von
Rentnerin

Wenn ich mehrere Jahre lang Erwerbsminderungsrente beziehe und dann wieder arbeitsfähig werden sollte, welchen Einfluss hat die Zeit der Erwerbsminderungsrente auf die Rentenhöhe im Alter?
Gibt es für die Altersrente irgendwelche Rentenpunkte während der Zeit der Erwerbsminderungrente?
Oder muss ich damit rechnen, dass meine befristete Erwerbsminderungsrente einen negativen Einfluss auf die Höhe der Altersrente haben wird?

von
W*lfgang

Hallo Rentnerin,

genau wie Sie jetzt bei der EM-Rente eine bewertete Zurechnungszeit haben (Hochrechnung bis Alter 60 / 62), wird diese bei der späteren Altersrente zur bewerteten Rentenbezugszeit/dafür gibt es auch Punkte. Endet die EM-Rente vorzeitig, endet damit für die Altersrente auch die Rentenbezugszeit und anschließend entstehen neuen Versicherungszeiten, idealerweise Beschäftigungszeiten - können aber auch noch 'Restansprüche' von Kranken- oder Arbeitslosengeld sein.

Ist die Zeit zwischen Ende EM-Rente und Beginn einer neuen Renten (kann ja dann auch bereits wieder eine EM-Rente sein, falls die Altersgrenze noch nicht erreicht ist) länger als 2 Jahre, wird die neue Rente ohne 'Vertrauensschutz' in die alten Punkte neu berechnet - kann also weniger werden. Kann ...hängt davon ab, was nach Ende der jetzt laufende Rente noch an Zeiten (und Gesetzen) folgt.

Gruß
w.

von
Rentnerin

Das bedeutet, wenn ich von 50 bis 55 Jahre eine volle Erwerbsminderungsrente beziehe und dann von 55 bis 65 nochmal mit dem bisherigen Durchschnittsverdienst Vollzeit arbeite, dann wäre die Altersrente durch die Zeit der Erwerbsminderungsrente nicht verringert?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Rentnerin,

W*lfgang hat Ihnen ja schon die richtige Antwort gegeben. Dabei ist das Wichtigste:
- die Rentenbezugszeit geht nicht "verloren", sondern geht als eigene rentenrechtlich Zeit in die Berechnung der Altersrente ein
- wenn die Altersrente nahtlos oder innerhalb von zwei Jahren an die EM-Rente anschließt, besteht ein Besitzschutz, sodass nicht weniger gezahlt werden kann.

Hinsichtlich Ihrer Nachfrage, ob durch die Zeit der EM-Rente die Altersrente "nicht verringert" ist, kommt es darauf an, wovon Sie ausgehen. Die Zeit des EM-Rentenbezugs erhält eine andere Bewertung, als wenn Sie in der Zeit weiter Vollzeit gearbeitet hätten, insoweit ergibt sich schon ein Unterschied gegenüber der Altersrente, mit der Sie vor dem Eintritt der Erwerbsminderung gerechnet haben.
In Ihrer EM-Rente haben Sie ja eine sogenannte Zurechnungszeit erhalten - es sind Ihnen also als Ausgleich für den früheren Rentenbeginn fiktiv in der Zukunft liegende Zeiten anerkannt worden. Diese Zeiten werden (grob gesagt) mit dem Durchschnitt aller bis dahin ermittelten Entgeltpunkte bewertet (nicht nur aus Verdiensten, auch aus z.B. Kindererziehungszeiten). Dieser Betrag kann niedriger oder höher sein, als der Betrag der sich aus dem zuletzt erzielten Verdienst ergibt. Bei der Altersrente wird dann die Zeit des Rentenbezugs, die neben einer Zurechnungszeit liegt, als sogenannte Anrechnungszeit gewertet. Diese wird auch mit dem Durchschnittswert aller Entgeltpunkte bewertet. Letztlich kann man nicht pauschal sagen, ob die Altersrente mit einer zeitlich befristeten EM-Zeit niedriger oder höher ist, als sie gewesen wäre, wenn weiter Vollzeit mit dem bisherigen Verdienst gearbeitet worden wäre, da es bei der Bewertung der Zurechnungszeit/Rentenbezugszeit auf das komplette Versicherungsleben ankommt.