie hätte sich sofort bei Rentenantragsstellung ihrer Ärztin arbeitslos melden müssen (für ALG I/oder auch ALG II).

Bei ALG II wäre es natürlich insbesondere auf die Höhe der Teil-Rente angekommen.

Aber, wie hat einer gesagt: "Hätte, hätte, Fahrradkette".

von
Herz1952

Hinweise, dass der Rentenantragssteller Rentenbescheide nicht richtig braucht eher bestimmt nicht.

Bei schweren Krankheiten hat man da andere sorgen und bräuchte sofort fachliche Hilfe.

Aber was kann man erwarten, wenn selbst Ärzte das SGB V nicht kennen brauchen, das das gesetzliche Krankenkassenrecht regelt und auch die Möglichkeiten der Behandlung und Medikation durch den Arzt. Ja die sind ja so was von überlastet (kann man ja noch verstehen). Aber ein Handwerksmeister muss noch mehr juristische Kenntnis haben wie ein Arzt im Patientenrecht. Und die meisten haben noch einen Doktortitel.

Als Kranker - und EM-Rentner sind es ja auch, wird man nach Strich und Faden veräppelt.

Und jeder der Beteiligten hat nur einen "Tunnelblick". Der Patient steht alleine auf weiter Flur.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

vor 6 Monaten hatte Sie Bescheid über Teil-EMR erhalten. Ab dieser Zeit hätte ihr sogar Teil-ALG 1 zugestanden (falls sie noch einen zeitlichen Rechtsanspruch dafür gehabt hätte).

Was genau haben Sie an folgender Aussage nicht verstanden?
Zitiert von: Rentnerin

Eine volle Rente wurde sofort ( von meine Ärztin ) beantragt weil mein Gesundheitlicher Zustand sehr schlecht war/ist. Man hat auch die teil in eine volle Rente bewilligt, aber nicht von Anfang an gezahlt sondern erst 6 Mon. später.

Die Bewilligung der VOLLEN EM-Rente erfolgte also kurz nach der Teilrentenbewilligung.
Und von diesm Moment an bestand auch kein Anspruch auf ALG_1.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Hinweise, dass der Rentenantragssteller Rentenbescheide nicht richtig braucht eher bestimmt nicht.

Bei schweren Krankheiten hat man da andere sorgen und bräuchte sofort fachliche Hilfe.....


Jetzt wirds aber richtig albern.

Nach Ihrer These dürfte man also von kranken Leuten auch nicht verlangen, dass sie Verträge, Rechnungen, Kontoauszüge und Medikamenten-Beipackzettel richtig lesen.

Wer damit überfordert ist, muss sich ggf. eine Hilfperson suchen.
Er darf aber nicht erwarten, dass jemand an seiner Haustür klingelt und fragt, ob er zufällig eine Lesehilfe braucht.

von
Schorsch

Zitiert von: H. Gründig

Nichtsdestotrotz ist es im Endeffekt bzw. im Ergebnis nur ein fauler Trick zu Lasten der Rentner Geld einzusparen.

Der Gesetzgeber muss keine "faulen Tricks" anwenden, wenn er Sparmaßnahmen für erforderlich hält.
Er muss nur verfassungskonforme Gesetze erlassen.

"Faule Tricks" kommen nur dann zur Anwendung, wenn wissentlich gesetzlich zustehende Leistungen vorenthalten werden sollen.

von
Herz1952

Schorsch,

den ersten Satz habe ich vollkommen "verwurstelt". Ich meinte, der Antragssteller, braucht eigentlich keine Rüge, wenn er den Antrag nicht verstehen kann, sondern fachliche Hilfe.

Aber bei manchen Krankheiten, kann man nicht mehr klar denken, weil man geschockt ist.

Leider geht das soweit gehen, dass man gar nicht weis, wer einem helfen kann.

So in etwa war das gemeint.

Lesen Sie sich doch bitte mal durch meine Beipackzettel meiner 11 Medikamente. Spätestens beim 5. mal wo es heißt: Gewichtszunahme/Gewichtsabnahme legen Sie Ihn zur Seite. Dabei ist das noch das harmloseste. Auch Ärzte müssen da höllisch aufpassen (smile).

