von
Michael Hall

Hallo liebes Forum Leser und Fachberater der Rentenversicherung.

Ich habe eine chronische Leukämie CLL. In 2015 bin ich während der Chemo von meinen Arbeitgeber (Kleinunternehmer) entlassen worden, weil er nicht auf mich warten konnte,

Vor der Entlassung habe ich mich krank schreiben lassen und bin deswegen trotz Kündigung seitdem bei meiner KK noch Mitglied durch eine fortlaufende AU und bekomme auch Krankengeld.

Relativ zeitnah ab Mai 2015 krank geschrieben bekam ich dann die Aufforderung zur Reha von der KK. Zur Zeit bin ich gerade in der Reha und kurz vor meinen Abschlussgespräch / Untersuchung.

Meine Chemo ist zwar abgeschlossen, aber ich leide immer noch unter Beschwerden und meine Blutwerte sind nun zu niedrig als normal und bin also zb infektionsgefährdet.

Es wurde mir angedeutet in der Reha das ich krank entlassen werde. Ich habe jetzt schieß, das ich nach der Reha dann kein Krankengeld mehr bekomme von der KK. Es gibt so wiedersprüchliche Aussagen dazu im Netz.

Ich weiß das ich mich direkt nach der Reha wieder dann krank melden kann/ muss damit die fortlaufende Krankmeldung und damit auch die Mitgliedschaft in der KK bestehen bleibt.

Nun zu meinen Fragen:

Kann es sein das ich dann trotzdem kein Krankengeld von der KK ausgezahlt bekomme, weil ich ja schon zur Reha von der KK aufgefordert wurde und somit dies als Rentenantrag gilt obwohl ich die 72 Wochen Krankengeldanspruch nicht ausgereizt habe oder muss mir die KK wieder Krankengeld zahlen bis die Zeit rum ist?

Ich will nämlich noch kein Rentner sein oder werden und brauche einfach noch 2-3 Monate bis ich denke ich wieder soweit fit bin und mich arbeitssuchend melden kann bzw. wieder einen Job habe.

Werde ich nach Krank aus der Reha sonst Zwangsrentner durch die Rentenversicherung mit einen geringen Rentenanspruch da ich ja erst 49 Jahre alt. bin und kann nicht mehr später als normaler Arbeitnehmer am Arbeitsleben teilhaben.

Soll ich mich dann lieber beim Reha Abschlussbericht / Untersuchung lieber gesund schreiben lassen obwohl ich mich noch nicht fit fühle?

Ich weiß bei beides ist ja auch der/die Ärzte der Reha Einrichtung und deren Meinung maßgeblich.
Es geht mir schwerpunktmässig darum noch 2-3 Monate zu genesen und weiterhin krank zu sein und nicht einfach verrentet zu werden.

Über eine schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen. Bitte nur fachlich fundierte Antworten und kein Halbwissen!

von
Frieder

Hallo,
ich kann mir jetzt nicht vorstellen, warum du kein Krankengeld erhalten sollst, solange dir Rente noch nicht bewilligt ist. Ich hab aber keine Ahnung.

Ich würde dir empfehlen, deine Fragen zum Krankengeld im http://www.krankenkassenforum.de/ oder direkt bei der Krankenkasse zu stellen.

von
blub

Wenn Sie nach der Reha weiter krank sind, haben Sie Anspruch auf Krankengeld!

Ob der Rehaantrag zur Rente führt, kann derzeit noch keiner wissen. Das Verfahren braucht im übrigen auch seine Zeit, das wissem die von der Kasse aber auch.

Also: nach der Reha ab zum Arzt wegen der Kranschreibung und weiter auf die Genesung konzentrieren.

von
???

Ob Ihr Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet wird, hängt nicht davon ab, ob Sie arbeitsfähig oder -unfähig entlassen werden. Entscheidend ist hier, wie der Arzt Ihre Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einschätzt. Fragen Sie doch nach dieser Einschätzung und machen Sie klar, dass Sie sich nach einer angemessenen Rekonvaleszenz durchaus als erwerbsfähig sehen.

von
Herz1952

Achten Sie bitte darauf, dass keine Lücke in der AU-Bescheinigung eintritt. Mittlerweile dürfen auch Krankhausärzte bei der Entlassung bis zu 2 Wochen "krankschreiben". Es gibt mittlerweile nur 1 Formular, das sowohl die AU-Bescheinigung beinhaltet und gleichzeitig den Antrag auf Krankengeld.

Es könnte natürlich sein, dass Sie die Krankenkasse auffordert, einen Rentenantrag zu stellen (in Reha sind Sie ja bereits). Aber ab Aufforderung haben Sie 10 Wochen Zeit. Selbst wenn der Rentenantrag läuft, können Sie diesen widerrufen und wieder arbeiten gehen, wenn es Ihr Gesundheitszustand zulässt.

Sagen Sie der Krankenkasse aber nicht, dass Sie bald wieder arbeiten können. Die Kasse ist imstande und stellt die Krankengeldzahlung ein. Dann haben Sie die Arbeit damit. Allerdings können Sie bei der Krankenkasse nachfragen, wie es bei Ihnen gehandhabt werden könnte.

