von
M. Andrea

Hallo zusammen.
Ich muss hier jetzt mal etwas loswerden bzw. nachfragen.
Ich bekomme seit 2008 volle EU-Rente - bin jetzt 43 Jahre alt.

Eine Bekannte wurde aufgrund der gleichen Erkrankung, vor Kurzem auch voll erwerbsunfähig. Sie ist Anfang 20 und bekommt nach nur 4 Arbeitsjahren (INKL. 3 Jahre Ausbildung) ca. 200 Euro MEHR Rente, als ich nach ca. 20 Arbeitsjahren. Zusätzlich erhält sie nun auch noch monatlich mehrere Hundert Euro BU-Rente aus einer Berufsunfähigkeitsverischerung und eine hohe Einmalzahlung rückwirkend von der Versicherung.
Wie kann denn so etwas sein??
Ich war immer der Meinung, man müsste eine bestimmte Anzahl an Jahren gearbeitet bzw. in die Rentenkasse eingezahlt haben, um überhaupt rentenbezugsberechtigt zu sein.
Wird diese BU-Rente an die EU-Rente angerechnet, oder bekommt sie beide Renten in voller Höhe?

Kann mir das bitte jemand erklären?
Ich bin völlig schockiert.

Vielen Dank.
Schöne Grüße

von
GroKo

Zitiert von: M. Andrea

Hallo zusammen.
Ich muss hier jetzt mal etwas loswerden bzw. nachfragen.
Ich bekomme seit 2008 volle EU-Rente - bin jetzt 43 Jahre alt.

Eine Bekannte wurde aufgrund der gleichen Erkrankung, vor Kurzem auch voll erwerbsunfähig. Sie ist Anfang 20 und bekommt nach nur 4 Arbeitsjahren (INKL. 3 Jahre Ausbildung) ca. 200 Euro MEHR Rente, als ich nach ca. 20 Arbeitsjahren. Zusätzlich erhält sie nun auch noch monatlich mehrere Hundert Euro BU-Rente aus einer Berufsunfähigkeitsverischerung und eine hohe Einmalzahlung rückwirkend von der Versicherung.
Wie kann denn so etwas sein??
Ich war immer der Meinung, man müsste eine bestimmte Anzahl an Jahren gearbeitet bzw. in die Rentenkasse eingezahlt haben, um überhaupt rentenbezugsberechtigt zu sein.
Wird diese BU-Rente an die EU-Rente angerechnet, oder bekommt sie beide Renten in voller Höhe?

Kann mir das bitte jemand erklären?
Ich bin völlig schockiert.

Vielen Dank.
Schöne Grüße


Neid ist ein häßlicher Ratgeber.

von
karlchen

Neiddebatte?

Nach 36 Beitragsmonaten sind Sie EW-Rentenbezugsberechtigt......ferner wird heute bei der Hochrechnung wohl nach heutigem Standard mit mehr zu rechnen ....und was die Private Absicherung betrifft ist das eine andere Sache!

von
MWXZ

Wer während oder innerhalb von 6 Jahren nach einer Ausbildung oder wegen eines Arbeitsunfalls, einer Berufskrankheit, erwerbsgemindert wird, braucht keine 5 Jahre eingezahlt zu haben.

Mit dem Gesetz zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, das am 01.01.2001 in Kraft getreten ist, wurden die gesetzlichen Vorschriften, die den Anspruch regeln, neu gefasst. Die Begriffe Erwerbsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit wurden vollständig gestrichen. Weggefallen ist auch der bisherige Berufsschutz. An dessen Stelle sind eine Rente wegen teilweiser oder vollständiger Erwerbsminderung und eine Rente wegen teilweiser Erwerbsfähigkeit bei Berufsunfähigkeit getreten.
Ein Sonderfall ist die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit. Diese Sonderregelung gilt nur für die vor dem 02.01.1961

private BU:

Wenn sie heute 43 Jahre alt sind, dann gehören sie zu der Gruppe die eigentlich privat vorsorgen muss.

Die private BU wird nicht angerechnet.

von
M. Andrea

Hallo Karlchen,
bisher war ich der Meinung, dass man 5 Jahre gearbeitet haben muss, um überhaupt Rente zu bekommen, vielen Dank für die Aufklärung.
Dass es wahrscheinlich mit der Rentenerhöhung der EU-Rente zusammenhängen könnte, die uns bestehenden EU-Rentner ausschließt, habe ich fast vermutet.

Zum Thema Neid...ich gönne es der jungen Frau von Herzen. In meiner Anfrage ging es nicht um sie persönlich, sondern darum, wie so ein extremer Unterschied zustande kommt.
Hierzu vielen Dank nochmal an Karlchen.

von
M. Andrea

Zitiert von: MWXZ

Wer während oder innerhalb von 6 Jahren nach einer Ausbildung oder wegen eines Arbeitsunfalls, einer Berufskrankheit, erwerbsgemindert wird, braucht keine 5 Jahre eingezahlt zu haben.

