von
bernhard auernhammer

Meine Schwiegermutter hat ihr jüngstes Kind in Deutschland zur Welt gebracht und dort auch nach der Geburt erzogen. Ca. 11 Monate nach Geburt ist sie mit dem Kind in ihr Heimatland ausgereist (Nicht EU) und hat das Kind für einen Zeitraum von ca. 6-8 Monaten bei ihren Eltern zurückgelassen, ist aber selber wieder nach Deutschland zurückgekehrt und hatte dort während der gesamten Zeit ihren gewöhnlichen Aufenthalt. Nach ca. 6-8 Monaten hat sie das Kind nach Deutschland zurückgeholt und dort weiter erzogen.

Frage(n): Ist für ihr jüngstes Kind überhaupt keine Kindererziehungszeit anzurechnen oder die teilweisen Zeiten der tatsächlich in Deutschland erfolgten Erziehung? Gilt Entsprechendes auch für die Frage der Anrechnung von Kindererziehungsberücksichtigungszeiten? Wie ist der Aufenthalt des jüngsten Kindes in Deutschland glaubhaft zu machen? Ist hierfür auch die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung ausreichend, wenn wie vorliegend die Meldeämter nur lückenhaft Auskunft erteilen können?

Die drei weiteren Kinder meiner Schwiegermutter sind im Heimatland geboren, allerdings im Kindesalter nach Deutschland gekommen. Sind bei diesen dreien ggfls. Kindererziehungsberücksichtigungszeiten anzurechnen?

von
Schlaubi123

Kindererziehungs- und Berücksichtigungszeiten gibt es, wenn Mutter und Kind in Deutschland lebten. Dieses ist durch Meldebescheinigungen von Mutter und Kind der jeweiligen Gemeinden nachzuweisen! Außerdem ist hier der Aufenthaltsstatus der Mutter zu prüfen. Nur wenn ein zukunftsoffener Aufenthaltstitel vorgelegen hat, bekommt man auch die Zeiten anerkannt. Auch dies ist mittels alter Pässe und Dokumenten nachzuweisen.

von
bernhard auernhammer

Vielen Dank für die Antwort, die mir aber nur teilweise weiterhilft: Der aufenthaltsrechtl. Status dürfte kein Problem darstellen. Meine Frage bezieht sich aber insbesondere darauf, ob die nur phasenweise erfolgte Kindererziehung während des ersten bzw. zweiten Lebensjahres des Kindes in Deutschland zur Versagung der Anerkennung von Kindererziehungszeiten insgesamt oder nur für den Zeitraum des phasenweisen Auslandsaufenthaltes während des ersten bzw. zweiten Lebensjahres führt.

von
W*lfgang

Zitiert von: bernhard auernhammer
Auslandsaufenthaltes
bernhard auernhammer,

es werden genau die Zeiten ab Geburt angerechnet, in denen das Kind von der Mutter im Inland erzogen worden ist, also phasenweise, der Auslandsaufenthalt des Kindes bleibt außen vor. Kindererziehungszeit und Berücksichtigungszeit (BÜZ) laufen bis zum Ende 2. Lbj. immer parallel, anschließend die BÜZ bis zum 10. Lbj. Für beide Zeitarten gelten dieselben Bedingungen.

Gruß
w.

von
Nachfrager

Geht es hier evtl. um die Anerkennung der sogenannten 'Mütterrente'?
Sollte es so sein, dass evtl. die Kindererziehungszeit bereits in einer Rentenberechnung vor dem 1.7.2014 anerkannt gewesen ist und der 12. Kalendermonat nach der Geburt wegen des Auslandsaufenthaltes nicht anrechenbar war, dann gibt es für die Monate 13-24 nach der Geburt keine Kindererziehungszeit. Egal ob Mutter und Kind in dem Zeitraum wieder in Deutschland waren.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Bernhard Auernhammer,

Grundvoraussetzung für die Anrechnung von Kindererziehungszeiten ist nach § 56 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB VI, dass die Erziehung im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland erfolgt ist. Dies ist nach § 56 Abs. 3 S. 1 SGB VI dann der Fall, wenn sich die/der Erziehende zusammen mit dem Kind dort gewöhnlich aufgehalten hat.
§ 56 Abs. 3 S. 2 und 3 SGB VI bestimmt, unter welchen Voraussetzungen Erziehungszeiten, die im Ausland zurückgelegt worden sind, einer Erziehung im Inland gleichstehen.

Die Kindererziehungszeit in Deutschland kann berücksichtigt werden. Für die 6 bis 8 Monate im Ausland kann keine Anrechnung erfolgen.