Für Flüchtlinge ist jetzt eine Kommission - oder so was ähnliches - installiert worden, die sich um "leichte Sprache" kümmert.

Gute Idee, insbesondere, weil selbst Anwälte nicht alles wissen, oder anders interpretieren.

von Experte/in Experten-Antwort

Guten Morgen Rentnerin,
wahrscheinlich wurde Ihnen eine befristete Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bewilligt.. Eine befristete Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit wird nicht vor Beginn des siebten Kalendermonats nach dem Eintritt der Minderung der Erwerbsfähigkeit geleistet.

von
Rentnerin

Für die halbe Rente musste ich auch schon über 6 Monate warten und dann für die Volle, nach Einspruch bevor überhaupt die teil Rente ausgezahlt wurde, auch noch mal 6 Monate also über ein Jahr gedauert.
Aber vom ersten Tag der teil Rente keinerlei Einkommen mehr gehabt.
Wenn man nicht arbeiten kann, meldet man sich nicht Arbeitslos. Da komme ich mir wie ein Betrüger vor.
Aber wenn ich jetzt ein Flüchtling wär, hätte ich bestimmt gleich Hilfe bekommen und Information wie alles abläuft und wie ich es machen muss..

von
Schorsch

Zitiert von: Rentnerin

Aber wenn ich jetzt ein Flüchtling wär, hätte ich bestimmt gleich Hilfe bekommen und Information wie alles abläuft und wie ich es machen muss..

Aha, die menschenverachtende AfD- und Pegida-Propaganda hat Sie also auch schon infiziert.
Wie wäre es zur Abwechslung mal mit logischem Denken?

von
ich

Zitiert von: Rentnerin

Guten Morgen Rentnerin,
wahrscheinlich wurde Ihnen eine befristete Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bewilligt.. Eine befristete Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit wird nicht vor Beginn des siebten Kalendermonats nach dem Eintritt der Minderung der Erwerbsfähigkeit geleistet.

Verstehe ich das so richtig, auf eine volle Erwerbsminderung Rente muss man immer 1 Jahr warten und ab dem 7. bis zum 12. Monat bekommt man immer nur die halbe Rente.

von
Herz1952

@ich,

lesen sie bitte mal meinen Beitrag vom 31.01.16/13.11 Uhr.

Ich glaube der stimmt. Außer, dass ich Hilfe zum Lebensunterhalt statt ALG II geschrieben habe.

Dabei nehme ich allerdings an, dass bei Antragsstellung bereits verminderte Erwerbsfähigkeit vorgelegen (Zeitpunkt der Antragsstellung auf volle Rente).

Sicher bin ich mir allerdings nur bei einer vollen Arbeitsmarktrente, die kurz vor Ende des Krankengeldbezuges gestellt wurde, die Möglichkeit besteht, bis zum Bescheid und bis zum Zahlungstermin ALG I zu beziehen. Dies gilt auch bei weiter bestehender Arbeitsunfähigkeit.

Bei mir hat es 6 Monate gedauert. In dieser zeit bezog ich ALG 1, das dann mit der Rente verrechnet wurde. Mir wurde das ALG I nicht gekürzt. Die Rente war niedriger als ALG I und somit "guckte das Amt durch die Röhre".

Allerdings hätte die Erwerbsminderung schon 5 Monate vor Antragsstellung bestanden. Ich konnte aber als Rentenbeginn den Zeitpunkt der Rentenantragstellung wählen, was ich auch gemacht habe.

Hätte ich allerdings keinen Anspruch auf ALG I gehabt, hätte auch kein ALG II bekommen, da keine Bedürftigkeit (kleines Vermögen, verwertbar, über Schonvermögen H4) vorlag.

Ich hätte von den Ersparnissen leben müssen.

Ich vermute "Rentnerin" hätte sich arbeitslos melden müssen.

Das hat Ihr allerdings niemand gesagt, und sie dachte, sie täte damit was "Unrechtes".