Mit dem Gesetz zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, das am 01.01.2001 in Kraft getreten ist, wurden die gesetzlichen Vorschriften, die den Anspruch regeln, neu gefasst. Die Begriffe Erwerbsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit wurden vollständig gestrichen. Weggefallen ist auch der bisherige Berufsschutz. An dessen Stelle sind eine Rente wegen teilweiser oder vollständiger Erwerbsminderung und eine Rente wegen teilweiser Erwerbsfähigkeit bei Berufsunfähigkeit getreten.
Ein Sonderfall ist die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit. Diese Sonderregelung gilt nur für die vor dem 02.01.1961

private BU:

Wenn sie heute 43 Jahre alt sind, dann gehören sie zu der Gruppe die eigentlich privat vorsorgen muss.

Die private BU wird nicht angerechnet.

Vielen Dank auch Ihnen, für die ausführliche Erklärung.
Jetzt sind all meine Fragen beantwortet.

Einen schönen Tag

von
W*lfgang

Hallo Andrea M.,

um bei der EM-Rente einen Tausender/Monat zu erhalten, reicht bereits die erste Minute der Berufsausbildung, die in einem Wegeunfall endet/in Arbeitsschuhen die Treppe runter. Hier sind auch keine 5 Jahre erforderlich. Das ist ein Sonderfall der vorzeitigen Wartezeiterfüllung, um auch Berufsanfängern sofort den EMRT-Schutz zu geben.

Die Höhe der EM-Rente hängt immer von dem Wert der bis 60/62 hochgerechneten Zeit ab - und dafür ist wieder ausschlaggebend, die Zeit/der Durchschnittswert bis zum Eintritt der EM.

Haben Sie schon 10 'miese' Jahre hinter sich, werden auch nur niedrige Werte hochgerechnet. Bei Ihrer Bekannten kommt zum Tragen, dass die ersten 3 Jahre Ausbildung _immer_ mit einem Durchschnittseinkommen/100 % berechnet werden (wurde auch bei Ihnen so gemacht) und somit bis 62 sehr gute Werte hochgerechnet werden. Zudem ist bei Ihnen nur die Zeit bis 60 hochgerechnet, was in der Summe diese Differenz ausmacht.

Zusätzliche/private BU-Vorsorge, nun, die muss jeder selbst für sich selbst entscheiden - ist kein Thema der DRV. Und ja, die private Vorsorge wird nicht auf die EM-Rente angerechnet ...genau aus dem Grund wird sie ja abgeschlossen ;-)

Gruß
w.

von
Gacki

Zitiert von: karlchen

Neiddebatte?

Darauf laß ich gerne einen feucht-fröhlichen Stinkefurz: Pfffffffrrrrrrrrrrrrüüüüüüöööööötäääääääääääääzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz Pups pups pups Pfrarrrrzzz

von
Aufseher

Zitiert von: Gacki

Zitiert von: karlchen

Neiddebatte?

Darauf laß ich gerne einen feucht-fröhlichen Stinkefurz: Pfffffffrrrrrrrrrrrrüüüüüüöööööötäääääääääääääzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz Pups pups pups Pfrarrrrzzz

Na, wer lässt dich den in Netz....in der Geschlossen ist so was auch möglich......

von
Flötenfurzer

Zitiert von: Aufseher

Zitiert von: Gacki

Zitiert von: karlchen

Neiddebatte?

Darauf laß ich gerne einen feucht-fröhlichen Stinkefurz: Pfffffffrrrrrrrrrrrrüüüüüüöööööötäääääääääääääzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz Pups pups pups Pfrarrrrzzz

Na, wer lässt dich den in Netz....in der Geschlossen ist so was auch möglich......


Sie haben wohl keine Ahnung von Kunst, was?
https://www.youtube.com/watch?v=HXBwmNkKfZo

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo M. Andrea,

normalerweise müssen Versicherte eine bestimmte Zeit Beiträge einzahlen, um Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente zu haben. Sonderregelungen sorgen jedoch dafür, dass Berufseinsteiger schon vom ersten Arbeitstag an in der Rentenversicherung geschützt sind.
Sie können eine Rente erhalten, wenn 1. man durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit erwerbsunfähig geworden ist. Hier reicht dann schon ein Beitrag zur Rentenversicherung wenn Sie zu diesem Zeitpunkt versicherungspflichtig waren,
2. die Erwerbsminderung innerhalb von 6 Jahren nach Ende einer Ausbildung eintritt und innerhalb der zurückliegenden 2 Jahre für mindestens 1 Jahr Pflichtbeiträge gezahlt wurden.
Die Berechnung dieser Renten beinhaltet eine sogenannte Zurechnungszeit. Versicherte, deren EM Renten erstmals ab 1.7.2014 beginnt, werden so gestellt, als hätten sie bis zum Alter von 62 Jahren mit ihrem durchschnittlichen Einkommen weiter gearbeitet. Bis zum 30.6.2014 wurde diese Zurechnungszeit bis zum 60 Lebensjahr berechnet, wie es bei Ihrer Rente der Fall ist.
Private Berufsunfähigkeitsrenten werden nicht auf die gesetzliche Rente angerechnet.