von
Nebenerwerbslandwirt

Hallo,
ich beziehe eine volle Erwerbsminderungsrente, darf im Monat 450,-€ hinzuverdienen.
Besitze noch einige Grundstücke, die steuerlich als landwirtschaftliches Betriebsvermögen bewertet werden. Wie sieht es bei einem Verkauf aus, wenn hier ein Gewinn aus der Landwirtschaft in einem Jahr z. B. 5400,--€ erzielt wird. Müsste ich dies der Rentenversicherung mitteilen und würde dadurch die Rente gekürzt ?
L.G.

von
****

Hallo Nebenerwerbslandwirt,
es kommt darauf an wie der Veräußerungsgewinn Steuerrechtlich behandelt wird.
Wird der Veräußerungsgewinn als Einkommen aus LDW behandelt = Arbeitseinkommen, ist das Einkommen dem RV-Träger zu melden.
Dagegen bleiben die übrigen Einkünfte nach § 2 Abs. 1 Nr. 4 bis 7 EStG, das heißt Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§ 19 EStG),
Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EstG),
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG),
sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG,
bei der Ermittlung des Arbeitseinkommens nach § 15 SGB IV außer Ansatz und werden bei der Rente (EM/AR) nicht als Hinzuverdienst berücksichtigt.

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geehrter Herr Nebenerwerbslandwirt,
Veräußerungsgewinne sind als Hinzuverdienst zu berücksichtigen, wenn sie steuerrechtlich den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit zugeordnet werden. Es ist dabei unbeachtlich, ob der Veräußerungsgewinn tatsächlich geflossen ist oder fiktiv ermittelt wurde.
Sofern sich vorab (ggf. unter Rücksprache mit Ihrem Steuerberater) grob kalkulieren läßt, welcher steuerliche Gewinn aus dem Verkauf zu erwarten ist, können Sie eine Voranfrage bei Ihrem Rentenversicherungsträger, zur besseren Abschätzung der Auswirkunken auf Ihre Erwerbsminderungsrente, starten.