Sie beziehen ja jetzt Krankengeld, das wird Ihnen wohl weiter zu gewähren sein, wenn Sie entsprechende Bescheinigungen vorlegen.

Also, keine Panik und werden Sie wieder voll "einsatzfähig".

von
Korrektur!

Zitiert von:

Es könnte natürlich sein, dass Sie die Krankenkasse auffordert, einen Rentenantrag zu stellen.

Das darf sie nicht, dazu hat sie keine Berechtigung. Sie darf nur zur Reha-Antragstellung auffordern (!), das hat sie vorliegend ja bereits getan. Die Umdeutung eines Reha- in einen Rentenantrag prüft dann der Rentenversicherungsträger, meist auf Grundlage der sozialmedizinischen Stellungnahme im Entlassungsbericht. Hierauf hat die Krankenkasse dann jedoch keinen Einfluss; sie muss das Ergebnis der Prüfung gelten lassen.

von
Michael Hall

Inzwischen habe ich das Gespräch mit der mir zuständigen Reha Ärztin aus der Reha Klinik hinter mir.

Ich werde morgen als Arbeitsfähig entlassen, allerdings da meine Blutwerte wegen der Chemotherapie zb Leukozyten zu niedrig sind mit dem Zusatz nur "beschränkt arbeitsfähig" da ich wegen der Infektionsgefahr und der Müdigkeit nicht in allen Bereichen arbeiten könnte, aber dennoch in sitzender Tätigkeit den Arbeitsmarkt zu Verfügung stehen könnte.

Ich selber fühle mich im Moment noch nicht so fit aus unterschiedlichen Gründen, heißt das nun, dass jetzt auf dem Papier gesund bin und morgen nachdem ich entlassen bin zum Arbeitsamt laufen darf damit ich überhaupt Geld bekomme oder kann ich mich von meiner Hämatologin weiter krank schreiben lassen oder sagt dann die KK, wir zahlen kein Geld mehr weil die Reha Klinik sie ja wenn auch beschränkt arbeitsfähig entlässt?

Begründung der Ärztin war übrigens, das sie schon einmal so ein Fall hatten mit meinen Krankheitsbild und das es dann Theater gegeben hat mit der KK und dem Arbeitsamt und sie mich deswegen nicht Arbeitsunfähig aus der Reha entlassen können!

Was kann ich nun tun?

von
Michael Hall

Habe zu ihren Beitrag noch eine Fragen, siehe mein zweiter Beitrag:

Zitiert von:

Zitiert von:

Achten Sie bitte darauf, dass keine Lücke in der AU-Bescheinigung eintritt. Mittlerweile dürfen auch Krankhausärzte bei der Entlassung bis zu 2 Wochen "krankschreiben". Es gibt mittlerweile nur 1 Formular, das sowohl die AU-Bescheinigung beinhaltet und gleichzeitig den Antrag auf Krankengeld.

Es könnte natürlich sein, dass Sie die Krankenkasse auffordert, einen Rentenantrag zu stellen (in Reha sind Sie ja bereits). Aber ab Aufforderung haben Sie 10 Wochen Zeit. Selbst wenn der Rentenantrag läuft, können Sie diesen widerrufen und wieder arbeiten gehen, wenn es Ihr Gesundheitszustand zulässt.

Sagen Sie der Krankenkasse aber nicht, dass Sie bald wieder arbeiten können. Die Kasse ist imstande und stellt die Krankengeldzahlung ein. Dann haben Sie die Arbeit damit. Allerdings können Sie bei der Krankenkasse nachfragen, wie es bei Ihnen gehandhabt werden könnte.

Sie beziehen ja jetzt Krankengeld, das wird Ihnen wohl weiter zu gewähren sein, wenn Sie entsprechende Bescheinigungen vorlegen.

Also, keine Panik und werden Sie wieder voll "einsatzfähig".


Ich möchte mich für das irreführende Gestammel von mir entschuldigen.
Ich habe wieder mal die falschen Pillen genommen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Michael Hall,

inwieweit nach der abgeschlosenen Rehabilitationsmaßnahme ein Anspruch auf Krankengeld besteht, wäre mit der zuständigen Krankenkasse zu klären. Sie sollten sich aber dort melden und Nachweise über die Arbeitsunfähigkeit einreichen.

Nach Abschluss der Rehabilitationsmaßnahme wird ein Entlassungsbericht durch die Klinik erstellt, der dem Rentenversicherungsträger zugeleitet wird. Hieraus ergibt sich auch, ob der Patient als erwerbsgemindert eingestuft wird und dann ein vorher gestellter Antrag auf Rehabilitationsleistungen als Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung umzudeuten ist.

Diese Entscheidung wäre zunächst einmal abzuwarten. Eine Rentenbewilligung würde, wenn es dazu kommt, grundsätzlich nur auf Zeit erfolgen, da dies gesetzlich festgelegt ist.

Sollten Sie wieder eine Beschäftigung aufnehmen, würde die Gewährung einer entsprechenden Teilrente geprüft. Es gibt verschiedene Teilrenten, die sich nach der Höhe des Entgeltes der parallel ausgeübten Beschäftigung richten.
Durch eine eventuell anstehende Verrentung wäre somit die Aufnahme einer Beschäftigung nicht ausgeschlossen.