von
Wengertsstickel

Ich bin vor 15 Monaten an Lungenkrebs SCLC erkrankt und nach einigen Monaten vom medizinischen Dienst der Krankenkassen zu einer REHA-Maßnahme genötigt worden. Im Entlassungsschreiben der REHA Klinik wurde die volle Erwerbsminderung festgestellt (weniger als 15 Stunden pro Woche). Dies war Mitte Mai 2018. Nach 15 Monaten Krankengeldbezug bin ich nun seit Anfang September ausgesteuert. Ende Juli 2018 habe ich einen Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente bei der DRVB gestellt, sicherheitshalber habe ich im August 2018 einen Antrag auf Arbeitslosigkeit gestellt, um in erster Linie meine Krankenversicherung zu sichern, und dabei ausdrücklich auf den §145 SGB III (Nahtlosigkeitsparagraphen) hingewiesen. Dieser Antrag ist zwischenzeitlich genehmigt. Im Rahmen dieser Antragsstellung mußte ich erneut einen Antrag auf eine Rehamaßnahme stellen, um meine Leistungsfähigkeit beurteilen zu lassen. Meine Hinweise auf die bereits vorhandene Beurteilung durch die Ärzte der Deutschen Rentenversicherung wurden ignoriert. Prompt wurde mir eine weitere REHA-Maßnahme in der gleichen REHA-Klinik bewilligt, aber der Antrag auf die Erwerbsunfähigkeitsrente schlummert immer noch irgendwo in Berlin. Bei telefonischen Anfragen bei der zuständigen Sachbearbeiterin wurde mir erklärt, dass meine Akte noch in Papierform geführt wird und diese momentan in der Abteilungsleitung liegt, welche telefonisch nicht erreichbar wäre. Somit konnte mir keine Auskunft über den Sachstand meines Antrages auf Erwerbsunfähigkeitsrente erteilt werden.
Da sich mein Gesundheitszustand im Moment zusehends verschlechtert und auch meine Mobilität stark eingeschränkt ist, sehe ich mich nicht imstande, diese REHA anzutreten. Des Weiteren verstehe ich den Sinn und Zweck einer weiteren REHA nicht, die eigentlich nur der erneuten Beurteilung meiner Leistungsunfähigkeit dient, aber nicht der Erleichterung meines Alltages. Als Patient, dessen Lebensende abzusehen ist und dessen Behandlung nicht kurativ, sondern palliativ angelegt ist, muss ich die mir verbleibende Lebenszeit mit dem Kampf in einem richtigen Behördendschungel verbringen. Dabei würde ich die mir zur Verfügung stehende Energie eigentlich für die Bewältigung meiner Krankheit und die Organisation meines Alltages dringender benötigen. Welche Möglichkeit habe ich, diese REHA Maßnahme abzulehnen, ohne meine Mitwirkungspflicht, die vom Arbeitsamt eingefordert wird, zu verletzen und somit meinen Arbeitslosengeldbezug zu gefährden?

von
Klar

Sie hätten keinen Antrag auf Reha stellen müssen, wenn Sie bereits einen EM Antrag gestellt haben. Da haben Sie sich ein bisschen ins eigene Fleisch geschnitten.

von
DRV

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt eine aktuelle Rehaunfähigkeit bescheinigen und verweisen Sie auf den schon gestellten Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente. Sie haben zusätzlich die Möglichkeit eine schriftliche Anfrage (ggf. per Fax) bezüglich des Bearbeitungsstandes Ihres Rentenantrags an Ihren zuständigen Rententräger zu senden.

Experten-Antwort

Hallo Wengertsstickel,

Zitiert von: DRV
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt eine aktuelle Rehaunfähigkeit bescheinigen und verweisen Sie auf den schon gestellten Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente. Sie haben zusätzlich die Möglichkeit eine schriftliche Anfrage (ggf. per Fax) bezüglich des Bearbeitungsstandes Ihres Rentenantrags an Ihren zuständigen Rententräger zu senden.

Dies ist eine Möglichkeit.

Sprechen Sie mit der Agentur für Arbeit über den gestellten EM Antrag und weisen Sie nochmal auf die bereits kürzlich durchgeführte REHA hin.

Es bleibt Ihnen noch die Möglichkeit bei der DRV auf eine Entscheidung zu drängen.

von
wengertsstickel

Danke für die Beiträge zu meinem Anliegen. Ich habe jetzt schriftlich die Sachstandsinfo zu meinem EM Antrag bei der DRVB angefordert. Bezüglich der REHA scheint mir der Vorschlag von DRV, mir vom Arzt die REHA Unfähigkeit bescheinigen zu lassen, die beste Möglichkeit, die REHA nicht antreten zu müssen. Das Arbeitsamt nochmals auf die bereits durchgeführte erste REHA Maßnahme hinzuweisen, scheint mir nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dieser Behörde nicht erfolgversprechend.

von
Hanni

Bei Nathlosigkeitsregelung wird eigentlich entweder ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente oder Rehabilitation gefordert.
Nicht beides.
Könnte mir vorstellen, dass der Rehaantrag dann sowieso angelehnt wird.

von
Naomi

Zitiert von: wengertsstickel
Danke für die Beiträge zu meinem Anliegen. Ich habe jetzt schriftlich die Sachstandsinfo zu meinem EM Antrag bei der DRVB angefordert. Bezüglich der REHA scheint mir der Vorschlag von DRV, mir vom Arzt die REHA Unfähigkeit bescheinigen zu lassen, die beste Möglichkeit, die REHA nicht antreten zu müssen. Das Arbeitsamt nochmals auf die bereits durchgeführte erste REHA Maßnahme hinzuweisen, scheint mir nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dieser Behörde nicht erfolgversprechend.

Ich hatte das selbe Spiel, Antrag auf EMR war gestellt, ich war sogar schon beim DRV Gutachter und hatte das Gutachten in dem ganz klar drin stand, dass eine REHA nichts bringt. Die AFA wollte teotzdem den REHA Antrag.... Zum Glück kam vorher der Bescheid der DRV über die volle Rente!

Lassen sie sich vom Arzt bescheinigen dass sie nicht REHA fähig sind! Sie haben jetzt echt besseres zu tun!

Alles Gute